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Lebensgefühl Angst von Schmidbauer, Wolfgang (eBook)

  • Verlag: Edel Elements
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Lebensgefühl Angst

Generation Angst: Noch nie hatten so viele Menschen so viel zu verlieren wie heute. Ängste bestimmen weithin das Lebensgefühl. Gibt es einen Weg von der Generation Angst zur Generation Zuversicht? Wolfgang Schmidbauers Buch ist mehr als die brillante Analyse eines Gefühls: Es ist ein Buch über Lebenskunst in schwierigen Zeiten.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 208
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783955303068
    Verlag: Edel Elements
    Größe: 1470 kBytes
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Lebensgefühl Angst

Vorwort

Das frühkindliche Wesen ist wirklich nicht dafür ausgerüstet, große Erregungssummen, die von außen oder innen anlangen, psychisch zu bewältigen. 1

Auf den ersten Blick scheint es paradox. Wahrscheinlich haben die Menschen in Europa noch nie eine so lange Zeitperiode in einem solchen Maß von Sicherheit und Wohlstand gelebt. Hungernöte, Naturkatastrophen, Krieg und Vertreibung sind für die meisten von uns Geschichte oder Geschichten aus einer Vergangenheit, von deren unmittelbarem Augenschein nur noch wenige erzählen können.

Aber die Angst hat viel von dem unscheinbaren Band, mit dem die Götter der germanischen Sage den übermächtigen Fenris-Wolf fesselten, der die stärksten Ketten aus Stahl zerrissen hatte. Dieses Band wirkte harmlos, war aber von einem Zauber durchtränkt, der es immer fester machte, je mehr man es zu zerreißen versuchte.

Es liegt nahe, von einer "Generation Angst" zu sprechen. Ich verbinde diesen Begriff damit, dass noch nie so viele Menschen soviel zu verlieren hatten wie heute. Sicherheit, Wohlstand, ein hohes Niveau von Konsum und universeller Kommunikation prägen diese Generation. Jeder ist jederzeit potenziell via Handy erreichbar - wer also muss noch Trennungsangst ertragen? Wir sind gegen Einbruch, Diebstahl, Krankheit, Unfall, Prozesse, Hagelschlag, Glasbruch, gegen die Explosion unseres Heizkessels und den Verlust unserer Zahnprothese versichert. 2 Aber merkwürdigerweise laufen wir missmutiger durch die Straßen als die Armen im Jemen oder in Brasilien. Das drücken auch unsere Statistiken aus, denen zufolge hierzulande jeder zehnte Mensch zugibt, an mindestens unangenehmen, jeder zwanzigste sogar einräumt, an ernsthaft das Leben einschränkenden Ängsten zu leiden. Die Zahl der Angstkranken, die gar nicht wissen, was sie plagt, ihre Entwicklungsmöglichkeiten lähmt oder sie in Phantasiewelten festhält, dürfte noch erheblich höher sein.

Angst kann sich zu heftigster Qual steigern. Angstkranke, die arge Schmerzen erleiden mussten, etwa nach einem Unfall oder während eines Herzinfarktes, berichten nicht selten, dass sie diesen Schmerz, so sehr er sie auch plagte, der Panikattacke vorziehen würden.

So verwundert es nicht, dass manche Opfer von Ängsten die Angst in Schmerz umwandeln, indem sie sich selbst verletzen, sich mit Rasierklingen schneiden oder Zigaretten auf dem Handrücken ausdrücken.

Angst ist in der Regel nicht gefährlich. Sie entstammt natürlichen Wurzeln und ist im Grunde biologisch sinnvoll. Sie hat, wie der Hunger und die Liebe, ihre Gestalt und ihre Zeit. Sie kann zwar nicht von einem kleinen Kind, in der Regel aber von einem einsichtigen Erwachsenen bewältigt werden - vorausgesetzt, wir erleben sie bewusst, gestehen sie uns ein, nehmen sie als Teil unserer kreatürlichen Ausrüstung und geben ihr nicht mehr Macht, als ihr im Dienst der Liebe zum Leben und zur Freiheit zusteht.

Viel gefährlicher als die Angst ist eine erstarrte Form, sie abzuwehren und sie zu verleugnen, vor allem aber die Suche nach einer Welt, die uns und anderen garantiert angstfreie Räume verheißt, und der Wunsch, diese mit aller Gewalt zu verwirklichen. Demagogen, welche die menschliche Angstneigung ausnützen, versprechen nicht selten, dass wir keine Angst mehr haben müssen, wenn wir erst unsere gegenwärtigen Ängste in Gewalt umsetzen und alle aus dem Weg räumen, auf die wir diese Ängste projizieren.

Dieser Glaube an eine angstfreie Zukunft, die erringt, wer den Sündenbock vernichtet, hat Menschen zu aberwitzigen Grausamkeiten veranlasst, die darauf hinausliefen, alles Ängstigende aus der Gegenwart hinauszumorden, um die eigene Zukunft, das eigene Ü

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