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Geistlicher Missbrauch. Ein Beitrag zur Aufklärung von Schultz, Diana (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.11.2015
  • Verlag: GRIN Verlag
eBook (ePUB)
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Geistlicher Missbrauch. Ein Beitrag zur Aufklärung

Masterarbeit aus dem Jahr 2014 im Fachbereich Psychologie - Religionspsychologie, Note: 2,0, , Sprache: Deutsch, Abstract: Geistlicher Missbrauch kommt in vielen Kirchen und Gemeinden vor. Das belegen zahlreiche Berichte von Betroffenen. Er findet inmitten eines geistlichen Umfelds statt und ist meist schwer durchschaubar, da er 'fromm' aussieht und 'im Namen Gottes' ausgelebt wird. Doch offiziell wird dieses heikle Thema kaum angesprochen. Das vorliegende Buch zeigt auf, wie geistlicher Missbrauch erkannt wird und welche Dynamiken dahinter stecken können. Ob dabei eine gewisse Prädisposition von Seiten der Opfer besteht, die den Missbrauch begünstigen kann, kommt ebenso zur Sprache wie die Verwundungen, die der Missbrauch hinterlässt. Zusätzlich wird in diesem Buch beschrieben, wie Betroffene nach dem Erlebten Heilung erfahren können und was Leiter vorbeugend tun können, um nicht zum Täter zu werden. Dieses Buch wurde geschrieben um zu helfen, nicht um zu verurteilen - damit Glaube nicht krank macht und ein Leben in Kirche und Gemeinde gelingt. Es soll herausfordern und ermutigen, genauer hinzusehen. Mit dem Ergebnis, dass Glaube und Gottes Botschaft der Liebe in ein Leben von Freiheit und Eigenverantwortung führen und nicht in Unterdrückung und Abhängigkeit.

Diana Schultz wurde 1977 in Karlsruhe geboren. Ihr Studium der Betriebswirtschaftslehre mit den Schwerpunkten Tourismus, Marketing und Internationales Management schloss die Autorin im Jahre 2003 mit dem akademischen Grad Betriebswirtin (FH) erfolgreich ab. Praktika und Auslandsaufenthalte in USA, Australien, Neuseeland, Spanien und Österreich verhalfen ihr zu internationaler Erfahrung. In ihrem Berufsleben in den Bereich Marketing, Vertrieb, Öffentlichkeitsarbeit und Eventmanagement gewannen Soft Skills und Sozialkompetenzen zunehmend an Bedeutung für sie. Nach einem zweijährigen berufsbegleitenden Studium der Beratungspsychologie absolvierte Diana Schultz 2013 schließlich den Master of Science (MSc) an der Lee University, TN, USA. Privat ist die Autorin seit vielen Jahren ehrenamtlich in verschiedenen Kirchen und Werken aktiv. Im Rahmen ihrer Abschlussarbeit widmete sie sich der Thematik der vorliegenden Arbeit.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 86
    Erscheinungsdatum: 10.11.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783668084667
    Verlag: GRIN Verlag
    Serie: Akademische Schriftenreihe Bd.V310201
    Größe: 279kBytes
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Geistlicher Missbrauch. Ein Beitrag zur Aufklärung

2 Geistlicher Missbrauch in der Praxis

Ken Blue berichtet in seinem Werk "Heilung erfahren nach geistlichem Missbrauch" von Menschen, die diese Art von Missbrauch am eigenen Leib erfahren haben. Nachfolgend werden drei dieser Berichte vorgestellt. Hierbei wird der Missbrauch sowohl aus Sicht des Opfers als auch aus Sicht des Täters beleuchtet.

