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Emotionsfokussierte Therapie Grundlagen, Praxis, Wirksamkeit von Bischkopf, Jeannette (eBook)

  • Verlag: Hogrefe Verlag
eBook (PDF)
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Emotionsfokussierte Therapie

Häufig sind es emotionale Schwierigkeiten, die Menschen in eine Psychotherapie führen. Viele Klienten leiden unter einem Übermaß an unangenehmen Emotionen wie Angst oder Scham, einem Mangel an angenehmen Emotionen wie Freude oder Stolz oder darunter, überhaupt keine Emotionen mehr zu haben, wie dies bei bestimmten Formen der Depression der Fall ist. Die Emotionsfokussierte Therapie ist ein wissenschaftlich fundiertes Verfahren, das auf der Basis aktueller neurowissenschaftlicher Erkenntnisse sowie der empirischen Psychotherapieforschung eine Anleitung zur wirksamen und erfolgreichen Arbeit mit Emotionen in der Psychotherapie gibt. Sie rückt das unmittelbare Erleben von Emotionen in den Mittelpunkt und arbeitet direkt mit Emotionen. Der Band bietet eine Einführung in die zentralen Konzepte der Emotionsfokussierten Therapie, er stellt ihre Grundlagen und wichtigsten Interventionsstrategien anhand von Beispielen anschaulich vor und informiert über Studien zur Wirksamkeit der Emotionsfokussierten Therapie. Anhand ausgewählter Interventionen, wie z.B. der Zwei-Stuhl-Technik, wird die emotionsfokussierende Arbeit bei unterschiedlichen Störungsbildern aufgezeigt. Die Arbeit mit Emotionen erhält zunehmend versorgungspolitische Bedeutung in einer als "dritten Welle" bezeichneten Weiterentwicklung der verhaltenstherapeutischen Ansätze. Die Emotionsfokussierte Therapie wurde in einer Reihe von klinischen Studien evaluiert und konnte ihre Wirksamkeit v.a. für Depression, besonders leichte bis mittelschwere Depressionen, in der Traumatherapie sowie in ihrer spezifischen Konzeption für die Arbeit mit Paaren nachweisen.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 188
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783840922091
    Verlag: Hogrefe Verlag
    Größe: 1611 kBytes
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Emotionsfokussierte Therapie

2.2 Bezeichnungen des Ansatzes

Die Betonung des Prozesscharakters der Emotionsfokussierten Therapie hat sich bei den ersten Veröffentlichungen mit dem Begriff für den Ansatz als "process-experiential" (Prozess-Erfahrungs-Ansatz) noch deutlicher niedergeschlagen. In der Folge wurde jedoch der Begriff der Emotionsfokussierten Therapie bevorzugt, um die Nähe zur Emotionsforschung für die Theorie und Praxis zu betonen und da man in den Prozessstudien einen zentralen Veränderungsprozess von maladaptiven zu adaptiven Emotionen definiert hatte (Greenberg, 2011). Die Verknüpfung beider erscheint manchmal zusätzlich als PE-EFT (process-experiential emotion focused therapy). In deutschen Übersetzungen finden sich bereits heute eine Vielzahl von unterschiedlichen Begriffen, die synonym verwendet werden: prozess-erlebensorientierte Therapie (bzw. prozess-experientielle oder prozess-erlebnisorientierte Psychotherapie) sowie Emotionsfokussierte Therapie (auch Emotionszentrierte Therapie).8 Für eine weitere für die klinische psychiatrische Praxis einflussreiche Publikation wurde der Begriff "Emotionsbezogene Psychotherapie" (Lammers, 2011) gewählt.9 Die Begriffe, die in der Literatur zu finden sind, sind in Tabelle 2 dargestellt. Für die Zukunft wird angesichts des generellen Trends, Emotionen mehr Gewicht zu geben, davon ausgegangen, dass sich der Begriff als Oberbegriff für jedwede Therapie eignen würde:

"The term emotion-focused therapy (Anmerkung: kursive Hervorhebung im Original) will, I believe, be used in the future, in its integrative sense, to characterize all therapies that are emotion-focused, be they psychodynamic, cognitive-behavioral, systemic, or humanistic ... What will distinguish and differentiate an approach as emotion-focused will be its emphasis on the importance of affect in human functioning and on the experience of emotion in sessions." (Greenberg, 2011, p. 141-142)

Dieser Anspruch lässt allerdings außer Acht, dass die jeweiligen Traditionslinien in der Psychotherapie auch ihre jeweiligen Menschenbilder und Veränderungsannahmen haben, auf denen eine Veränderung auf emotionaler Ebene beruht. Zum Beispiel sind in psychodynamischen Therapien die Bezüge zur Bindungstheorie und daraus resultierendem emotionalem Geschehen stärker gewichtet. Die Emotionsfokussierte Therapie kann in ihren theoretischen Bezügen nicht für alle sprechen. Es sind gerade die unterschiedlichen Zugänge zu Emotionen, die unterschiedliche Klienten ansprechen und ihnen helfen können. Der Dialog über die verschiedenen Konzepte und Zugänge zu Emotionen, wie er bereits 2002 in einer Ausgabe der Fachzeitschrift Psychotherapie im Dialog PiD zum Thema "Gefühle" begonnen wurde, sollte daher fortgesetzt werden.

Die Entwicklung der Emotionsfokussierten Therapie war darauf bezogen, die Rolle von Emotionen für den therapeutischen Veränderungsprozess zu untersuchen und sie so zu beschreiben, dass eine Übertragung der Ergebnisse in die Praxis möglich ist. Weder eine störungsspezifische Entwicklung noch die Entwicklung einer "brand name therapy" waren das Ziel (vgl. Kap. 5). Die Emotionsfokussierte Therapie steht damit im gleichen Spannungsfeld wie die Klientenzentrierte Psychotherapie: Sie weist auf der einen Seite eine eigene Therapietheorie und -praxis vor und stellt ihr zentrales Thema (hier: Emotionen) doch allen zur Verfügung. Ähnlich wie der Ansatz der Klientenzentrierten Psychotherapie, der das Verstehen ins Zentrum rückt - im Sinnes des Buchtitels: "Verändern durch Verstehen" (Bierman-Ratjen, Eckert & Schwarz, 2003) - würde für die Emotionsfokussierte Therapie sinngemäß gelten: "Verändern durch Emotionen".

Die Geschichte der Klientenzentrierten Psychotherapie lehrt jedoch, dass nicht alle dasselbe tun, die es gleich benennen (z. B. variiert das Verständnis von Empathie, vgl. Auckenthaler & Bischkopf, 2004; Bohart & Greenberg, 1997). So steht eher zu befürchten, dass auch emotionsfokussiertes Arbeiten

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