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Fallbuch der Klinischen Psychologie

  • Verlag: Hogrefe Verlag Göttingen
eBook (PDF)
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Fallbuch der Klinischen Psychologie

Das Fallbuch veranschaulicht anhand konkreter Fälle aus der Praxis verschiedene klinische Störungsgruppen: U.a. werden Angststörungen, Depressionen, Persönlichkeitsstörungen, Alkoholismus, Hysterien, Eßstörungen, Sprechstörungen, Schizophrenien, Schlafstörungen und Neuropsychologische Störungen nach einem einheitlichen Strukturprinzip behandelt. Bei der Darstellung der einzelnen Störungsbilder wurde besonderes Augenmerk auf eine genaue Beschreibung des Erscheinungsbildes, der Klassifikation sowie fundierter theoretischer Erklärungsmodelle gelegt. Daran schließt sich eine ausführliche Darstellung des jeweiligen Therapieprinzips an. In die zweite, überarbeitete Auflage des Buches wurden zusätzlich Falldarstellungen zur Posttraumatischen Belastungsstörung und Somatoformen Störung aufgenommen.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 427
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783840912344
    Verlag: Hogrefe Verlag Göttingen
    Größe: 2817 kBytes
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Fallbuch der Klinischen Psychologie

Schizophrenie (S. 343-344)

Josef Bailer, Irmgard Thurm-Mussgay und Eibe-Rudolf Rey, Mannheim
Einleitung

Die "Schizophrenie" als homogenes Krankheitsbild mit einem eindeutig vorhersagbaren Krankheitsverlauf gibt es nicht. Schon Eugen Bleuler (1911), der den Begriff "Schizophrenie" eingeführt hat, sprach nicht von einer Krankheit, sondern von der "Gruppe der Schizophrenien". Entsprechend heterogen sind auch das klinische Erscheinungsbild, der Krankheitsverlauf und das Krankheitsendstadium der schizophrenen Störungen.

Das akute Krankheitsstadium ist gekennzeichnet durch mannigfaltige Störungen im Bereich der Wahrnehmung, des Denkens, des Verhaltens, des Willens, des emotionalen Erlebens, des Ichbewußtseins und der Beziehung zur Umwelt (siehe DSM-IV, APA 1994; ICD-10, Dilling, Mombour & Schmidt, 1991; Tölle & Huber, 1988). Die charakteristischen Symptome der Schizophrenie sind:

Inhaltliche Denkstörungen , insbesondere Wahnvorstellungen wie z. B. der relativ häufige Verfolgungswahn (d. h. der Betroffene glaubt, daß andere ihm nachspionieren, ihm Schaden zufügen wollen) oder der Beziehungswahn (d. h. Ereignisse, Gegenstände oder Personen erhalten eine besondere, meist bedrohliche Bedeutung). Bizarre Wahnvorstellungen, körperbezogener Wahn, Größenwahn, religiöser oder nihilistischer Wahn werden dagegen deutlich seltener beobachtet.

Weitere Wahnphänomene , die im engeren Sinne zu den Ich-Störungen zählen, sind das Gefühl der Gedankenausbreitung (d. h. die Überzeugung, daß andere die Gedanken des Betroffenen hören können), des Gedankenentzugs (Gefühl, die eigenen Gedanken werden entzogen), der Gedankeneingebung (d. h. fremde Gedanken werden dem Betroffenen eingegeben) sowie der Kontroll- und Beeinflussungswahn (d. h. der Betroffene fühlt sich in seinem Denken, Fühlen oder Handeln von einer fremden Macht kontrolliert oder beeinflußt).

Formale Denkstörungen , diese beziehen sich sowohl auf den formalen Denkablauf als auch die Sprachäußerungen. Am häufigsten ist die Lockerung der Assoziationen zu beobachten, d. h. die Gedanken springen von einem Gegenstand zum anderen, was sich sprachlich in einer deutlichen Zerfahrenheit ausdrücken kann. Die Sprache kann auch übermäßig vage, übermäßig abstrakt oder übermäßig konkret sein oder häufige Wiederholungen oder Stereotypien enthalten.Weitere Auffälligkeiten sindWortneubildungen, die der Sprachkonvention nicht entsprechen (sog. Neologismen), die sinnlose Wiederholung von Worten (sog. Perseverationen) oder der plötzliche Abbruch eines sonst flüssigen Gedankengangs ohne erkennbaren Grund (sog. Sperrungen).

Wahrnehmungsstörungen , hierzu zählen v. a. die verschiedenartigen Halluzinationen . Am häufigsten sind akustische Halluzinationen, wie das Hören von kommentierenden oder befehlenden Stimmen. Selten sind nichtverbale akustische Halluzinationen, die nur aus Geräuschen oder einem unverständlichenMurmeln bestehen, sogenannte Akoasmen. Die Halluzinationen können aber auch alle anderen Sinnesmodalitäten betreffen. Weitere Wahrnehmungsstörungen sind akustische, visuelle, olfaktorische, gustatorische oder taktile Überempfindlichkeit; illusionäre Verkennungen und Leibgefühlsstörungen (Coenästesien).

Affektstörungen , diese äußern sich häufig in einem flachen oder inadäquaten Affekt. Der v

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