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Differentielle Psychologie und Persönlichkeitsforschung

  • Erscheinungsdatum: 08.06.2016
  • Verlag: Kohlhammer Verlag
eBook (PDF)
43,99 €
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Differentielle Psychologie und Persönlichkeitsforschung

Die 8. Auflage des klassischen Lehrbuchs der Differentiellen Psychologie und Persönlichkeitsforschung, begründet von Manfred Amelang und Dieter Bartussek, ergänzt die umfassend neu strukturierte und aktualisierte 7. Auflage um Einleitungen in jedem Kapitel und um Zusammenfassungen nach jedem Unterkapitel. Außerdem wurde das Sachverzeichnis überarbeitet. Damit ist das Lehrbuch noch studienfreundlicher geworden. Das Buch ist der verlässliche Begleiter für das Gesamtgebiet der empirischen Persönlichkeitspsychologie. Es behandelt Grundlagen und Forschungsmethoden, interindividuelle Unterschiede im Leistungs- und Persönlichkeitsbereich sowie ihre Determinanten und Auswirkungen. Damit legt das Buch eine integrative Grundlage für alle Anwendungsfächer der Psychologie. Es enthält Lesepläne für ein 2-, 3- und 4-SWS-Curriculum im Bachelor- und Masterbereich. Alle Abbildungen und ein Lernprogramm mit prüfungsrelevanten Fragen und Antworten zum Selbststudium stehen als Download zur Verfügung. 'Seit ihrem erstmaligen Erscheinen im Jahre 1981 gilt die 'Differentielle Psychologie und Persönlichkeitsforschung' im deutschen Sprachraum als das Referenzwerk für Lehre und Prüfung an den Universitäten und Hochschulen.' (Prof. em. Dr. Alois Angleitner) Prof. Dr. Gerhard Stemmler, Universität Marburg; Prof. Dr. Dirk Hagemann und Prof. em. Dr. Manfred Amelang, Universität Heidelberg; Prof. Dr. Frank M. Spinath, Universität des Saarlandes.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 694
    Erscheinungsdatum: 08.06.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783170257221
    Verlag: Kohlhammer Verlag
    Größe: 9293 kBytes
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Differentielle Psychologie und Persönlichkeitsforschung

1 Grundlagen


Womit befasst sich die Differentielle Psychologie? Was versteht man unter Persönlichkeit? Um diese grundlegenden Fragen geht es in diesem einleitenden Kapitel. Zunächst besprechen wir, welche Bedeutung interindividuelle Unterschiede in physischen und psychischen Merkmalen haben und warum deren Erforschung psychologisch relevant ist (1.1). Sodann fragen wir, wie groß interindividuelle Unterschiede bei Menschen und bei Tieren sind und wie die betrachteten Merkmale in einer Population verteilt sind (1.2). Der Frage der Bedeutung von interindividuellen Unterschieden wird in einem geschichtlichen Exkurs vertiefend nachgegangen. Hier wird schnell deutlich, dass es immer auch um die Messung von psychischen Merkmalen geht, was im Bereich der Persönlichkeit von unterschiedlichen Konzepten oder Perspektiven aus geschehen ist (1.3). Die Erläuterung der Aufgaben der Differentiellen Psychologie führt direkt zu der Frage ihrer Abgrenzung von der Allgemeinen Psychologie (1.4). Schließlich werden zentrale Begriffe - von "Variablen" über "Konstrukte" bis zu "Persönlichkeit" (1.5) - und inhaltliche Konzepte wie Verhaltensgewohnheiten, Dispositionseigenschaften und Verhaltensvorhersage sowie Zustände und Typen besprochen (1.6).
1.1 Einführung

Wie jede Alltagserfahrung lehrt, ist die Unterscheidbarkeit von Individuen eine der Grundtatsachen des Lebens überhaupt. Die individuellen Besonderheiten sind bereits unmittelbar nach der Geburt offenkundig und verstärken sich mit zunehmender Reifung. Keiner ist dem anderen gleich in Aussehen, Gestik, Mimik und Auftreten, in Denkweise, Meinungen und Einstellungen, in Sprache und Verhalten. Jeder reagiert in einer ihm eigenen Weise auf seine Umwelt und die Mitmenschen.

Selbst wenn zwischen mehreren Personen gewisse Übereinstimmungen bestehen, gelten diese allenfalls für eng umschriebene Charakteristika. Die Besonderheit der Person wird hingegen in der spezifischen Kombination der Merkmale erkennbar. Selbst wenn man nur ein Merkmal betrachtet, so gilt einem alten Sprichwort zufolge, dass Gleiches, von Verschiedenen getan, doch nicht dasselbe sein muss. Damit wird auf die spezifischen Beweggründe für Verhalten oder auf die nicht exakt wiederholbare situative Einbindung des Verhaltens abgehoben und die Einheit und Unverwechselbarkeit der Person unterstrichen.

Seit alters her sind die individuellen Besonderheiten beobachtet und registriert worden. Sie liefern das Material für Literatur, Schauspiel oder bildende Kunst, wo immer wieder das Charakteristische einzelner Menschen akribisch herausgearbeitet worden ist.

Erhebliche Bedeutung haben die individuellen Eigenarten für das soziale Gefüge. Die differenzierte Leistungsgesellschaft etwa ist eine Folge der Auffassung, dass nicht alle Mitglieder einer Gesellschaft alle anfallenden Aufgaben gleich gut bewältigen können, weshalb sich eine gezielte Platzierung von Personen anbietet. Qualifikationsmerkmale von Personen sollten möglichst gut mit den Anforderungen von Aufgaben zur Deckung kommen. Konstitutiver Bestandteil der Leistungsgesellschaft ist ein Bildungssystem, das eine unterschiedliche Lernfähigkeit und Schulbarkeit seiner Bürger unterstellt und für diese von Sonderschulen bis zu Universitäten zahlreiche Bildungseinrichtungen bereithält, die darüber hinaus noch beträchtliche Binnengliederungen vorsehen. Auf weite Strecken lebt zudem die Wirtschaft von den unterschiedlichen Ansprüchen der Menschen, indem sie für eine große Produktvielfalt sorgt.

Nur auf den ersten Blick mag es demgegenüber paradox anmuten, wenn in der Geschichte immer wieder Gleichheit der Menschen eingefordert wurde, wie in der Unabhängigkeitserklärung der USA ("All men are created equal"), dem Ideal der Französischen Revolution ("Liberté, Egalité, Fr

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