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Interpersonelle Psychotherapie Mit dem Original-Therapiemanual von Klerman, Weissman, Rounsaville und Chevron von Schramm, Elisabeth (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 22.06.2019
  • Verlag: Schattauer
eBook (ePUB)
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Interpersonelle Psychotherapie

- Neu in der 4. Auflage: Aktuelle Studien, Optimierung durch übersichtliche Merkkästen und Zusammenfassungen - Expertise: Das Autorenteam leitet international zahlreiche IPT-Kurse und Workshops Die 'Interpersonelle Psychotherapie' (IPT), ursprünglich von

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 352
    Erscheinungsdatum: 22.06.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783608115253
    Verlag: Schattauer
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Interpersonelle Psychotherapie

1 Der interpersonelle Ansatz bei depressiven Störungen

Elisabeth Schramm
1.1 Sind depressive Störungen Beziehungsstörungen?

"Regardless of what other factors may be involved, the interpersonal context affects greatly whether a person becomes depressed, the person's subjective experience while depressed, and the behavioral manifestations and resolution of the disorder." ( Joiner et al. 1999 , S. 3)

"Relationships matter - in health, disease, coping with stress, and recovering from illness. This is the rationale for interpersonal psychotherapy!" ( Ravitz und Watson 2014 , S. 275)

Frau N. liegt schon seit fünf Uhr wach. Jetzt ist es schon kurz vor Acht, und sie kann sich einfach nicht überwinden aufzustehen. Sie müsste sich krankmelden, so wie letzte Woche, aber sie schafft es nicht. Man wird sich fragen, was mit ihr los ist. Ihr Mann hat das Haus bereits verlassen und die Kinder zur Schule gebracht. Er wird ärgerlich sein, wenn er hört, dass sie weder bei der Arbeit noch beim Arzt war. Es wird Streit geben, denn er war dagegen, dass sie wieder in den Beruf einsteigt, solange die Kinder klein sind. Ihre Söhne werden um 13 Uhr nach Hause kommen und enttäuscht sein, dass nichts gekocht ist. Frau N. hat keine Energie, um ihre Arbeit und den Haushalt zu bewältigen. Sie fühlt sich niedergeschlagen, unzulänglich und wertlos. Manchmal ist ihr aber alles einfach egal, dann fühlt sie gar nichts. Vielleicht sollte sie heute doch zum Arzt gehen. Sie glaubt kaum, dass irgendjemand sie verstehen kann. Sie versteht sich ja selbst nicht mehr.

Frau N. ist an einer Depression erkrankt. Depressive Störungen müssen in ihrem interpersonellen Kontext verstanden werden, denn sie sind damit untrennbar verknüpft. Wie das Beispiel deutlich macht, beeinträchtigt die Depression zwangsläufig die zwischenmenschlichen Beziehungen und sozialen Rollen des Betroffenen. Der Depressive leidet also nicht alleine, sondern sein Umfeld ist ebenso von der Depression betroffen. Umgekehrt haben Beziehungskonflikte und Schwierigkeiten, Rollenerwartungen zu entsprechen, einen entscheidenden Einfluss auf den psychischen Zustand eines Menschen. So entstehen negative Rückkopplungen zwischen depressivem Verhalten und sozialen Interaktionen ( Abb. 1-1). Insofern ist diese Sichtweise nicht nur als interpersonell, sondern als interaktionell zu bezeichnen. Dabei wird von einem fundamentalen, psychobiologisch basierten Grundbedürfnis nach Bindung ausgegangen ( Bowlby 1969 ), ebenso wie von einer zugrunde liegenden Vulnerabilität des Betroffenen für depressive Störungen.

Abb. 1-1 Wechselwirkung zwischen interpersonellen Belastungen und Depressionen.

Eines der typischsten Kennzeichen einer Depression ist der interpersonelle Rückzug . Depressive Menschen meiden den Kontakt mit anderen und bleiben auf diese Weise in ihren depressiven Wahrnehmungen und in ihrer eigenen negativ gefärbten Welt gefangen. Während ein intrapsychisches Behandlungsmodell den Fokus eben dort (in der eigenen Wahrnehmung und den inneren Prozessen eines Individuums) ansiedelt, wird bei interpersonellen Verfahren gezielt versucht, die Verbindung zwischen dem Individuum und der Umwelt wiederherzustellen bzw. den Patienten "aus seinem Kopf", seiner "abgeschotteten depressiven Welt", herauszubekommen. Der Fokus liegt dabei auf den zwischenmenschlichen Interaktionen des Patienten.

Abgrenzung und Besonderheiten: "Welche Psychotherapie ist eigentlich nicht interpersonell?", ist eine Frage, die auf das Besondere der Interpersonellen Psychother

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