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Chronische Depression von Brakemeier, Eva-Lotta (eBook)

  • Verlag: Hogrefe Verlag
eBook (PDF)
16,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
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Chronische Depression

Etwa ein Drittel aller Depressionen verlaufen chronisch bzw. sprechen unzureichend auf Behandlungen an. Die hier vorgestellte Psychotherapie, das Cognitive Behavioral Analysis System of Psychotherapy (CBASP), ist spezifisch für die Behandlung chronischer Depressionen entwickelt und erfolgreich evaluiert worden. Insbesondere neue Beziehungserfahrungen, die Bearbeitung der früh entstandenen Prägungen und die konkreten Situationsanalysen schaffen die Grundlage für die emotionale, zwischenmenschliche und kognitive Veränderung zur Überwindung der chronischen Depression. Nach einer Beschreibung des Störungsbildes wird ein für Patienten hilfreiches Erklärungsmodell vorgestellt, das individuell ausgestaltet werden kann und die Grundlage für die spezielle Therapie liefert. Die Therapie erweitert die kognitive Verhaltenstherapie um interpersonelle und emotionale Behandlungsstrategien. Diese neuen und insbesondere bei chronischen Depressionen hilfreichen Vorgehensweisen werden praxisorientiert dargestellt und an Beispielen illustriert. Die benötigten Übungen und Materialien sind ebenso enthalten wie längere Fallbeispiele und Hinweise zur Behandlungsplanung.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 97
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783840921339
    Verlag: Hogrefe Verlag
    Größe: 1104 kBytes
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Chronische Depression

1.5 Differenzialdiagnose

Folgende psychiatrische Erkrankungen gehen häufig mit (chronischen) Depressionen einher und sollten in der klinischen Untersuchung, der Anamneseerhebung und der Diagnostik daher besondere Aufmerksamkeit erhalten:

- Suchterkrankungen (Missbrauch und Abhängigkeit),
- hirnorganische Erkrankungen, z . B . (beginnende) Demenzen,
- posttraumatische Belastungsstörung,
- Schizophrenie, insbesondere schleichende Verläufe wie bei der Schizo phrenia simplex und schizophrene Residualzustände sowie schizoaffek tive Erkrankungen,
- Somatisierungsstörung, - Autismus .

Suchterkrankungen: Hinweise auf eine Abhängigkeitserkrankung können neben der systematischen Exploration Blut-, Atemund Urinanalysen auf Alkohol, Medikamente mit Abhängigkeitspotenzial und Drogen sowie typische Laborveränderungen liefern . Bei Evidenz für eine Abhängigkeitserkrankung sollte während der systematischen Exploration vor allem der zeitliche Verlauf beider Störungen erfragt werden: Wenn das depressive Syndrom bzw . die depressiven Symptome nur zeitgleich mit der Abhängigkeitserkrankung aufgetreten sind (bzw . nach einem Rückfall), sollte eher die Abhängigkeitserkrankung behandelt werden, wenn das depressive Syndrom auch unabhängig auftritt, scheint dies die primäre Diagnose zu sein, die behandelt werden sollte .

Hirnorganische Erkrankung: Die gezielte Untersuchung kognitiver Funktionen wie z . B . Altund Neugedächtnis, Merkfähigkeit, Orientierung, Konzentration und Abstraktionsvermögen im Rahmen der psychopathologischen Befunderhebung liefert Anhaltspunkte für eine mögliche hirnorganische Erkrankung, denen dann durch gezielte testpsychologische und apparative Diagnostik weiter nachzugehen ist . Eher für eine depressive Pseudodemenz als für eine beginnende Demenz sprechen u . a . eine Aggravierungsneigung und Selbstvorstellung des Patienten bezüglich der kognitiven Defizite (Demenz: Dissimulation und Vorstellung durch die Angehörigen), gleichermaßen beklagte Defizite in Kurzund Langzeitgedächtnis (beginnende Demenz: überwiegend Kurzzeitgedächtnisstörungen), plötzlicher Beginn der kognitiven Defizite (Demenz: schleichend) und eine eher unmotiviert oder wenig kooperativ erscheinende Auskunftsverweigerung ("Ich weiß nicht ."; Demenz: Versuch, die vorhandenen Defizite wortreich zu überspielen) .

Posttraumatische Belastungsstörung: Die posttraumatische Belastungsstörung grenzt sich von (chronisch) depressiven Erkrankungen zum einen durch den Beginn nach einem traumatischen Ereignis mit schwerer außergewöhnlicher Bedrohung oder von katastrophenartigem Ausmaß ab und zum anderen durch spezifische Symptome wie Nachhallerinnerungen (Intrusionen), Vermeiden aller an die auslösende Situation erinnernder Stimuli, allgemein erhöhte Schreckhaftigkeit, Alpträume und das anhaltende Gefühl emotionaler Abgestumpftheit .

Autismus: Auch können Menschen mit leichteren Formen des Autismus durch eine ähnliche Form einer Beziehungsund Kommunikationsstörung chronisch depressiv anmuten . Hier geben neben einer ausführlichen Autismus-Diagnostik v . a . Explorationen über die Kindheit meist Aufschluss, da autistische Kinder bereits früh durch extreme Störungen der Wahrnehmungsverarbeitung und Beziehungsgestaltung auffallen .

Diese differenzialdiagnostische Klärung muss bereits im Rahmen einer Basisdiagnostik erfolgen . Da die diagnostische Einschätzung auch bei gründlicher Untersuchung schwierig sein kann und damit teilweise vorläufig bleibt, sollte im Rahmen eines systematisierten Vorgehens die Differenzialdiagnostik im Rahmen der erweiterten Diagnostik nach mangelhaftem Ansprechen auf Therapieversuche - also nach therapieresistentem Verlauf - wiederholt werden . Dies ist insbesondere bei progredienten Erkrankungen wie den Demenzen sinnvoll, deren Diagnose mit Fortschreiten der Erkrankung einfacher wird, oder bei Krankheiten, deren Symptome von vielen Patienten erst nach der Entwicklung ein

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