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Die Sprache der Giraffen Zur Qualität zwischenmenschlicher Beziehungen. Wie die GFK Ihr Leben verändern kann von Bitschnau, Karoline I. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.12.2014
  • Verlag: Junfermann
eBook (PDF)
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Die Sprache der Giraffen

Es gibt viel theoretisches Wissen über Kommunikation. Aber wie kann dieses Wissen in eine breite Praxis integriert und umgesetzt werden? Trotz aller Modelle und Theorien lässt sich eine stetige Zunahme an Gewalt und damit Nicht-Verständigung verzeichnen. Auf der Suche nach einem Modell, das gleichsam praxistauglich ist, lernte die Autorin die Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall Rosenberg kennen. Im vorliegenden Buch, einer überarbeiteten Fassung ihrer Dissertation, erörtert Karoline Bitschnau u.a., wie die Gewaltfreie Kommunikation die Reflexions- und Konfliktfähigkeit erweitern kann und inwieweit eigene Entwicklungsprozesse bewusst gestaltet werden können. Sie beschäftigt sich mit den gesundheitsfördernden Effekten emotionaler und sozialer Kompetenz und damit, wie Menschen zu einer erweiterten Handlungsfähigkeit gelangen und ihr Leben so immer bewusster gestalten können. Dieses Buch bietet u.a. grundlegende Einblicke in jene bewährten Konzepte und Modelle, die die Basis für eine Gewaltfreie Kommunikation darstellen sowie spezifisches Wissen darüber, wie soziale Kompetenzen erweitert und gefördert werden können. Dr. phil. Karoline Bitschnau ist Erziehungswissenschaftlerin, Lebens- und Sozialberaterin, Lehrbeauftragte verschiedener Universitäten, Trainerin für Kommunikation, Rhetorik und Konfliktmanagement. Weitere Arbeitsschwerpunkte: Coaching, psychosoziale Gesundheit und soziale Kompetenz.

Produktinformationen

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Die Sprache der Giraffen

1. Einleitung

Pädagogische Wissenschaft fragt danach, wie Menschen einer bestimmten Gesellschaft und Kultur werden, was sie geworden sind. Eine weitere Frage ist, wie Individuen sich und ihre Umstände verändern können und was sie lernen müssen, um einem Ideal des Menschseins näher zu kommen.

Es geht in dieser Arbeit um die Möglichkeit von Veränderungen speziell im Bereich der sozialen Kompetenz als möglicher pädagogischer Schlüsselkompetenz. Dazu gehört die Fähigkeit, konstruktiv mit Konflikten umzugehen und tragende, sich gegenseitig stärkende soziale Beziehungen zu gestalten. Dies wird gerade im Hinblick auf einen von Zukunftsforschern prognostizierten Innovationsschub wichtig, der nach Opaschowski (2002) im Wesentlichen davon abhängt, dass künftig die gesellschaftlich weichen Faktoren mehr und besser genutzt werden. Darunter werden die Kompetenzen im Umgang mit Menschen verstanden, Kreativität, Motivation, Verantwortungsgefühl und vor allem die Bereitschaft, sich für eine Sache einzusetzen. Im Zentrum stehen für die Zukunftsforscher ein gesellschaftlicher Bedarf an ganzheitlicher Gesundheit (körperliche, seelische, ökologische und soziale Gesundheit), an Beziehungskompetenz sowie die Suche nach Sinn. Denn die gesellschaftliche Zukunft hängt zum Teil auch davon ab, wie eine Balance zwischen Wohlstand und Wohlbefinden gefunden werden kann. Menschen wünschen sich mehr soziale Geborgenheit, und soziale Kompetenzen werden immer wichtiger (vgl. dazu Nefiodow 1999; Opaschowski 2002, 2006; Opaschowski/Zellmann 2005).

Mit der Frage, wie das möglich sei, befassen sich unterschiedlichste Modelle. So auch das der Gewaltfreien Kommunikation. Marshall Rosenberg geht der Frage nach, wie man Gewalt vermeiden kann, wie Menschen friedfertiger werden und ein sinnerfülltes Leben führen können. Es soll daher untersucht werden, inwiefern ein Kommunikations- und Konfliktlösungsmodell wie die Gewaltfreie Kommunikation obige Aspekte berücksichtigt und geeignet ist, soziale Kompetenzen und eine salutogene Orientierung im Sinne Antonovskys (1997) zu fördern. Rosenberg geht es weniger um die Wissenschaft, ihm geht es um eine Praxis, wie das Ideal von "humanem Leben" in alltäglichen Situationen gelebt werden kann, wie es Jantzen (1992, S. 12) auch in der Behindertenpädagogik fordert. Rosenberg weist immer wieder darauf hin, dass die Gewaltfreie Kommunikation letztlich als Werkzeug dient, um menschliche Begegnung möglich zu machen und gleichzeitig gesellschaftliche Strukturen zu verändern. In diesem Sinne ist sein wichtigster Begriff "Social Change", und er begreift Gewaltfreie Kommunikation (auch) als politisches Handeln.

"Ich begreife es einerseits als unsere Aufgabe, uns selbst und unser persönliches Umfeld von der Gewalt in unserer Sprache und in unserem Denken zu befreien. Und andererseits ist es unsere Aufgabe, die Machtstrukturen zu verändern, die uns überhaupt erst so konditioniert haben und die immerfort das Unglück produzieren, das wir bekämpfen" (Rosenberg 2004c, S. 133).

Meine Frage ist nun, wie Rosenberg Gewalt definiert, wie unser Denken und unsere Sprache von dieser Gewalt befreit werden könnten, wie nach ihm gesellschaftliche Machtstrukturen verändert werden könnten und inwieweit es einen Zusammenhang zwischen individueller und gesellschaftlicher Veränderung gibt. Das sind natürlich keine neuen Fragen. Schon feministische Forscherinnen, deren Ziel ebenfalls eine Veränderung gesellschaftlicher Machtstrukturen war, wiesen auf den engen Zusammenhang von Selbstveränderung und Gesellschaftsveränderung hin. Auch ihnen geht es um Selbstbefreiung durch Selbstveränderung und dadurch Veränderung bestehende

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