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C. G. Jung für die Praxis Zur Integration jungianischer Methoden in psychotherapeutische Behandlungen von Vogel, Ralf T. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 30.03.2016
  • Verlag: Kohlhammer Verlag
eBook (ePUB)
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C. G. Jung für die Praxis

Jungianische Methoden erleben in der angewandten Psychotherapie eine Renaissance: Imaginationstechniken gehören zum Standardrepertoire vieler psychodynamisch ausgebildeter Kollegen, die Einbeziehung von Märchen gilt besonders bei 'schwierigen' Patienten als wichtige Methode, und jungianische Traumbetrachtungen erweitern klassische Konzepte um unverzichtbare Aspekte. Trotzdem können oder wollen sich nicht alle Therapeuten einer Ausbildung in jungianischer Psychoanalyse unterziehen. Ein Kompromiss ist die fundierte Integration jungianischen Denkens und der daraus abgeleiteten Methoden in die bisherige therapeutische Arbeit. Dem soll dieses Buch dienen. Die zweite Auflage wurde überarbeitet und in einigen Aspekten erweitert.

Prof. Dr. phil. Ralf T. Vogel ist Psychoanalytiker und Verhaltenstherapeut, Lehranalytiker und Supervisor an verschiedenen psychotherapeutischen Ausbildungsinstituten und Honorarprofessor für Psychotherapie und Psychoanalyse an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden. In Ingolstadt ist er in privater Praxis für Psychotherapie und Supervision tätig.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 219
    Erscheinungsdatum: 30.03.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783170268548
    Verlag: Kohlhammer Verlag
    Größe: 2982 kBytes
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C. G. Jung für die Praxis

3 Zur Biographie Jungs (1875-1961) und der modernen Analytischen Psychologie


"Mann und Werk zu einer unvergänglichen Einheit gehämmert"

(v. d. Post, 1994, S. 355)

Die psychoanalytischen Theoriegebäude erschließen sich wirklich nur dem, der versucht, ihre Entwicklung nachzuvollziehen. Sie sind wie kaum andere therapeutische Systematiken - und hier wiederum durchaus vergleichbar mit den Werken der Philosophen - Schöpfungen ihrer Begründer. Biographiearbeit, wie wir sie aus unseren therapeutischen Zusammenhängen kennen, tut auch not im Versuch, Welt- und Wertverständnisse einer Denk- bzw. Theorieschule verstehen zu lernen. Erst wenn uns wenigstens ansatzweise klar wurde, wie und warum ein Mensch gerade diese psychologischen Hypothesen entdeckte und entwickelte, können wir im Werk dieses Vordenkers auf die Suche nach für uns selbst angemessenen Erkenntnissen gehen. Dies gilt insbesondere für Jung, denn seine "Erforschung der Psyche trug immer zutiefst persönliche Züge" (Stein, 2000, S. 14). Dazu kommt, dass Jungs Verhalten zu Beginn der Nazizeit dazu führte, dass moralische Bewertungen der Person Jungs sowohl innerhalb als auch außerhalb der jungianischen Community mit fachlicher Kritik vermischt werden. Daher steht an dieser Stelle auch ein kurzer Überblick über das Leben Jungs, der hoffentlich zu weiterer Lektüre in einer der zahlreichen Biographien anzuregen vermag:

Jung wird am 26. 7. 1875 in ländlicher Schweizer Gegend als Sohn eines protestantischen Pfarrers und dessen Gattin Emilie Preiswerk geboren. Er ist das erste überlebende Kind nach drei Todesfällen. Seine Kindheit und vor allem einige einzelne Begebenheiten beschreibt er in seinen "Erinnerungen" als bereits richtungsweisend für seine spätere Berufung (Jaffé, 2005). 1895 beginnt Jung nach einigem Zögern das Studium der Medizin in Basel. Es folgen erste spiritistische Experimente mit seiner Cousine. 1900, im Jahr des Erscheinens von Freuds "Traumdeutung", die allgemein als der eigentliche Beginn der Psychoanalyse gilt, wird Jung psychiatrischer Assistent bei dem vielleicht bekanntesten Psychiater überhaupt, Eugen Bleuler, in der großen Klinik "Burghölzli". Bei ihm schreibt er 1902 auch seine Dissertation zum Thema "Zur Psychologie und Pathologie so genannter okkulter Phänomene", die eine psychologische Theorie zu den ihn schon lange interessierenden spiritistischen Phänomenen entwickelt (1902, GW Bd. 1, 1-150). 1903 reist Jung, den damaligen Gepflogenheiten folgend, zu einer Hospitation bei dem berühmten Psychiater und Philosophen Pierre Janet nach Frankreich. Im gleichen Jahr heiraten er und Emma Rauschenbach, aus der Ehe gehen fünf Kinder hervor. Neben finanzieller Sicherheit bietet ihm diese Verbindung die ideale Basis für seine späteren beruflichen und persönlichen Entwicklungen. Emma Jung wird selber Analytikerin, veröffentlicht eigene Schriften (z.B. Jung, E., 1967) und engagiert sich stark in der Ausbildung angehender jungianischer Psychotherapeuten. 1905 beginnt C. G. Jung einen regen Briefwechsel mit dem ca. 20 Jahre älteren Freud (Freud, 1974), von dem er wünschte, dass er erst 1991 veröffentlicht werden solle, wenn beide bereits zu geschichtlichen Personen geworden seien. In den Briefen geht es u. a. auch um die Behandlung von Sabina Spielrein, deren zeitweise sehr enges Verhältnis zu Jung Anlass zu vielfältigen Spekulationen bis hin zur Annahme einer intimen Beziehung zwischen beiden gab (auch Spielrein arbeitete später analytisch und veröffentlichte noch heute erhältliche und erst kürzlich wieder aufgelegte Schriften [Spielrein, 2002, 2003]).

1907 folgt ein erstes Treffen mit Freud, das zu einer starken Faszination ("... der erste wirklich bedeutende Mann, dem ich begegnete ..." [Jaffé, 2005, S. 153]) un

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