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Handbuch der Pädagogischen Psychologie (Handbuch der Psychologie, Bd. 10)

  • Verlag: Hogrefe Verlag
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Handbuch der Pädagogischen Psychologie (Handbuch der Psychologie, Bd. 10)

Das Handbuch informiert über Lernen und Lernende sowie über Unterrichten und Lehrende . Grundlagen und Methoden des Beurteilens, Diagnostizierens und Bewertens werden ebenso dargestellt wie aktuelle Ansätze zur Prävention und Intervention. Behandelt werden ferner die psychologischen Grundlagen von Beratung und Erziehung, psychologische Aspekte der Lernumwelt sowie schulische Lernbereiche und ausgewählte Phänomene, Ursachen und Diagnosemöglichkeiten von Lern- und Verhaltensstörungen. Außerdem werden einschlägige Forschungsmethoden der Pädagogischen Psychologie skizziert. Das Handbuch bietet mit insgesamt 65 Beiträgen eine Grundlage für die Lehre in Pädagogischer Psychologie. Es informiert aber auch Studierende und Fachvertreter von Nachbardisziplinen (z.B. Pädagogen, Lehramtsstudierende) sowie Berufspraktiker über zentrale Themen der Pädagogischen Psychologie. Die Herausgeber Prof. Dr. Wolfgang Schneider , geb. 1950. 1969-1975 Studium der Psychologie, Theologie und Philosophie in Heidelberg und Wuppertal. 1979 Promotion. 1988 Habilitation. 1990-1991 Vertretung und seit 1991 Inhaber des Lehrstuhls für Psychologie IV (Pädagogische und Entwicklungspsychologie) an der Universität Würzburg. Prof. Dr. Marcus Hasselhorn , geb. 1957. 1977-1983 Studium der Psychologie und Pädagogik in Göttingen und Heidelberg. 1986 Promotion. 1993 Habilitation. Seit 1997 Leiter der Abteilung Pädagogische Psychologie und Entwicklungspsychologie am Georg-Elias-Müller Institut für Psychologie der Universität Göttingen. Seit 2007 Leiter der Arbeitseinheit Bildung und Entwicklung am Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) in Frankfurt am Main.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 772
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783840918636
    Verlag: Hogrefe Verlag
    Größe: 6078 kBytes
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Handbuch der Pädagogischen Psychologie (Handbuch der Psychologie, Bd. 10)

Lernmotivation und Interesse (S. 38)

Learning Motivation and Interest
Ulrich Schiefele
1 Einleitung

Die Bedeutung motivationaler Lernermerkmale basiert zum einen auf empirischen Studien, die belegen, dass bestimmte Formen der Lernmotivation (LM) den Lernerfolg begünstigen (z.B. Pintrich, 2000). Zum anderen sind hoch lernmotivierte Schüler nicht nur aus Leistungsgründen wünschenswert, sondern auch weil der Unterricht mit motivierten Schülern konfliktfreier, reibungsloser und effizienter abläuft (Helmke, 2003). Sowohl für Schüler als auch Lehrer ergibt sich in diesem Fall eine höhere Erlebensqualität, die jedoch indirekt auch den Lernerfolg begünstigen kann. Schließlich sind Motivation und (vor allem) Interesse wichtig, weil sie dafür sorgen, dass Schüler auch langfristig danach streben, sich mit bestimmten Fächern auseinanderzusetzen (z.B. in Studium und Beruf).

Obwohl LM und Interesse in der Alltagssprache von Schülern und Lehrern häufig gleichgesetzt werden, handelt es sich um klar unterscheidbare – wenn auch eng verwandte – Konstrukte (vgl. Schiefele, 1996). Unter LM soll der in einer konkreten Situation aktuell auftretende Zustand verstanden werden, über einen gegebenen Lerngegenstand Wissen erwerben zu wollen.

Diese aktuelle Motivation kann dahingehend differenziert werden, ob und welche Handlungsfolgen (z.B. soziale Anerkennung) bzw. tätigkeitsspezifischen Anreize (z.B. Kompetenzerleben) angestrebt werden. Die Forschung hat sich in der Vergangenheit insbesondere mit den Bedingungen (z. B. Selbstkonzept eigener Fähigkeit) und Folgen (z.B. Lerngewinn) von LM befasst. Das fachbezogene Interesse gehört dabei zu den Bedingungen der LM.

2 Begriffsklärung

2.1 Motivation und Motiv

Die Motivationspsychologie unterscheidet üblicherweise zwischen "Motivation" und "Motiv" (z.B. Rheinberg, 2006b). Während die Motivation – wie oben bereits angesprochen – als situationsspezifische, aktuelle Verhaltensbereitschaft zu verstehen ist, bezeichnen Motive überdauernde Eigenschaften der Person. Aufgrund biologisch-evolutionärer Theorien und Befunde wird nur eine relativ geringe Zahl von Motiven unterschieden (vgl. Schneider & Schmalt, 2000).

Davon ist für den Lernbereich neben dem Neugier- und dem Anschlussmotiv vor allem das Leistungsmotiv relevant. Für Personen mit stark ausgeprägtem Leistungsmotiv ist dabei das Erleben eigener Kompetenz und Tüchtigkeit von besonders großer Bedeutung. Motive stellen Bedingungen des Entstehens aktueller Motivation (Aktualgenese) dar. Sie werden durch bestimmte Situationsmerkmale (z. B. Anregung von Wettbewerb) aktiviert und führen dann zu einer entsprechenden Motivation.

Rheinberg (2006b, S. 15) definiert Motivation als eine "aktivierende Ausrichtung des momentanen Lebensvollzugs auf einen positiv bewerteten Zielzustand". Motive sind nach seiner Ansicht dagegen als überdauernde Bewertungsvorlieben aufzufassen, d. h. als stabile Präferenzen für das Erleben spezifischer Zustände.

2.2 Aktuelle und habituelle Lernmotivation

Während die aktuelle Motivation und die Bedingungen ihrer Entstehung meist aus allgemeinpsychologischer Sicht von Interesse sind, fragt die Pädagogische Psychologie bevorzugt nach den Bedingungen und Auswirkungen habitueller LM. Darunter versteht man das wiederholte bzw. gewohnheitsmäßige Auftreten einer bestimmten Form aktueller Motivation, im Sinne eines relativ überdauernden Persönlichkeitsmerkmals (vgl. Pekrun, 1988). Beobachten wir z. B., dass eine Schülerin hä

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