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Familien unter Hoch-Stress Beratung, Therapie und Prävention für Schwangere, Eltern und Säuglinge in Ausnahmesituationen

  • Erscheinungsdatum: 21.09.2019
  • Verlag: Klett-Cotta
eBook (ePUB)
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Familien unter Hoch-Stress

Die Bedingungen bei Empfängnis, Schwangerschaft, Geburt und früher Entwicklung des Säuglings können durch extremen Hoch-Stress gezeichnet sein - etwa bei Problemen mit der Konzeption, im Falle von Fehlgeburten, Fehlbildungen des Feten, Schwangerschaftskomplikationen, Totgeburten, extremer Frühgeburt, Behinderung des Säuglings, vor- und nachgeburtlicher psychiatrischer Erkrankung der Mutter oder des Vaters, bei Verlusten und Trennungen während der Schwangerschaft, Gewalt und Bedrohungen in und außerhalb der Familie, Folter, Flucht und Vertreibung. Die AutorInnen zeigen, - welche Auswirkungen solche Erfahrungen auf die Entwicklung des Säuglings und seine Beziehungen in der Familie haben, - wie negative Folgen bewältigt werden können, - welche Möglichkeiten der Begleitung, Beratung, Therapie und Prävention hilfreich sein können. Dieses Buch richtet sich an - ÄrztInnen - PsychologInnen - SozialarbeiterInnen, Hebammen - Mitarbeitende in Jugendämtern - SeelsorgerInnen und sonstige Beratungsberufe - Alle, die mit Schwangeren und Kleinkindern professionell zu tun haben Karl Heinz Brisch, Univ.-Prof. an der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität (PMU) in Salzburg, Dr. med. habil., ist Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychiatrie und Psychosomatische Medizin und Psychotherapie sowie Neurologie; Psychoanalytiker für Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Gruppen; Ausbildung in spezieller Psychotraumatologie für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Er ist Vorstand des weltweit ersten Lehrstuhls für Early Life Care und leitet das gleichnamige Forschungsinstitut an der PMU in Salzburg. Seine klinische Tätigkeit und sein Forschungsschwerpunkt umfassen den Bereich der frühkindlichen Entwicklung und der Psychotherapie von bindungstraumatisierten Menschen in allen Altersgruppen. Brisch leitete über viele Jahre die Abteilung für Pädiatrische Psychosomatik und Psychotherapie am Dr. von Haunerschen Kinderspital der Universität München und entwickelte dort das MOSES®-Therapiemodell zur erfolgreichen Intensiv-Psychotherapie von früh traumatisierten Kindern und Jugendlichen. Brisch entwickelte die Präventionsprogramme "SAFE® - Sichere Ausbildung für Eltern" und "B.A.S.E® - Babywatching", die inzwischen in vielen Ländern Europas, aber etwa auch in Australien, Neuseeland und Russland Verbreitung gefunden haben. Er ist Gründungsmitglied der "Gesellschaft für Seelische Gesundheit in der Frühen Kindheit" (GAIMH e. V. - German-Speaking Association for Infant Mental Health) und war dort viele Jahre lang im Vorstand. Die GAIMH ist eine Tochtergesellschaft der WAIMH - World Association for Infant Mental Health. Seit 2000 organisiert er die jährlich stattfindende renommierte Internationale Bindungskonferenz (www.bindungskonferenz.de) so wie seit 2018 die Internationale Early Life Care Konferenz in Salzburg (www.earlylifecare.at). Brisch verbreitet die Inhalte und Ergebnisse der Bindungs- und Traumaforschung und -psychotherapie auch durch viele Publikationen, Vorträge und die Teilnahme an zahlreichen Radio- und Fernsehsendungen (www.khbrisch.de).

