text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Biopsychologie

  • Erscheinungsdatum: 11.04.2013
  • Verlag: Kohlhammer Verlag
eBook (PDF)
21,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Biopsychologie

Dieses Lehrbuch bezieht sich auf die Kernthemen der Biopsychologie: Genetik, Zentrales Nervensystem, Autonomes Nervensystem sowie das Immun- und endokrine System. Es werden psychologische Konstrukte und Konzepte dargestellt, die für die Biopsychologie eine hohe Relevanz besitzen. Des Weiteren werden zentrale Modulatoren der biopsychologischen Forschung und ihrer Anwendungsfelder aufgezeigt. Die Komplexität der Interaktion zwischen den genannten Teilbereichen der Biopsychologie wird abschließend thematisiert. Prof. Dr. rer. nat. Ulrike Ehlert ist Ordinaria für Klinische Psychologie und Psychotherapie an der Universität Zürich. Dr. phil. Roberto La Marca und Dr. phil. Elvira Abbruzzese sind Oberassistenten an der Abteilung für Klinische Psychologie und Psychotherapie an der Universität Zürich. Dr. phil. Ulrike Kübler ist Postdoc am Lehrstuhl von Prof. Ehlert und Psychotherapeutin am Ambulatorium für Kognitive Verhaltenstherapie und Verhaltensmedizin der Universität Zürich.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 264
    Erscheinungsdatum: 11.04.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783170239715
    Verlag: Kohlhammer Verlag
    Größe: 18138 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Biopsychologie

2 Genetik

Als Genetik wird weitläufig die Lehre der Vererbung bezeichnet. Der Begriff der Genetik beinhaltet das Wissen über die Basis des Lebens, also das Wissen darüber, wie Leben entsteht, sich entwickelt und weitergegeben wird. Was auf den ersten Blick relativ überschaubar klingt, umfasst heutzutage bei genauerem Hinsehen eine Vielzahl von Aspekten und Subdisziplinen, die intensiv beforscht werden und deren neue Ergebnisse teilweise ganz unbemerkt Einfluss in unseren Alltag nehmen.

Neben Wissenschaftlern aus den Forschungsbereichen der Genetik, Chemie, Biologie, Physik und Psychologie nehmen Molekularbiologen einen herausragenden Stellenwert in der aktuellen genetischen Forschung ein. Sie untersuchen Zusammenhänge zwischen Desoxyribonukleinsäure (DNA), Ribonukleinsäure (RNA) sowie Proteinen (= Eiweiße), also den molekularen Grundbausteinen und Prozessen des Lebens. Die bereits von Francis Galton gestellte Frage nach "nature versus nurture", also danach, was angeboren ist und was durch die Umwelt bedingt ist, hat in den letzten Jahren durch die Epigenetik eine neue Ebene der Schnittstelle zwischen Psyche und Soma gefunden.
Merke

_ Wurde bis anhin (fälschlicherweise) angenommen, dass der Ausdruck "genetisch bedingt" gleichzusetzen ist mit "unveränderbar", so legen die Forschungsergebnisse der letzten Jahre nahe, dass unsere Gene bzw. deren Lesbarkeit bis zu einem bestimmten Grad sehr wohl durch die Umwelt wie auch durch unser eigenes Verhalten, unsere Gefühle und Gedanken beeinflussbar sind. __

Im Folgenden wird genetisches Basiswissen aufgezeigt. Dabei soll spezifisch die Genetik des Menschen besprochen werden, ohne dabei auf Variationen bei weiteren Spezies einzugehen. In einem ersten Schritt werden Grundlagen der Genetik sowie neue Forschungsgebiete aufgezeigt. Anschließend werden die Prinzipien der Vererbung kurz wiederholt, um danach den Aufbau sowie die Aufgaben der DNA und RNA näher zu betrachten. Vertiefend wird die Genexpression besprochen, welche für sämtliche physiologischen, aber eben auch psychologischen Prozesse wie unser Fühlen, Denken und Verhalten relevant ist, und schließlich werden die Verdoppelung des genetischen Materials bei einer Zellteilung (Mitose) sowie die Weitergabe genetischen Materials über die Geschlechtszellen (Meiose) näher beschrieben. Zum Schluss dieses Kapitels werden Forschungs- und Messmethoden sowie Anwendungsbereiche genetischer Forschung erörtert.
2.1 Grundlagen und neue Bereiche der Genetik

Bei der Zeugung eines Menschen, also bei der Verschmelzung von einem Spermium mit einer Eizelle, werden 23 Chromosomen vom Vater und 23 Chromosomen von der Mutter vereint, so dass - bis auf das geschlechtsbestimmende Chromosom ( Gonosom ) - alle Chromosomen homolog (also immer zwei Chromosomen, die für dasselbe codieren) vorhanden sind. Während bei Frauen auch die Gonosomen homolog sind und als "XX" bezeichnet werden, haben Männer zwei unterschiedliche Gonosomen, nämlich ein "X"-förmiges (von der Mutter) und ein "Y"-förmiges (vom Vater).

Als Karyogramm (s. Abb. 2.1 ) wird die Darstelllung sämtlicher Chromosomen einer Zelle bezeichnet. Dabei werden die homologen Chromosomen (also jeweils eines der Mutter und eines des Vaters) "nebeneinandergelegt". Während Männer ein X- und ein Y-Geschlechtschromosom haben, zeigen Frauen zwei X-Geschlechtschromosomen. Da die Chromosomen in der sogenannten Metaphase einer Zellteilung (vgl. Abschnitt "Vervielfältigung und Weitergabe genetischer Information: Mitose und Meiose", S. 47) am stärksten kondensieren und unter dem Lichtmikroskop gut sichtbar sind, stammen die Chromosomen-Abbildungen eines Karyogramms immer aus dieser Phase.

Abb. 2.1: Karyogramm eines Menschen (Zwei-Chromatid-Chromosomen in der Metaphase)

Auf unseren Chromosomen ist die gesamte

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen