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Die Wissenschaft der Achtsamkeit von Tang, Yi-Yuan (eBook)

  • Verlag: Junfermann
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Die Wissenschaft der Achtsamkeit

Die neurowissenschaftliche Erforschung der Achtsamkeit Trotz ihrer langen Geschichte ist wenig über die neurophysiologischen Prozesse bekannt, die beim Meditieren ablaufen. Der Achtsamkeitsmeditation wurde in der psychologischen und neurowissenschaftlichen Forschung bislang die größte Aufmerksamkeit zuteil. Dieses Buch gibt einen prägnanten Überblick über die Studienergebnisse und zeigt auf, wie Achtsamkeitstraining die mentale Aktivität verbessern und die neuronalen Verbindungen im Gehirn ebenso beeinflussen kann wie Prozesse im Körper. Im Fokus stehen dabei vor allem die Aspekte Aufmerksamkeitskontrolle, Emotionsregulation und Selbstbewusstheit. Die Anwendung von Achtsamkeit im Bildungs- und Gesundheitsbereich sowie bei psychischen Störungen ist ebenso Gegenstand der vorgestellten Studien wie effektive Stressbewältigung und Voraussetzungen für eine gelungene Achtsamkeitspraxis. Yi-Yuan Tang führt auch aus, dass die Wirksamkeit von Meditationstraining zwischen Individuen schwankt, und liefert eine Orientierung in Bezug darauf, wer am wahrscheinlichsten davon profitieren dürfte. Yi-Yuan Tang ist Professor mit einem Stiftungslehrstuhl für Neurowissenschaften an der Texas Tech University (Lubbock, USA), wo er außerdem in den Bereichen Psychologie und Medizin lehrt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 128
    Sprache: Englisch
    ISBN: 9783955718497
    Verlag: Junfermann
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Die Wissenschaft der Achtsamkeit

2. Mechanismen der Achtsamkeitsmeditation im Gehirn

2.1 Schlüsselmechanismen der Achtsamkeitsmeditation

In jüngerer Zeit wurden jährlich über 500 Arbeiten zur Achtsamkeitsmeditation veröffentlicht. Laut den neuesten neurowissenschaftlichen Befunden beinhaltet Achtsamkeitsmeditation mindestens drei Komponenten, die eng zusammenarbeiten, um einen Prozess hervorzubringen, der mit gesteigerter Selbst regulation oder Selbstkontrolle einhergeht: gesteigerte Aufmerksamkeitskontrolle, verbesserte Emotionsregulation und veränderte Selbstbewusstheit (Tang et al., 2015; Hölzel et al., 2011).

Der Begriff Aufmerksamkeit skontrolle bezieht sich auf die Fähigkeit zur lang andauernden Konzentration auf ein Objekt oder Ziel (etwa Atmung oder eine Empfindung) während der Achtsamkeitsübung und beansprucht oft Aufmerksamkeitsnetzwerke, die für Aufmerksamkeitsaktivierung, Aufmerksamkeitsausrichtung oder exekutive Kontrolle verantwortlich sind. Aufmerksamkeitskontrolle umfasst in den frühen Phasen der Achtsamkeitspraxis explizite Prozesse mit bewusster Kontrolle und Anstrengung, aber mit zunehmender Erfahrung kann der Meditierende später auch mit weniger Anstrengung auskommen oder sogar eine anstrengungslose Art der Aufrechterhaltung von Konzentration und Bewusstheit wählen. Darüber hinaus trainiert Achtsamkeitspraxis eine einzigartige Form von Aufmerksamkeit, die auf den gegenwärtigen Moment gerichtet ist, sodass negative affektive Erfahrungen durch das Einnehmen einer nichturteilenden und akzeptierenden Haltung abgemildert werden können (Tang & Tang, 2015a, b).

Emotionsregulation bezeichnet die impliziten und expliziten Strategien, die beeinflussen können, welche Emotionen aufkommen und wann sie dies tun, wie lange sie anhalten und wie sie erlebt und zum Ausdruck gebracht werden. Emotionsregulation wird benötigt, um mit dem Erleben von Langeweile und negativen Stimmungslagen während der Achtsamkeitsübung umzugehen. Wenn der Praktizierende bereits geübt ist, kommen positive Emotionen auf, die mit dem subjektiven Erleben von Freude und Wohlbefinden assoziiert sind. Diese können dabei helfen, die Aufmerksamkeit und den meditativen Zustand aufrechtzuerhalten, und unterstützen so die mentalen Prozesse der Meditation (Tang & Tang, 2015b).

Selbst bewusstheit wird oft als Bezeichnung für die Bewusstheit des "Selbst" als Gegenstand der Aufmerksamkeit verwendet. Somit ist Selbstbewusstheit eine Form der sogenannten Metabewusstheit, also der kognitiven Funktion, sich eigener mentaler Verarbeitungsprozesse oder Bewusstseinsprozesse bewusst zu sein. Während der Achtsamkeitsmeditation sind wir uns unseres eigenen inneren körperlichen Zustandes (aufgrund von Interozeption) ebenso bewusst wie unseres eigenen mentalen Zustandes (durch Metabewusstheit unseres Bewusstseins), und zwar in einer gleichmütigen Weise (Tang et al., 2015). In der Folge davon verschmelzen unser Selbst und unsere Umgebung allmählich zu einer einzigen nahtlosen Erfahrung (beziehungsweise lösen sich zu dieser auf). Selbstbewusstheit durch Achtsamkeitspraxis kann helfen, das Individuum von seinem eigenen Denken und seinen eigenen Denkprozessen zu distanzieren, was im Gegenzug Offenheit gegenüber eigenen Gedanken, Emotionen und Empfindungen und Akzeptanz derselben ermöglicht (Tang et al., 2015; Tang & Tang, 2015b). Ohne Metabewusstheit des Selbst hingegen werden wir zwangsläufig ein Teil von dem, was wir erleben, wie etwa Empfindungen, Emotionen und Gedanken. Im Folgenden erörtern wir Gehirnregionen, die für die drei genannten Komponenten der Achtsamkeitsmeditation von entscheidender Bedeutung sind.
2.2 Gehirnregionen, die mit der Aufmerksamkeitskontrolle während der Achtsamkeit in Zusammenhang stehen

Studien mit bildgebenden Verfahren zeigen, dass die Gehirnregionen, die an der Aufmerksamkeitskontrolle beteiligt sin

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