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Emotionsbasierte systemische Therapie Intrapsychische Prozesse verstehen und behandeln von Wagner, Elisabeth (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 27.08.2016
  • Verlag: Klett-Cotta
eBook (ePUB)
23,99 €
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Emotionsbasierte systemische Therapie

"Ein hoch interessanter Versuch, in das Gestrüpp des gegenwärtigen systemisch-therapeutischen Wissens eine praktisch nützliche Ordnung zu bringen und insbesondere die Dynamik der Emotionen besser zu integrieren." Luc Ciompi Die Systemische Therapie hat sich in den vergangenen 50 Jahren in ihren verschiedenen Ausprägungen als wichtiges Standbein neben Tiefenpsychologie und Verhaltenstherapie fest etabliert. Sie bedarf jedoch dringend einer konzeptuellen Erweiterung, da auch Systemische Therapie in der Praxis überwiegend als Einzeltherapie stattfindet. Dieses innovative Buch legt das Augenmerk auf intrapsychische Prozesse und Störungen, die bisher im systemischen Kontext nicht angemessen berücksicht wurden. In Theorie und ausführlichen Fallgeschichten zeigen die Autorinnen, wie insbesondere die direkte Arbeit mit Emotionen und Gefühlen nicht nur in die Grundausrichtung des systemischen Krankheitsverständnisses integrierbar ist, sondern dieses auch konzeptuell bereichert. - Mit vielen Beispielen und Fallvignetten aus der Praxis Dieses Buch richtet sich an: - Systemische (Familien-)TherapeutInnen - PsychotherapeutInnen aller Schulen

Elisabeth Wagner, Dr. med., Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin, Psychotherapeutin (Systemische Familientherapie); Lehrtherapeutin an der Lehranstalt für Systemische Therapie, Wien; Psychotherapeutin in freier Praxis für Einzel-, Paar- und Familientherapie. Ulrike Russinger, Magistra der Psychotherapiewissenschaften, Diplom-Sozialarbeiterin, Psychotherapeutin, ausgebildet in systemischer Familientherapie und klientenzentrierter Psychotherapie; Lehrtherapeutin an der Lehranstalt für systemische Familientherapie, Wien; freie Praxis für Psychotherapie, Beratung, Coaching und Supervision.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 280
    Erscheinungsdatum: 27.08.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783608100556
    Verlag: Klett-Cotta
    Serie: Leben lernen (LL) Bd.285
    Größe: 2900kBytes
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Emotionsbasierte systemische Therapie

Vorwort

Für mich als jemand, der die Entwicklung der Systemischen Therapie seit den 1970er Jahren begleitet und in gewissem Umfang mitgestaltet hat, war es eine Freude, das vorliegende Buch gleich nach der Fertigstellung des Manuskripts zu lesen zu bekommen. Nun habe ich darüber hinaus die Ehre, von den Autorinnen um ein Vorwort dazu gefragt worden zu sein.

Ich gehöre zu jenen, die zu den Gründerzeiten der Systemischen Therapie auf eine Denkweise gestoßen sind, die eine erfreuliche Möglichkeit anbahnte, eine neue, kreative Praxis begründen zu können. Diese ging nicht nur über die einengenden Vorschriften der analytischen und objektivistischen Ansätze hinaus, sondern beruhte auf einem neuartigen Verständnis des Menschen und seinen Interaktionen: das systemische Denken. Dieses an neue wissenschaftliche Erkenntnisse anknüpfende Denken bot eine begeisternde Alternative zu den medizinischen Analogien zu somatischen Erkrankungen, wie sich dies in der Psychopathologie niederschlägt. Die den Menschen belastenden Probleme des Lebens wurden zuerst als kommunikative Prozesse aufgefasst. Das Interesse konzentrierte sich in der Hauptsache auf soziale Zusammenhänge und suchte darin die Erklärung für das Entstehen dieser Probleme. Die darauf bezogen entstandene Systemische Therapie war dementsprechend so konzipiert, dass sie faktisch oder virtuell mit sozialen Kontexten als Klienten gearbeitet hat, sei es mit Familien, Paaren oder anderen Gruppen. Diese Arbeit ließ sich am direktesten im Umgang mit den Problemen verwirklichen, die von Kindern erzeugt wurden. Für die therapeutische Arbeit mit Paaren und anderen Gruppen von Erwachsenen wurden die ursprünglichen Konzepte unwesentlich erweitert.

De facto aber werden systemische Therapeuten immer wieder von Individuen aufgesucht, die ihr Leid als etwas Eigenes erleben und entweder über keinen relevanten sozialen Kontext verfügen oder nicht bereit sind, ihre Angehörigen in die Therapie einzubeziehen. Als systemischer Lehrtherapeut musste ich bei den vorgesehenen Live-Supervisionen akzeptieren, dass die Kursteilnehmer trotz eindringlich formulierter Vorgabe einzelne Klienten mitbrachten und nicht in der Lage waren, soziale Systeme vorzustellen. Als Therapeut, aber auch als Supervisor musste man sich in Ermangelung einer passenden Alternative damit begnügen, die für soziale Kontexte erarbeiteten Konzepte und Interventionen auf Individuen anzuwenden. Schaute man aber genau hin, stellte man fest, dass die meisten systemischen Therapeuten, die Einzeltherapien durchführten, mit mehr oder weniger schlechtem Gewissen auf fremde Konzepte zurückgriffen. Erst in den letzten Jahren ist der Fokus langsam auf eine systemisch kohärente Konzeptualisierung intrapsychischer Problemlagen erweitert worden, die über die von Steve de Shazer eher keck formulierte Erklärung - "bad luck" - hinausgeht und die Erarbeitung dazu passender Interventionen anstrebt.

An dieses Bemühen knüpft das vorliegende Buch an. Die Autorinnen, Elisabeth Wagner und Ulrike Russinger, sind in der Praxis vielfältig erfahrene Therapeutinnen, die darüber hinaus ihr Wissen als Lehrtherapeutinnen mit werdenden systemischen Therapeuten an der Wiener Lehranstalt für Familientherapie teilen. In dieses Buch geht an jeder Stelle sowohl die theoretische Reflexionsbereitschaft als auch die praktische Erfahrung der Autorinnen spürbar mit ein. Das Buch geht von einem "theoretischen Unbehagen" mit dem herrschenden Eklektizismus bezüglich der Wahl der Interventionen aus. Bekanntlich führen die meisten systemischen Therapeuten Einzeltherapie durch, eine darauf angelegte Konzeptualisierung bleibt aber bei Weitem hinter dieser praktischen Entwicklung zurück. Die systemischen Therapeuten seien deshalb in ihrer Arbeit mit Individuen sich selbst überlassen. Um diese Lücke zwischen Theorie und Praxis nach Möglichkeit zu schließen, greifen die Autorinnen über den Tellerrand des

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