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Die Kunst und Wissenschaft der Psychotherapie

  • Verlag: Verlag Hans Huber
eBook (PDF)
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Die Kunst und Wissenschaft der Psychotherapie

Besser als jedes Lehrbuch es vermöchte, spiegelt dieses Buch den aktuellen Diskurs in der wissenschaftlichen Psychotherapie aus einer entspannten Haltung heraus wider. Die Herausgeber versammeln darin die Texte internationaler Experten aus Europa und den USA. Es geht in diesem Band um Beziehungen, Einsicht, "Responsiveness" oder die neurobiologische Begründung der Psychotherapie. Einzelne Beiträge sind stark inhaltlich geprägt, andere greifen spezifische aktuelle Thematiken auf. Andere wiederum führen den aufmerksamen Leser zu einer Reflexion des heutigen positivistisch geprägten Wissenschaftsbetriebs. Auch bezüglich konkreter therapeutischer Überlegungen gibt es eine Vielzahl von Beiträgen, etwa zur Spiel- und Motivebene oder zur Psychotherapie via Internet.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 262
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783456952239
    Verlag: Verlag Hans Huber
    Größe: 2021 kBytes
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Die Kunst und Wissenschaft der Psychotherapie

System zu verstehen, wenn verschiedene Regelkreise miteinander in Interaktion treten, sich gegenseitig überwachen und steuern. So ist beispielsweise der Wach-Schlaf-Zyklus ein Beispiel eines globalen Regelkreises, der dafür sorgt, dass im Schlaf genügend Regeneration stattfindet. Für die Einhaltung des zirkadianen Rhythmus sorgen interne Kontrollmechanismen (über hormonelle Wege) wie auch externe Kontrollmechanismen (Sonnenlicht und andere Umweltfaktoren). Das Ganze ist komplexer, als sich dies hier darstellen lässt. Das Beispiel zeigt aber, dass es Kontrollmechanismen braucht, welche das Überleben in einem ökologischen Kontext sichern. Sie haben in der Regel einen adaptiven Wert und gewähren den einzelnen Regelkreisen einen Spielraum, der je nach Umweltanforderungen ("affordances" nach James Jerome Gibson, 1904-1979; Gibson, 1977) und internen Systemanforderungen zu mehr oder weniger Produktion eines bestimmten Stoffes (Proteine, Hormone, Immunglobuline etc.) führt. Wenn im Störungsfall ein Organ (als Produktionsstätte eines Regelkreisstoffes) auf einmal nicht mehr systemgerecht gesteuert werden kann (meist sind Kontrollmechanismen redundant aufgebaut und können sich vielfach ersetzen), so hat das fatale Auswirkungen nicht nur auf den einzelnen spezifischen Regelkreis, sondern auf alle Regelkreise, die damit interagieren. Durch die unzähligen Interaktionen ist ein solches System zwar einerseits hyperstabil, ein einzelner Störungsfall kann in der Regel ausgeglichen werden. Chronische Störungen führen jedoch langfristig zu einem Systemkollaps. Kontrollprozesse sind so ausgelegt, dass sie ein System innerhalb eines (vor)bestimmten Bereichs halten, ähnlich wie ein Thermostat, der für angenehme Raumtemperaturen sorgt und die Heizung aktiviert, wenn diese unter 20 Grad fällt, und die Heizung deaktiviert, wenn die Raumtemperatur 23 Grad überschreitet. Falls Regelkreise selbst Kontrollparameter für andere Regelkreise sind, wie dies in biologischen Systemen der Fall ist, sind aber auch Prozesse denkbar, die sich gegenseitig aufschaukeln: Das vermehrte Vorhandensein von A führt zu vermehrter Produktion von B, das möglicherweise über die Prozesse C, D usw. wiederum mit A als Kontrollprozess verkoppelt ist und den Spiegel von A weiter ansteigen lässt. Solche als systemische Erkrankungen bezeichnete Störungen, zu denen beispielsweise Stoffwechselstörungen gehören, führen langfristig zum Tod des Organismus.

Dem Ansatz der emotionalen Regulationsprozesse liegt eine informationstheoretische Konzeption zugrunde, die Regelprozesse dynamisch begreift und Homöostase (Gleichgewichtserhaltung) voraussetzt (Znoj, 2002). Störungen eines (Fließ-) Gleichgewichtes werden solange innerhalb eines Systemzustandes ausreguliert, als dies im System selbst angelegt ist (Carver & Scheier, 1998). Ist die Störung größer, als dies eine existierende Struktur nicht ohne Strukturverletzung absorbieren kann, gibt es zwei Möglichkeiten: Die Aufgabe der Struktur oder einer Teilstruktur oder die Weiterentwicklung hin zu einer komplexeren (auch "pathologischen") Struktur. Rosen & Schulkin (1998) zeigten, dass der Schritt von normaler zu pathologischer Angst dadurch zustande kommt, dass in den zentralen neuronalen Bereichen, in der Amygdala und angrenzenden Arealen, durch biologische Veränderungen die Schwelle der Ansprechbarkeit auf emotionale Stimuli gesenkt wird. Dadurch ergibt sich eine Hyperreagibilität, die wiederum das gesamte System beeinflusst. Gründe für eine niedrige Schwelle können frühere stressreiche Erfahrungen oder genetische Dispositionen sein. Menschen, die ein psychisches Trauma erlitten haben, zeigen eine erhöhte Schreckreaktion. Gleichzeitig zeigen scheue Kinder (als genetische Disposition) ein erhöhtes Erregungsniveau und - damit verbunden - gehemmte Verhaltensweisen. Hohe endokrine Ausschüttungen in kritischen Phasen der Entwicklung können bleibende Auswirkungen auf die Gehirnentwicklung und das Verh

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