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Disziplinmanagement in der Schulklasse Wie Sie Unterrichtsstörungen vorbeugen und bewältigen von Keller, Gustav (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.12.2014
  • Verlag: Verlag Hans Huber
eBook (PDF)
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Disziplinmanagement in der Schulklasse

In einer Schulklasse Disziplin herzustellen ist die schwierigste pädagogische Aufgabe. Auf diese werden Lehrerinnen und Lehrer in ihrer Ausbildung am wenigsten vorbereitet. Deshalb verwundert es nicht, dass Unterrichtsstörungen sich in allen bisherigen Lehrerbelastungsstudien als der gravierendste Stressfaktor erwiesen haben. Zu bedenken ist, dass Unterrichtsstörungen nicht nur die Lehrergesundheit beeinträchtigen, sondern auch die Wirksamkeit des Unterrichts. Durch Unterrichtsstörungen geht täglich sehr viel Lernzeit verloren. Der störungsbedingte Ausfall von Lernzeit ist um ein Vielfaches größer als der krankheitsbedingte Unterrichtsausfall. Das Disziplinmanagement erfordert ein professionelles pädagogisches Handeln. Wie dieses gelingen kann, wird in dem vorliegenden Ratgeber pragmatisch und praxisorientiert vermittelt. Er leitet erstens dazu an, Unterrichtsstörungen differenziert wahrzunehmen und fundiert zu analysieren. Zweitens enthält er ein flexibel einsetzbares Handlungsrepertoire zum Reagieren in Störungssituationen. Und drittens zeigt er auf, wie durch systematische Prävention Unterrichtsstörungen wirksam vorgebeugt werden kann. Die Leserinnen und Leser erhalten nicht nur Erklärungs- und Handlungshilfen, sondern sie werden auch durch Weisheits- und Fallgeschichten zum Nachdenken angeregt.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 171
    Erscheinungsdatum: 01.12.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783456954578
    Verlag: Verlag Hans Huber
    Größe: 1447 kBytes
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Disziplinmanagement in der Schulklasse

1 Das Klagelied vom undisziplinierten Schüler (S. 9-10)

Die heutige Jugend ist von Grund auf verdorben, sie ist böse, gottlos und faul.
Babylonische Tontafel (ca. 1000 vor Christus)

Seit dem Beginn der Schulgeschichte vor 5000 Jahren steht die Disziplin der Schülerinnen und Schüler in der Kritik (Keller 2005). Es wird bemängelt, dass sie sich im Unterricht unmotiviert, unkonzentriert und störend verhalten. Im Folgenden wird Kulturepoche für Kulturepoche aufgezeigt, wie die Erwachsenen die Unterrichtsdisziplin jeweils wahrgenommen und erlebt haben. Die Recherchen beginnen in den ersten Schulhäusern der Menschheit und enden in der Jetztzeit.

Mesopotamien

Die Schule als gesellschaftliche Institution wurde um das Jahr 3000 v. Chr. in Sumer gegründet. Die Gründerväter waren Kaufleute, Baumeister und Landvermesser, die schlicht und einfach keine Zeit mehr hatten, ihren Kindern und Jugendlichen das nötige Kulturwissen zu vermitteln. Die Schüler schrieben mit keilförmigen Griffeln auf Tontafeln. Die ersten Schulhäuser hießen deshalb Tafelhäuser, die Lehrer Väter des Tafelhauses. Es handelte sich um eine Knabenschule, die vom 9. bis 14. Lebensjahr besucht wurde. Auf dem Lehrplan standen Lesen, Schreiben, Rechnen, Zeichnen und Religion. Die Tafelhausliteratur, auf circa 20 000 Tontäfelchen aufgezeichnet, enthält relativ viel Schul- und Schülerkritik. Geklagt wird über schlechte Schrift, Lernrückstände und schlechtes Betragen. Vor allem die Disziplinlosigkeit beunruhigte und stresste manche Eltern so stark, dass sie nachts nicht mehr schlafen konnten.

Altes Ägypten

Die Schule im alten Ägypten wurde Pharaos Unterrichtsstall genannt. Kernfächer waren das Lesen und Schreiben von Hieroglyphen sowie die Mathematik. Die überlieferten Papyri enthalten auch Informationen über den pharaonischen Schulbetrieb, die Schulleistungen und das Schülerverhalten. Der Tenor der Schülerbilder ist eher negativ. An Fehlverhaltensweisen werden genannt: Disziplinschwierigkeiten, Gewalt und Aggression sowie das Schuleschwänzen. Darüber hinaus wird auch angemerkt, dass die Jugendlichen das Bier mehr lieben als die Papyri.

Abweichendes Schülerverhalten versuchte man zum einen mit Ermahnungen zu bekämpfen: "Verlier deine Zeit nicht mit Wünschen, sonst wirst du zu einem bösen Ende kommen" (Durant/ Durant 1985, S. 162). Zum anderen wurde auch geprügelt. In einem Lehrerleitfaden steht lapidar: "Die Ohren des Jugendlichen sind auf dem Rücken angebracht. Er hört zu, wenn man ihn schlägt" (Erman 1923, S. 243). Dies schien kurzzeitig Wirkungen gezeitigt zu haben. Reumütig schrieb ein Schüler seinem Lehrer: "Du schlugst meinen Rücken und deine Belehrungen gingen in mein Ohr" (Erman, S. 267). Dass die pädagogische Arbeit ein schwerer Job ist, scheint den altägyptischen Lehrern recht bald bewusst geworden zu sein. Die folgende Klage zeugt davon: "... Affen werden gezähmt, Pferde schneller abgerichtet und Löwen eher gebändigt als ein Schüler belehrt wird" (Brunner-Traut 1974, S. 70).

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