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 176
    Erscheinungsdatum: 21.09.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783608115604
    Verlag: Klett-Cotta
    Größe: 4154 kBytes
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Familien unter Hoch-Stress

Claudia Reiner-Lawugger
Mütter in schweren psychischen Krisen

Egal ob ein Paar sich bewusst dafür entschieden hat, ein Kind zu bekommen, oder dieses ungeplant in ihr Leben tritt: Für die meisten Paare, und vor allem die werdenden Mütter, bedeutet die Geburt eines Kindes eine entscheidende Veränderung in ihrem Leben. Selten gibt es eine auf allen Ebenen der Persönlichkeit so einschneidende Veränderung wie in dieser Zeit. Die Rolle körperlicher Veränderungen ist leicht einsehbar und anerkannt, dass aber auch alle anderen Persönlichkeitsbereiche, wie soziale Beziehungen, soziokulturelle Werte, die Arbeitssituation und Existenzfragen, davon betroffen sind, wird teilweise nicht berücksichtigt.

Aufgrund dieser drastischen Veränderungen spricht man bei erlebtem Stress in dieser Zeit auch von "Hoch-Stress-Phasen". Die Phasen umfassen dabei die frühe Zeit vor der Empfängnis, die Schwangerschaft, die Zeit während und kurz nach der Geburt und den postpartalen Verlauf.

Viele Mütter gehen heute in eine Schwangerschaft, ohne jemals etwas mit Babys zu tun gehabt zu haben. Die geringe Geburtenrate von ca. 1,5 Kindern pro Frau führt zu einer hohen Erwartungshaltung an dieses eine oder eventuell zweite Kind. Viele Untersuchungen, eine mittlerweile sehr differenzierte Pränataldiagnostik und Babyratgeber aller Art verstärken die damit verbundene Verunsicherung noch. Das setzt vor allem Frauen, die grundsätzlich hohe Ansprüche an sich stellen, unter Druck, da sie auch bei ihrem Kind unbedingt alles richtig machen wollen. Gleichzeitig hat unsere Gesellschaft die Möglichkeit "generationalen Lernens" weitgehend verloren, da man nicht mehr in großfamiliären Strukturen lebt und demzufolge das Lernen mit und am anderen immer seltener wird. Viele Mütter halten entsprechend bei der Geburt ihres Kindes zum ersten Mal einen Säugling im Arm. Und das macht Stress. Es ist somit insgesamt eine ganz schön schwierige und herausfordernde Zeit, die die meisten Frauen jedoch sehr gut meistern.

Bei einigen Müttern verläuft diese Zeit jedoch nicht so, wie sie sich das vorgestellt haben. Auf diese (werdenden) Mütter und ihre psychischen Krisen soll in diesem Beitrag eingegangen werden. Dabei ist der Aufsatz in vier Abschnitte unterteilt, den vier Hoch-Stress-Phasen entsprechend: die Zeit vor der Empfängnis, die Schwangerschaft, die Zeit während und kurz nach der Geburt und die postpartale Zeit.
Die Zeit vor der Empfängnis

Vor der Schwangerschaft sind vor allem Mütter oder Paare aus zwei Gruppen von psychischen Krisen betroffen. Die eine Gruppe sind Patientinnen mit einer längeren psychiatrischen Vorgeschichte wie z. B. bipolaren Störungen, Schizophrenie oder Zwangsstörungen. Bei ihnen ist es wichtig, das Thema "Mutterschaft" genau zu besprechen, den Partner miteinzubeziehen und beide sensibel aufzuklären sowie eventuell eine Umstellung auf schwangerschaftsverträgliche Medikamente durchzuführen.

Die andere Gruppe - die immer größer wird - sind Frauen mit einem unerfüllten Kinderwunsch, die oft schon zahlreiche IVF -Behandlungen hinter sich haben. Mit jeder weiten Behandlung steigt bei ihnen der Stress, so dass sie eigentlich gar nicht mehr in der Lage sind, sich wirklich auf dieses Kind zu freuen bzw. sich offen und mit Freude auf die Schwangerschaft vorzubereiten. Die Frauen stehen unter extremem Druck, zeigen sehr häufig Angstsymptome und haben eine hohe Stressbelastung. Immer wieder fällt es solchen Müttern dann schwer, nach einer erfolgreichen IVF -Behandlung eine Bindung zum Kind aufzubauen, da sie allein mit der Reproduktionstätigkeit so belastet waren, dass sie das Kind aus den Augen verloren haben.
Die Zeit in der Schwangerschaft

Die Schwangerschaft kann eine stressvolle Zeit sein. So können z. B. durch Vorsorgeuntersuchungen zwar Problematiken im Vorfeld erkannt un

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