text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Familien-Stärken Behinderung, Resilienz und systemische Therapie von Retzlaff, Rüdiger (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.02.2014
  • Verlag: Klett-Cotta
eBook (PDF)
27,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Familien-Stärken

Welche Stärken zeichnen Familien behinderter Kinder aus, denen es gelingt, "trotz alledem" ein erfülltes Leben zu führen? Und wie können Beratung und Therapie diese Stärken fördern? Rüdiger Retzlaff untersucht, wie Akzeptanz und Resilienz entstehen und gibt detaillierte Anleitungen für die ressourcenorientierte Arbeit. Das Leben mit einem behinderten Kind ist für Eltern eine große Herausforderung - doch viele Familien kommen mit ihrer Lebenssituation bemerkenswert gut zurecht. Welche Stärken zeichnen kompetente Familien aus, denen es gelingt, "trotz alledem" ein erfülltes Leben zu führen? Und wie können Beratung und Therapie diese Stärken fördern? Ausgehend von Konzepten der systemischen Therapie, der Familien- und Kohärenzforschung und Interviews mit Familien vermittelt Retzlaff ein Verständnis davon, welche Familienmuster und Einstellungen dazu beitragen, dass Akzeptanz und Resilienz entstehen. In einem ausführlichen praktischen Teil finden Berater konkrete Hinweise und detaillierte Anleitungen für die ressourcenorientierte Arbeit, die gezielt die Stärken von Familien behinderter Kinder ansprechen. Zielgruppen: - Systemische Familientherapeuten - Kinderärzte - BeraterInnen aus Frühfördereinrichtungen, Sozialpädiatrischen Zentren, Rehabilitationseinrichtungen, Sonderpädagogischen Beratungsstellen, Kinderkliniken - Betroffene

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 290
    Erscheinungsdatum: 15.02.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783608201239
    Verlag: Klett-Cotta
    Serie: Fachbuch
    Größe: 1429kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Familien-Stärken

Vorwort Ein Wort nur, es ist doch nur ein Wort: "Behinderung". Doch Worte sind nicht harmlos, Beschreibungen können in das Beschriebene eingreifen und es verändern, indem sie es mit besonderen Bedeutungen versehen. "Behinderung" ist eine dieser Beschreibungen, die die Kraft haben, Leben zu verändern, Lebenswelten durcheinander zu schütteln. Unsere Kultur hat hier große Fortschritte gemacht; die Haltung zum Thema Behinderung in der Gesellschaft hat sich gewandelt, von der Schule bis zu den Olympischen Spielen stehen die Zeichen auf Integration. Und doch sind bis heute die Betroffenheit und die Hoffnungslosigkeit, in die Menschen hineinfallen können, groß, wenn sie mit diesem Wort konfrontiert werden. Entsprechend groß sind die Belastungen, denen sich die Familien mit dieser Diagnosestellung gegenübersehen. In dem vorliegenden Buch wird davon ausgegangen, dass Belastung nur die "eine Seite der Medaille" ist. Die andere Seite zeigt sich darin, dass eine Behinderung Menschen auch dazu herausfordern kann, ungeahnte Stärken zu entwickeln. Menschen können eine Widerstandsfähigkeit gegenüber der Bedrohung und der Belastung zeigen, die sie sich selbst nie zugetraut hätten. Der in diesem Zusammenhang seit einiger Zeit bedeutsam gewordene Begriff heißt Resilienz. Er ist im Gegensatz zu "Behinderung" ein "polysemantisches" Wort, d.h. es können sich daran viele neue Bedeutungsfelder und Geschichten ankoppeln. Denn der Begriff Resilienz weist darauf hin, dass Menschen auch mit sehr massiven Belastungen ganz unterschiedlich umgehen können. Behinderung geht nicht zwangsläufig mit Stress einher, mündet nicht zwangsläufig in einer schicksalhaften Katastrophe. Wenn es gelingt, den Assoziationen, die der Begriff nahe legt, "entdämonisierende" eigene Sinnzuschreibungen entgegenzustellen, dann können in der vermeintlichen Belastung auch besondere Kräfte entfaltet werden. Ich persönlich habe in der Arbeit mit Familien mit chronisch kranken Kindern mehr als einmal gehört, dass sie die Krankheit auch als "Glück" bezeichneten - so schwer ich als Nicht-Betroffener dies nachvollziehen konnte. Die Familien beschrieben die Erfahrung als eine besondere Qualität, auch im positiven Sinn "anders als andere Familien" zu sein: -im Alltag in vielen Momenten das Geschenk, lebendig zu sein, bewusst zu spüren, -symptomfreie Momente und kleine Besserungen beglückend zu erleben und -die Beziehungen zueinander intensiv und stark wahrzunehmen. Die von Rüdiger Retzlaff in diesem Buch veröffentlichten Studien zeigen, dass es möglich ist, Familien darin zu unterstützen, solche Qualitäten für sich nutzbar zu machen, Resilienz zu entwickeln. Dazu gehört als Wesentlichstes, nicht beim "Stigma" und der "Unveränderbarkeit" stehen zu bleiben, sondern weiterzugehen, sich Unterstützung zu holen, Information aufzunehmen und zu verarbeiten und miteinander in Gesprächen zu bleiben. Die Erfahrungen lassen sich in Geschichten wiederfinden. Sie können zu Geschichten davon werden, wie Hoffnungslosigkeit durch eigene Sinngebung und durch Beziehung gebannt werden kann. Die beiden Typen von "Resilienzgeschichten", die von der "wieder gefundenen Balance" und auch die mühevollere "vom langen, mühsamen Weg bergauf" sind in diesem Buch eindrückliche Belege für diese Prozesse. Fachleute sind in diesen Prozessen nicht einfach "objektive Beobachter", sondern sie sind intensiv mit einbezogen. Sie sind mit beteiligt daran, wie Behinderung erlebt wird, denn diese wird durch den Akt der Versprachlichung und Benennung (auch) eine soziale Konstruktion. Spätestens von dem Moment der Diagnose an re-agieren Fachleute nicht nur auf die Behinderung, sondern sie konstruieren die Phänomene mit, mit denen sie es zu tun haben. Daher ist es besonders wichtig, sensibel für den genauen Auftrag zu sein, mit dem man arbeitet. Die Metaphorik, die sich so schnell bei "Behinderung" einstellt, darf nicht zu einer "Problemtrance" des Therapeuten führen. Es soll

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen