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Die Rebellion der inneren Kinder Eine tiefenpsychologische Gesellschaftsanalyse von Schubert, Maria (eBook)

  • Verlag: TWENTYSIX
eBook (ePUB)
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Die Rebellion der inneren Kinder

Warum nur verhalten wir Menschen uns oft so zerstörerisch? Warum konsumieren wir so exzessiv und interessieren uns so wenig für die Schäden, die wir damit anrichten? Warum nehmen wir Armut, Ausgrenzung und soziale Ungerechtigkeit so unberührt hin, solange sie uns nicht selbst betreffen? Warum sind unsere sozialen Beziehungen so häufig geprägt von Manipulationen und Machtkämpfen? Liegt das einfach in der Natur des Menschen? Dieses Buch sagt: Nein. In unseren Gesellschaften tobt ein unsichtbarer Aufstand - die Rebellion der inneren Kinder. Tiefgreifende Konflikte zwischen Gefühl und Verstand bestimmen den Menschen und sein Zusammenleben. Um die vielen ökologischen und sozialen Probleme der Gegenwart nachhaltig lösen zu können, sollten wir uns zuallererst mit uns selbst versöhnen. Ich wurde 1989 in Stralsund geboren. Seit 2008 lebe ich in Halle (Saale) und studiere Südasienkunde und Politikwissenschaft. Neben meinem Studium beschäftige ich mich mit psychologischen, philosophischen und gesellschaftskritischen Themen und setze mich für einen auf Selbstfürsorge und Eigenverantwortung beruhenden Individualismus ein. Weitere Informationen zu mir und meiner Philosophie finden Sie unter www.mariaschubert.de

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 280
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783740701819
    Verlag: TWENTYSIX
    Größe: 424 kBytes
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Die Rebellion der inneren Kinder

2. Die innere Beziehung

"Jeder Mensch ist eine einzigartige Erzählung,

die fortwährend und unbewusst durch ihn und in ihm entsteht."

OLIVER SACKS
2.1 Das Unbewusste: Was wissen wir eigentlich von uns?

Ich hatte das erste Kapitel damit begonnen, dass ich unserem Wissen über die Welt und uns selbst skeptisch gegenüber stehe. Ich hatte gesagt, dass ich die Ansicht vertrete, dass letztlich alles an unserer Wahrnehmung hängt. Dass es keine Gewissheit gibt, dass die Dinge so sind, wie wir sie betrachten. Hier werde ich nun etwas genauer erklären, warum ich derart skeptisch bin. Es geht um das Unbewusste.

Als Freud das Unbewusste einführte, schrieb er dazu folgendes: "Die Berechtigung, ein unbewusstes Seelisches anzunehmen und mit dieser Annahme wissenschaftlich zu arbeiten, wird uns von vielen Seiten bestritten. Wir können dagegen anführen, dass die Annahme des Unbewussten notwendig und legitim ist und dass wir für die Existenz des Unbewussten mehrfache Beweise besitzen. Sie ist notwendig, weil die Daten des Bewusstseins in hohem Grade lückenhaft sind; sowohl bei Gesunden als bei Kranken kommen häufig psychische Akte vor, welche zu ihrer Erklärung andere Akte voraussetzen, für die aber das Bewusstsein nicht zeugt. Solche Akte sind nicht nur die Fehlhandlungen und die Träume bei Gesunden, alles, was man psychische Symptome und Zwangserscheinungen heißt, bei Kranken - unsere persönlichste tägliche Erfahrung macht uns mit Einfällen bekannt, deren Herkunft wir nicht kennen, und mit Denkresultaten, deren Ausarbeitung uns verborgen geblieben ist. Alle diese bewussten Akte blieben zusammenhanglos und unverständlich, wenn wir den Anspruch festhalten wollen, dass wir auch alles durchs Bewusstsein erfahren müssen, was an seelischen Akten in uns vorgeht, und ordnen sich in einen aufzeigbaren Zusammenhang ein, wenn wir die erschlossenen unbewussten Akte interpolieren." 12 Mit anderen Worten: Manches, was der Mensch denkt, fühlt und tut, scheint keinen Sinn zu ergeben und wird erst dann nachvollziehbar, wenn man ihm ein unbewusstes Seelenleben unterstellt.

Freud machte sich mit seinem Konzept des Unbewussten bei vielen seiner Kollegen nicht gerade beliebt. Wie konnte Freud es wagen, der intelligentesten Spezies auf diesem Planeten zu unterstellen, sie würde nicht wissen, was in ihr vorgeht? Wie konnte er sich anmaßen zu behaupten, dass unsere Psyche ein Eigenleben führt? Das ist doch völliger Unsinn. Das Unbewusste galt - wie die Psychoanalyse insgesamt - in einigen Kreisen als unwissenschaftlich und unhaltbar.

Aber wie das ja oft so ist mit revolutionären Ideen: Sie stellen sich irgendwann als richtig heraus. In der wissenschaftlichen Psychologie wird seit einigen Jahren mit modernsten Forschungsmethoden nachgewiesen, dass uns von unseren eigenen psychischen Vorgängen nur ein Teil bewusst ist. Es wurden und werden zahlreiche Experimente durchgeführt, um herauszufinden, wie wir uns selbst und unsere Umgebung wahrnehmen. Das Priming 13 dürfte dabei der Klassiker sein. Dabei hat sich herausgestellt, dass wir alles Mögliche unbewusst - wissenschaftliche Psychologen bevorzugen Begriffe wie "subkognitiv" oder "subliminal" - verarbeiten. Freud hatte Recht. Nicht unbedingt mit der Beschaffenheit des Unbewussten, aber mit dem Konstrukt an sich. Nicht zuletzt deshalb hat sich Freud den Platz unter den großen Denkern der Menschheit redlich verdient.

Was ist das Unbewusste, und noch wichtiger, warum ist es für das Verständnis der menschlichen Psychologie so unverzichtbar? Ich werde die tiefenpsychologische Perspektive mal außen vor lassen und das Ganze naturwissenschaftlich betrachten.

Der Mensch ist ein komplexer Organismus, der sich im Laufe der Evolution bestmöglich an seine Umgebung angepasst hat. Wir besitzen verschiedene Sinnesorgane, um unseren Zustand und den Zustand der Umgebung zu erfassen

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