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Depressive Störungen über die Lebensspanne Ätiologie, Diagnostik und Therapie

  • Erscheinungsdatum: 15.11.2012
  • Verlag: Kohlhammer Verlag
eBook (ePUB)
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Depressive Störungen über die Lebensspanne

Depressive Störungen haben eine hohe Lebenszeitprävalenz. Bis in das Erwachsenenalter haben ca. 15-20% aller Menschen in westlichen Ländern eine depressive Episode durchgemacht. Der Band beleuchtet depressive Störungen interdisziplinär und praxisorientiert auf Basis aktueller Studien und fokussiert auf Risikofaktoren, Verlauf und Therapieansätze. Zudem wird die depressive Störung als Risikofaktor für die Entwicklung komorbider Störungen im Erwachsenenalter oder psychischer Störungen bei den eigenen Kindern diskutiert. Prof. Dr. med. Dr. theol. Christine M. Freitag, Direktorin der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters, Klinikum der J.W. Goethe-Universität, Frankfurt am Main. Prof. Dr. med. Arnd Barocka, Ärztlicher Direktor der Klinik Hohe Mark, Oberursel. PD Dr. med. Christoph Fehr, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik, Agaplesion Markus Krankenhaus, Frankfurt am Main. PD Dr. med. habil. Michael Grube, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie - Psychosomatik, Klinikum Frankfurt Höchst, Frankfurt am Main. Univ.-Prof. Dr. med. Harald Hampel, M. Sc., Professur für Psychiatrie, J.W. Goethe-Universität, Frankfurt am Main.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 218
    Erscheinungsdatum: 15.11.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783170274884
    Verlag: Kohlhammer Verlag
    Größe: 9314 kBytes
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Depressive Störungen über die Lebensspanne

II Ausgewählte Therapieansätze

6 Kognitiv-verhaltenstherapeutische Behandlung der wiederkehrenden Depression

Christine Hilling, Ulrich Stangier
Einleitung

Mit jeder erlebten Episode steigt das Rezidivrisiko (Keller & Boland 1998), sodass neben der Akutbehandlung auch eine Rückfallprophylaxe als besonders wichtig erscheint. Es lässt sich festhalten, dass depressive Störungen am häufigsten als rezidivierende Störungen auftreten.

In zahlreichen Studien zeigte sich, dass trotz medikamentöser Prophylaxe die Rückfallraten weiter hoch sind (Friedman et al. 2004). Aufgrund des teilweise hohen Nebenwirkungspotentials der Medikamente oder generellen Compliance-Problemen ist es demnach wichtig, auch geeignete psychotherapeutische Ansätze zur Rückfallprophylaxe zu finden, die alternativ zu oder in Kombination mit der medikamentösen Prophylaxe eingesetzt werden können. Aktuell liegen bereits viele verschiedene gut evaluierte und wirksame Therapieansätze vor, die im Weiteren vorgestellt werden sollen.
Erklärungsmodelle

Die Modelle zur Entstehung geben auch Hinweise darauf, welche Faktoren das Wiederauftreten der Depression erklären. Verschiedene psychologische und klinische Merkmale sind mit depressiven Rückfällen assoziiert. Zu den klinischen Risikofaktoren zählt zum einen das Alter des Betroffenen bei Erkrankungsbeginn. Ein niedriges Erstmanifestationsalter hängt mit der Schwere des Verlaufs der Störung zusammen (Gilman et al. 2003, Klein et al. 1999). Zu den klinischen Risikofaktoren zählt zum anderen die Anzahl der Rezidive in der Vorgeschichte des Patienten (Solomon et al. 2000). Je mehr Rezidive bereits in der Vergangenheit durchlebt wurden, desto kürzer ist die Zeit bis zur nächsten Episode. Wurde erst eine depressive Episode erlebt, dauerte es bis zum Rückfall ca. vier Jahre. Dagegen wurde bereits nach 1,5 Jahren eine erneute depressive Episode erlebt, wenn in der Vorgeschichte bereits vier Episoden aufgetreten waren (Keller & Boland 1998). Weiterhin wird neben der Anzahl der vorangegangenen depressiven Episoden auch die Anzahl der Residualsymptome, die nach den Rezidiven weiter bestehen, als Risikofaktor betrachtet (Judd et al. 2000).

Neben den klinischen werden auch psychologische Risikofaktoren benannt. In diesem Zusammenhang wird von kognitiver Vulnerabilität gesprochen. Dabei zeigen unterschiedliche Studien, dass das Vorliegen depressogener kognitiver Schemata, Hoffnungslosigkeit sowie dysfunktionale Einstellungen Prädiktoren für einen Rückfall darstellen (Lewinsohn et al. 1999, Alloy et al. 2000, Sheppard & Teasdale 2004). Teasdale (1988) beschreibt in seinem "differential activation model" den Zusammenhang dieser kognitiven Vulnerabilität und den Auslöser von depressiven Rezidiven. Dabei geht Teasdale (1988) in seinem Modell davon aus, dass es bei der Erstmanifestation zur Etablierung einer Assoziation zwischen negativer Informationsverarbeitung und depressiver Stimmung kommt. Dabei führen dann im Folgenden geringfügige Alltagsbelastungen und negative Stimmungen auch eine negative Informationsverarbeitung aus, was letztlich die depressive Stimmung verstärkt. Von Lewinsohn et al. (1999) wurde festgestellt, dass Erstmanifestationen mit der Anzahl negativer Lebensereignisse vorhergesagt werden, nicht jedoch Rezidive: Diese werden lediglich von negativen Stimmungen ausgelöst. Er schlussfolgert daraus, dass aufgrund häufiger Rezidive enge Assoziationen zwischen selektiv negativen Aufmerksamkeits- und Gedächtnisprozessen, Grübeln, dysfunktionalen Denkstilen und negativer Stimmung im Gedächtnis gespeichert werden, die dann alleine aufgrund von belastenden Emotionen aktiviert werden. Segal et al. (1999) konnten zudem beobachten, dass die Rezidivhäufigkeit durch kognitive Reaktivität auf negative Stimmungsinduktion vorhergesagt werden ko

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