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Lehrbuch der Klinischen Kinderpsychologie

  • Verlag: Hogrefe Verlag Göttingen
eBook (PDF)
59,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
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Lehrbuch der Klinischen Kinderpsychologie

Die überarbeitete und erweiterte Auflage des bewährten Lehrbuches liefert in 45 Kapiteln eine Übersicht über Grundlagen und wichtige Anwendungsbereiche der Klinischen Kinderpsychologie. Im Mittelpunkt stehen zentrale Ansätze zur Erklärung und Behandlung psychischer Störungen im Kindes- und Jugendalter. Zunächst beschäftigt sich das Lehrbuch mit den Konzepten der Klinischen Kinderpsychologie, informiert über Klassifikation, Ursachen, Entwicklung und Verlauf psychischer Störungen im Kindes- und Jugendalter und geht insbesondere auf altersspezifische Entwicklungsrisiken und -abweichungen ein. Großen Raum nimmt anschließend die Darstellung von Entwicklungsstörungen, von emotionalen und Verhaltensstörungen, von Suchterkrankungen, Persönlichkeits- und somatoformen Störungen sowie der psychosozialen Auswirkungen körperlicher Erkrankungen ein. Im letzten Teil des Lehrbuches werden wichtige Anwendungsbereiche und Therapieansätze erörtert. Unter anderem wird hier auf die Prävention psychischer Störungen, die Frühförderung, die Kinder- und Jugendhilfe, die forensische Kinderpsychologie sowie auf die Familien- und Psychopharmakotherapie eingegangen. Ergänzt wurde das Lehrbuch u.a. mit Kapiteln zu motorischen Entwicklungsstörungen, zu Kindesmissbrauch sowie zu Kindern psychisch kranker Eltern. Die Verständnisfragen am Ende der jeweiligen Kapitel orientieren sich an den Vorgaben der Approbationsprüfung im Bereich Kinder- und Jugendpsychotherapie. Lösungshinweise werden online zur Verfügung gestellt.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 905
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783840924477
    Verlag: Hogrefe Verlag Göttingen
    Größe: 8927 kBytes
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Lehrbuch der Klinischen Kinderpsychologie

1.3 Grundlagen und klinische Praxis

Die Klinische Kinderpsychologie liefert wesentliche Grundlagen zur Planung und Durchführung von kindund familienorientierten Interventionen; aus ihren Befunden lassen sich wirksame Präventionsund Psychotherapiekonzepte entwickeln (vgl. Fonagy et al., 2005) und neue Akzente für die klinische Praxis setzen. Wesentliche Grundlagen der Klinischen Kinderpsychologie stammen aus der Entwicklungspsychologie, wobei entwicklungspsychologische Befunde allein schon durch die differenzierte Beschäftigung mit Entwicklungsabweichungen in der klinischen Praxis eine besondere oder neue Bedeutung erhalten (Schore, 2007). So veränderten wichtige Erkenntnisse der modernen Säuglingsund Kleinkindforschung die Vorstellungen zur frühen Entwicklung und damit zentrale Konzepte der Klinischen Kinderpsychologie (vgl. Kullik & Petermann, 2012; vgl. Kapitel 4 in diesem Band). Die detaillierte Analyse der frühen Mutter-Kind-Interaktion, das Wissen um die Temperamentsentwicklung und die Gedächtnisleistung von Säuglingen und Kleinkindern führt zu einem neuen Verständnis darüber, wie Entwicklungsabweichungen und psychische Störungen entstehen und therapeutisch beeinflusst werden können.

Die Bindungsforschung widmete sich in den letzten Jahrzehnten zunehmend frühen Beziehungsund Bindungserfahrungen des Kindes sowie deren Auswirkungen auf die weitere Entwicklung und die Gestaltung zukünftiger Beziehungen (Fonagy & Target, 2006). Seit einigen Jahren rückt neben der frühen Mutter-KindBindung auch zunehmend der Einfluss des Vaters oder der Beziehungen zu den Geschwistern, Großeltern, Gleichaltrigen etc. in den Mittelpunkt des Interesses (Rutter, 1998). Vor allem bei jungen Kindern, aber auch im Entwicklungsverlauf ist die Qualität der Beziehung des Kindes zu primären Bezugspersonen entscheidend für die psychische Entwicklung (vgl. Eyberg et al., 1998). In diesem Zusammenhang kommt Interaktionsstörungen eine zentrale Bedeutung zu, die von Schmidt in diesem Buch (vgl. Kapitel 26) dargestellt werden.

Darüber hinaus prägen natürlich auch noch andere Faktoren, wie etwa die sozialen und ökonomischen Bedingungen einer Familie und die Qualität der schulischen Förderung, die Entwicklung eines Kindes. Diese Erkenntnisse haben dazu geführt, dass die Kinderpsychotherapie, aber auch Präventionsprogramme in den letzten Jahrzehnten immer stärker die Familie und Schule, in die Planung und Umsetzung von Interventionen einbezogen haben. Heute existiert eine Vielzahl von kindergarten-, schulund familienbasierten Präventionsund Behandlungsansätzen, die dieser Sichtweise gerecht werden wollen (vgl. Barrett & Ollendick, 2004).

Das Ausmaß und die Form, in dem das soziale Bezugsfeld berücksichtigt wird, hängt vor allem vom Alter der betroffenen Kinder ab; in diesem Kontext ist eine entwicklungsund familienorientierte Intervention gefordert (vgl. Eyberg et al., 1998; Mattejat & Ihle, 2011). Vor allem die familienorientierte Intervention bildet eine wichtige und traditionsreiche Vorgehensweise, die Cierpka in diesem Buch ausführlich behandelt (vgl. Kapitel 44).

Die Entwicklungsprognose eines Kindes hängt vor allem von den Ressourcen des Kindes, den Fördermöglichkeiten der sozialen Umgebung, dem Entwicklungsstand und dem sozialen Kontext ab. Dies verdeutlicht, dass ohne fundierte entwicklungspsychologische und entwicklungspsychopathologische Kenntnisse kaum aussagekräftige klinische Urteile möglich sind. Ein wesentliches Merkmal der Klinischen Kinderpsychologie bildet somit ihre Entwicklungsorientiertheit.

Diese Sichtweise bezieht sich vor allem auf die
- Entstehung und den Verlauf psychischer Störungen (= Entwicklungspsychopathologie),
- Diagnosestellung (= entwicklungsorientierte Diagnostik) und
- Therapie des Kindes und seiner Familie (= entwicklungsorientierte Interven tion).

Selbstverständlich sollten sich diese Sichtweisen in der klinischen Fallarbeit widerspiegeln (vgl. Peterman

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