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Die Heilkraft der Musik Einführung in die Musiktherapie

  • Erscheinungsdatum: 18.01.2016
  • Verlag: Verlag C.H.Beck
eBook (ePUB)
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Die Heilkraft der Musik

Wie arbeiten Musiktherapeuten? Wird nur Musik gehört oder auch gespielt und darüber gesprochen? Bei welchen Krankheiten hilft die Musiktherapie? Kann sie zur Selbsterfahrung eingesetzt werden? Antworten auf diese und zahlreiche weitere Fragen bietet dieses von praktizierenden Therapeuten erarbeitete Buch. Es beschreibt anhand von Fallbeispielen die Verfahren und Anwendungsgebiete, die Heilerfolge und schöpferischen Impulse der Musiktherapie. Übungen und Hörtips zeigen, wie der bewußte Umgang mit Musik bei der Lösung von Problemen im Alltag helfen kann. Werner Kraus, geb. 1955, ist nach seinem Studium der Kunstgeschichte und Rechtswissenschaft seit 1991 Kulturreferent im Verband der bayerischen Bezirke und engagiert sich besonders für die Kulturarbeit mit Kranken und Behinderten. Alle AutorInnen sind Musiktherapeuten, die über langjährige praktische Erfahrung in Klinik oder freier Praxis verfügen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 235
    Erscheinungsdatum: 18.01.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783406690518
    Verlag: Verlag C.H.Beck
    Größe: 2816 kBytes
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Die Heilkraft der Musik

II.

Wie arbeiten Musiktherapeuten?

Geschichte, Methoden und Anwendungsgebiete der Musiktherapie

Von Monika Nöcker-Ribaupierre


"Die Musik hat ihre eigene Kraft in sich. Musik ist eine Notwendigkeit für den Menschen, für seinen psychischen, aber auch seinen physischen Zustand. Musik hat Heilkraft für die Seele und den Körper. Musik eliminiert das Ablenkende und das Oberflächliche."

Rafael Kubelik

Die Geschichte der Musik ist untrennbar mit der Geschichte der Menschheit verbunden. Schon in den Darstellungen, die uns Kulturen der Frühzeit hinterlassen haben, sind Menschen mit Instrumenten zu sehen. Musik gehört von Anbeginn zur lebensnotwendigen kulturellen Umwelt, die sich der Mensch geschaffen hat. Sie steht mit den vielfältigsten Bereichen des Lebens in Verbindung: Musik ist in zeremonielle und kultische Handlungen eingebunden, in Heilungsrituale, in das Arbeitsleben, in die Politik - von der Nationalhymne bis zur Militärmusik - und in den Alltag. Es gibt Musik für bestimmte Lebensbereiche, wie Wiegenlieder oder Freizeitmusik, aktives Musizieren, den Besuch im Konzertsaal, wir erdulden sie als musikalische Reizüberflutung in Kaufhäusern oder Lokalen. Wir benutzen Musik als Stimulanz, zur Beruhigung, als Droge.

Musik begleitet den Menschen von seiner vorgeburtlichen Zeit bis zum Ende seines Lebens. Schon im Mutterleib ist das Kind vielfältigen Geräuschen und Klängen ausgesetzt. Es hört neben lauten akustischen Reizen von außen den mütterlichen Herzschlag viele Millionen Male, die Geräusche des Bauches und die Stimme der Mutter. Das Kind kann diese gleich nach der Geburt wiedererkennen und von anderen Stimmen unterscheiden. Auch dann, wenn ein Mensch nach einem schweren Unfall im Koma liegt oder sterben wird, sind es oft nur noch die Klänge von Musik oder vertrauten Stimmen, die ihn erreichen.

Musik war und ist bei vielen Völkergemeinschaften immer schon eng mit Heilmethoden verbunden - früher und in sogenannten primitiven Kulturen mit Ritualen verknüpft, bei uns heute als Medium in einem therapeutischen Prozeß. Musik besteht aus Rhythmus, Klang, Melodie, Harmonie, Geräuschen und der Stille dazwischen. Diese Anteile stehen zueinander in Beziehung und berühren in ihrer Gesamtheit den Menschen. Dabei vermag Musik tiefste vorgeburtliche und vorsprachliche Schichten anzurühren, Vorstellungen, Bilder und Assoziationen freizusetzen, Gefühle zuzulassen und zu verändern. Die englische Musiktherapeutin Mary Priestley beschreibt dies so: "Musik vermag einerseits seelisches Chaos zu strukturieren und einer dynamisch-lebendigen, geordneten Gestalt zuzuführen, und sie vermag andrerseits, lahmgelegte Energien aus den starren Ketten des Zwanges und der Angst zu befreien und zu neuem Leben zu entbinden."[ 1 ]

Musiktherapie ist ein kommunikatives und interaktives Geschehen. Auf der Basis unterschiedlicher theoretischer Grundlagen und psychotherapeutischer Methoden gibt es verschiedenste Formen von Musiktherapie. Diese stehen im Zusammenhang mit dem jeweiligen Menschenbild des Therapeuten und seinem Verständnis von der Krankheit, der Störung und dem Leid des Patienten sowie dessen Musikverständnis.
Geschichte der Musiktherapie

Die überlieferte Geschichte der Musiktherapie beginnt im Alten Testament mit der Vertreibung des bösen Geistes, der über König Saul gekommen war, durch Davids Lautenspiel (1. Samuel 16, 16). Der Gebrauch von Musik in der Heilkunde wandelt sich mit den kulturellen Veränderungen durch die Jahrhunderte (siehe S. 13ff.).

Ich beschränke mich auf einen Überblick über die neuere Geschichte der Musiktherapie, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts beginnt, und auf die Methoden, die sich vor allem in den letzten vierzig Jahren in Deutschland entwickelt haben.

Gegen Ende des letzten Jahrhunderts entstand unt

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