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Dissoziation bei traumatisierten Kindern und Jugendlichen Grundlagen, klinische Fälle und Strategien

  • Erscheinungsdatum: 24.03.2014
  • Verlag: Klett-Cotta
eBook (ePUB)
35,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
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Dissoziation bei traumatisierten Kindern und Jugendlichen

Das Buch erläutert plausibel und praxisnah, wie selbst mit schweren dissoziativen Störungen bei Kindern und Jugendlichen erfolgreich gearbeitet werden kann. Es liefert eine Fülle an Wissen und klinischer Expertise für die konkrete therapeutische Arbeit. In sieben ausführlichen Fallbeschreibungen legen die AutorInnen, allesamt ausgewiesene Fachleute, die theoretischen Grundlagen dar, auf denen sie arbeiten, und teilen ihre Gedanken mit dem Leser. Sie berichten von den Herausforderungen, denen sie in ihrer Arbeit begegnen und erklären, warum sie bestimmte therapeutische Entscheidungen treffen. Der Leser erhält so nachvollziehbare und praxisnahe Anregungen für sein eigenes Vorgehen. Das Buch liefert eine ausführliche Auseinandersetzung mit den aktuellen Dissoziationsmodellen. Praxisnah zeigt es dem Leser, wie sich diese Theorien in die Praxis übertragen lassen: Wer mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen arbeitet, braucht dieses Buch.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 380
    Erscheinungsdatum: 24.03.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783608106886
    Verlag: Klett-Cotta
    Größe: 4857 kBytes
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Dissoziation bei traumatisierten Kindern und Jugendlichen

Einleitung

Als ich meinen zweiten Fortbildungskurs zur Diagnostik und zur Behandlung von komplextraumatisierten/dissoziativen Kindern und Jugendlichen vorbereitete (der von der ISSTD gesponsert wird), dachte ich mir: "Wunderbar, wir verdoppeln die Anzahl der Kindertherapeuten in British Columbia, Kanada, die auf dissoziative Kinder spezialisiert sind." Mein zweiter Gedanke war: "Wie armselig – wir kommen von 15 auf 30 ." Mittlerweile sind wir bei 60 und in einem weiteren Jahr vielleicht bei 90 , und das ist immer noch armselig. Das sind 90 von weit über 1000 Therapeuten in einem kleinen Teil Kanadas. Der Fortbildungskurs wurde 2009 in Schweden, den Niederlanden, England, den USA und Kanada angeboten, eine spannende Entwicklung. Andere Fortbildungskurse werden in so verschiedenen Ländern wie Argentinien, Südafrika, Irland, Neuseeland und Estland angeboten. Trotzdem beläuft sich die Anzahl der Kinder- und Jugendtherapeuten, die auf Trauma und Dissoziation spezialisiert sind, nach wie vor auf Hunderte, während es vermutlich Hunderttausende Therapeuten gibt, die mit traumatisierten und dissoziativen Kindern und Jugendlichen arbeiten . Ich dachte mir, es muss einen Weg geben, wie man Therapeuten erreichen kann, die keine tagelangen Workshops besuchen können. Die gebräuchlichste Methode, um Wissen zu verbreiten, sind Bücher und heute auch das Internet. Ich musste wieder an die Kurse denken, die ich abhielt: Die Therapeuten hatten mit Abstand am häufigsten rückgemeldet, dass es die Fallbeispiele waren, die sie am hilfreichsten fanden. Das anschauliche Erzählen von dem, was in der Therapie zwischen mir und dem Kind oder Jugendlichen geschah und von meinen Gedanken dabei. Konzeptuell zu verstehen, was Dissoziation ist, kann hilfreich und notwendig sein; um sich aber bereit zu fühlen, den Therapieraum zu betreten und mit diesen Kindern und Jugendlichen zu arbeiten, muss man die therapeutische Dynamik erleben . Aus dieser inneren Debatte zwischen meinem entmutigten Selbstanteil und meinem Problemlöse-Selbstanteil ist die Idee zu diesem Buch entstanden, das den Lesern nicht nur die Grundlagen der Dissoziation vermittelt, sondern ihnen auch Einblicke in reale Therapiesitzungen und in die Gedanken der behandelnden Therapeuten ermöglicht.

Der erste dokumentierte Fall eines unverkennbar dissoziativen Kindes (dissoziative Identitätsstörung in der Kindheit) war der eines elfjährigen Mädchens, dessen Behandlung (Hypnotherapie) 1840 von Prosper Despine beschrieben wurde (engl. Übersetzung McKeown & Fine, 2008 ). Leider erregte dieser Fall keine große Aufmerksamkeit, zudem kann die kindliche Dissoziation leicht mit anderen Diagnosen verwechselt werden (wie es in Kapitel 1 diskutiert wird), und so tauchte das Thema der kindlichen Dissoziation für die nächsten 140 Jahre in der Literatur nicht mehr auf. In den 1970 er Jahren suchte Dr. Richard Kluft, einer der frühen Pioniere der Diagnostik und Behandlung von dissoziativen Störungen, nach Fällen von Dissoziation in der Kindheit. Er glaubte, dass man den damals beliebten Vorwurf, dissoziative Anteile seien von Therapeuten hergestellt und nicht die innere Realität eines hochgestressten Individuums, erfolgreich entkräften könne, wenn man die Existenz von Dissoziation bei traumatisierten Kindern belegt (Kluft, persönliche Mitteilung, 2010 ). Und natürlich gab es diese Fälle. Es zeigte sich bald, dass die Therapie kürzer und einfacher war als bei Erwachsenen, aber es gab deutliche Ähnlichkeiten in der Notwendigkeit, bei Kindern die traumatischen Erfahrungen und die dissoziativen Anteile therapeut

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