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Bindung bei Pflegekindern Bedeutung, Entwicklung und Förderung von Nowacki, Katja (eBook)

  • Verlag: Kohlhammer
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Bindung bei Pflegekindern

Die Fremdunterbringung in Pflegefamilien stellt eine wichtige Hilfe zur Erziehung dar. Soziale Beziehungen und die Bindung zu Bezugspersonen sind elementare Schutzfaktoren für die Entwicklung. Gelingt es Kindern jedoch, nach einem Wechsel in eine Pflegefamilie sichere Bindungen aufzubauen? In verschiedenen Studien zeigte sich, dass Erfahrungen mit den Pflegeeltern einen positiven Einfluss auf die Bindungsentwicklung und den Abbau von Bindungsstörungssymptomen haben können. Es ist wichtig, Fördermöglichkeiten für Pflegefamilien zu erweitern, die diesen Aspekt in den Mittelpunkt stellen. Im vorliegenden Werk werden diese Themen anhand von Praxisbeispielen und aktuellen empirischen Untersuchungen diskutiert und die Bedeutung für die Praxis darstellt. Katja Nowacki, Dr. phil., Psychologin und Sozialpädagogin, ist Professorin für Psychologie an der FH Dortmund. Silke Remiorz, Sozialwissenschaftlerin und Sozialarbeiterin, ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der FH Dortmund.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 208
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783170308602
    Verlag: Kohlhammer
    Größe: 3454 kBytes
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Bindung bei Pflegekindern

1 Pflegekinderwesen


- Welche rechtlichen und theoretischen Grundlagen gibt es für das Pflegekinderwesen in Deutschland?

- Wie stehen Elternrecht und Kindeswohl zueinander, und welche Bedeutung hat dies für Besuchskontakte und Rückführungsoptionen?

- Welche Unterschiede gibt es vom deutschen System der Fremdunterbringung (Hilfen zur Erziehung) zum Pflegekinderwesen in England und den USA?

- Welche Entwicklung im Rahmen von Fremdunterbringung hat es in osteuropäischen Ländern, speziell Rumänien gegeben?

Dieses einführende Kapitel dient der Darstellung des Pflegekinderwesens in Deutschland einschließlich der rechtlichen Grundlagen, der Entwicklung in den vergangenen Jahrzehnten, seinen unterschiedlichen Formen und Voraussetzungen sowie den verschiedenen Unterbringungskonzepten und der Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Akteursgruppen. Wichtig ist dies, um die Befunde zur Bindungsentwicklung von Pflegekindern in Bezug zum aktuellen deutschen System zu setzen, damit inhaltliche Ableitungen auch im Hinblick auf praxisorientierte Umsetzung im weiteren Verlauf des Buches diskutiert werden können.

Ein weiterer Aspekt, der in diesem Kapitel beschrieben wird, ist das deutsche Pflegekinderwesen im internationalen Vergleich. Hier werden insbesondere das Pflegekinderwesen in Großbritannien und in den Vereinigten Staaten von Amerika mit dem deutschen System verglichen und davon abgrenzt. Viele internationale Studien zur Bindungsentwicklung von Pflegekindern stammen aus dem angloamerikanischen Raum, deshalb sollen die dahinterliegenden Systeme kurz skizziert werden, um die Ergebnisse entsprechend einordnen zu können. Abschließend wird die aktuellere Entwicklung des Pflegekinderwesens in Abgrenzung zur Heimerziehung in Rumänien skizziert, da in diesem Bereich wichtige Studien in Bezug auf Bindungsstörungen vorliegen.
1.1 Pflegekinderwesen in Deutschland

Im Folgenden werden die sozialpolitischen Entwicklungen, rechtlichen Grundlagen sowie die aktuellen Zahlen der Unterbringung von Pflegekindern in Deutschland aufgezeigt. Dies soll zum Verständnis des deutschen Pflegekinderwesens als Hintergrund für die weiteren Kapitel zur (Bindungs-)entwicklung von Pflegekindern und möglichen Ableitungen für die Praxis dienen.
1.1.1 Sozialpolitische Entwicklung

Die Bedeutung und gesellschaftliche Stellung von Pflegekindern in Deutschland hat sich seit dem vergangenen Jahrhundert bis hin zur Gegenwart stark gewandelt. So waren Kinder, die aus verschiedensten Gründen nicht bei ihren Herkunftseltern aufwachsen konnten oder nur bei einem Elternteil lebten, gesellschaftlich nicht hoch angesehen. Auch die gesellschaftliche Stellung der Erwachsenen, meist die von Frauen, die die Aufgabe der Erziehung für die betroffenen Kinder übernommen haben, war sehr niedrig. Gesellschaftspolitisch waren das Pflegekinderwesen und alle darin agierenden Akteurinnen und Akteuren in Deutschland stets abhängig von der jeweilig vorherrschenden Sozialpolitik Deutschlands, sowohl ökonomisch, als auch inhaltlich (Blandow, 2011).

In der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg wurde dies in Deutschland besonders deutlich, da auch im sozialpolitischen Bereich eine neue gesellschaftliche Identität der deutschen Bevölkerung und eine neue inhaltliche Ausrichtung gesucht wurde. Eine wichtige historische Änderung im Umgang mit Pflegekindern in Deutschland gab es jedoch bereits im Jahr 1922, in dem das Reichsjugendwohlfahrtsgesetz beschlossen wurde. Dieses verortete die Unterbringung von Pflegekindern vom bisher Privaten hin ins Institutionelle und folglich in die öffentliche Hand. Es entstanden kommunale Jugendämter, die sich gezielt um die Unterbringung von Kin

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