2.1 Aus der Sicht des Opfers

2.1.1 Fall "Sarah"

Sarah ist 36 Jahre alt und seit einigen Jahren als Bürokauffrau bei einer Versicherung angestellt. Sie ist seit vielen Jahren aktives Mitglied einer evangelischen Gemeinde. Ihr Ehemann und ihre Kinder sind ebenfalls regelmäßige Besucher dieser Kirchengemeinde. Als Sarah immer mehr in ein depressives Tief rutscht, vereinbart sie einen Termin bei einer Beratungsstelle außerhalb ihrer Gemeinde und beginnt die Sitzung mit den Worten: "Entweder werde ich verrückt oder ich stehe kurz vor einem großen Durchbruch in meinem geistlichen Wachstum." Der Berater bemerkt, dass dies zwei vollkommen entgegengesetzte Dinge seien und fragt Sarah, wie sie darauf käme. Sie berichtet, dass sie vor einigen Monaten verzweifelt ihren Pastor aufgesucht habe, da ein Gefühl von Traurigkeit sie nicht mehr losließ. Sie erzählt, wie der Pastor angeblich ohne Umschweife auf ihr "Grundproblem" zu sprechen kam. Als der Berater nachfrägt, was dies genau sei, senkt Sarah den Blick und beteuert: "Ich bin selbst an allem schuld. Mein Pastor sagt, ich würde mich gegen Gott auflehnen."

Was folgt, ist eine unglückliche und nur zu häufig vorkommende Geschichte innerhalb christlicher Gemeinden. Als Sarah ihren Pastor um Hilfe bittet, nennt dieser ihr als "Rezept" einige Bibelstellen. Diese sollte sie auswendig lernen und immer wieder aufsagen. Auf diese Weise würden ihre Gedanken von sich selbst abgelenkt und auf Gott gerichtet. Die Depression würde laut Aussage des Pastors verschwinden, sobald Sarah ihre sündige Ich-Bezogenheit überwunden hätte.

Sarah hat den Vorschlag ihres Pastors ausprobiert, ihre Depression ist davon jedoch nicht verschwunden. Das Gegenteil ist der Fall - es kommen massive körperliche Beschwerden hinzu. Sarah fühlt sich von ihrem Pastor verurteilt und beteuert dem Berater, dass sie dessen Ratschläge alle treu umgesetzt hatte. Sie berichtet von plötzlich auftretenden Albträumen und zunehmender Schlaflosigkeit. In solchen Augenblicken sei sie überzeugt davon, ein schlechter Mensch zu sein, da ihr Leben sonst sicher nicht solch ein Chaos wäre.

Insgesamt kämpft Sarah sechs Monate auf diese Weise mit sich und ertappt sich immer wieder bei dem Gedanken, all dem bald ein Ende setzen zu wollen. Dann wiederum beschäftigen sie die Gedanken, dass sie eventuell doch kurz vor einem Durchbruch vor einer größeren "Heiligkeit" stünde, wie viele Gemeindemitglieder ihr das prophezeiten. Immer wieder überkommt Sarah jedoch das Gefühl, dass sie ihre aktuelle Lage und akute Last nicht mehr lange aushalten und ertragen könne (vgl. Blue, 1993, S. 116-117).

Kurzbetrachtung: Fall "Sarah"

Bei der Betrachtung von Sarahs Geschichte fallen einige Faktoren ins Auge: Sarahs Pastor ignoriert die körperlichen und emotionalen Dimensionen ihres Problems und vollzieht eine Problemlösung mit einem engen, stark "vergeistlichten" Ansatz. Er glaubt ohne viel nachzufragen Sarahs Grundproblem zu kennen. Allerdings sind hier wenig greifbare Faktoren am Werk und dieses kaum Fassbare ist es, was den Tätern von geistlichem Missbrauch die Macht gibt, großen Schaden anzurichten, bewusst oder unbewusst (vgl. Blue, 1993, S. 22).

Sarah hatte sich ihrem Pastor gegenüber verletzlich gezeigt, indem sie über ihre persönlichen Probleme sprach. Sie ging von der Annahme aus, dass der Pastor in diesem Problembereich "gesünder" war als sie bzw. dass dieser zumindest

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