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Lehrbuch der Klinischen Psychologie und Psychotherapie Modelle psychischer Störungen

  • Verlag: Hogrefe Verlag Göttingen
eBook (PDF)
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Lehrbuch der Klinischen Psychologie und Psychotherapie

Klare Didaktik, gute Lesbarkeit und aktuelle Informationen zu wichtigen klinischen Störungsbildern zeichnen auch die vierte, vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage des erfolgreichen Lehrbuches aus. Das Buch ist mittlerweile als Standardwerk in der Aus- und Weiterbildung etabliert und eignet sich hervorragend für die praktische Tätigkeit von Klinischen Psychologen und Psychotherapeuten. Das Lehrbuch beginnt mit einer fundierten Einführung in die Grundlagen der Klinischen Psychologie. Unter anderem wird hier auf Probleme der Klassifikation und Diagnostik sowie der Therapieindikation und klinischen Forschung eingegangen. Der umfangreiche zweite Teil bietet einen Überblick über ausgewählte Störungsbilder, mit denen Klinische Psychologen ebenso wie Psychotherapeuten unbedingt vertraut sein sollten: z.B. Soziale und spezifische Phobien, Agoraphobie und Panikanfälle, Depressionen, Persönlichkeitsstörungen, Posttraumatische Belastungsstörungen, Somatoforme Störungen, Schlafstörungen, Alkoholismus, Essstörungen, Schizophrenien. Die Neuauflage wurde mit Kapiteln zu den psycho-biologischen Grundlagen stressbezogener Erkrankungen sowie zur Generalisierten Angststörung ergänzt. Die Kapitel zu den verschiedenen psychischen Störungen sind einheitlich aufgebaut. In der Neuauflage des Lehrbuches wurden insbesondere die Ausführungen zu grundlegenden psychotherapeutischen Interventionen bei einzelnen Störungsbildern wesentlich erweitert.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 603
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783840917127
    Verlag: Hogrefe Verlag Göttingen
    Größe: 18427 kBytes
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Lehrbuch der Klinischen Psychologie und Psychotherapie

" 1 Definition und Stellenwert der Klassifikation (S. 4-5)

Jede Wissenschaft bemüht sich, die Phänomene ihres Untersuchungsbereiches zu benennen und sie nach bestimmten Gesichtspunkten zu klassifizieren, um die Phänomene einer systematischen Erforschung zugänglich und die Beobachtungsergebnisse mitteilbar und vergleichbar zu machen. Die dabei benutzten Fachtermini, sprachliche Kürzel für mehr oder minder komplexe Sachverhalte, sollen möglichst gut definiert sein (Möller, 1976), um die wissenschaftliche Kommunikation zu garantieren.

Unter Klassifikation versteht man zweierlei:

Primär: Die Einteilung einer Mannigfaltigkeit (Menge von Merkmalen, Population von Fällen) in ein nach Klassen gegliedertes System (Systematik).
Sekundär: Die Zuordnung einzelner Merkmale bzw. Fälle zu Klassen eines solchen Systems (Diagnostik).

Die Klassifikation psychischer Störungen ist unter verschiedenen Gesichtspunkten kritisiert worden. Der idiografische Ansatz, der einer individualisierenden Betrachtung des Patienten in der Einmaligkeit seiner Entwicklung, seiner Persönlichkeit und der für ihn pathogenen Situation das Hauptinteresse widmet (Menninger, 1963; Meyer, 1907), stellt die Möglichkeit einer der Individualität des Patienten gerecht werdenden klassifikatorischen Zuordnung prinzipiell in Frage.

Dem ist entgegenzuhalten, dass ein solcher Ansatz keineswegs den der klassifikatorischen Zuordnung des Einzelfalles in eine Klasse von Fällen mit ähnlichen Charakteristika und Gesetzmäßigkeiten ausschließt, sondern ihn nur sinnvoll ergänzt und so den Einzelfall spezifizierten ärztlichen Interventionsmöglichkeiten zuführt (v. Zerssen, 1973a, 1973b). Radikaler noch als von Anhängern des idiografischen Ansatzes wird die Klassifikation psychischer Störungen von Autoren, die zur so genannten "Antipsychiatrie" gezählt werden, kritisiert. Sie schlagen vor, jegliche Klassifikation psychischer Störungen als den Patienten schädigende "Etikettierung" zu unterlassen (Foudraine, 1973; Laing, 1972; Scheff, 1973; Szasz, 1973), eine Position, die zumindest in ihrer radikalen Ausformulierung, dass die Lebensschwierigkeiten psychisch Kranker, z. B. Schizophrener, lediglich aus der diagnostischen Etikettierung ihrer Verhaltensstörungen und aus der dadurch beeinflussten Einstellung der Mitmenschen resultieren, unhaltbar scheint (Bean, 1979; v. Praag, 1978; Schipkowensky, 1974; v. Zerssen, 1976).

Solchen, mehr oder weniger grundsätzlich kritischen Einstellungen gegenüber einer Klassifikation psychischer Störungen ist ebenso grundsätzlich entgegenzuhalten, dass erst die Klassifikation psychischer Störungen die Grundlagen schafft für die Erforschung der multifaktoriellen Entstehungszusammenhänge solcher Störungen und dass mit der Erkenntnis dieser konditionalen Zusammenhänge Voraussetzungen für eine rationale und empirisch begründete Therapie dieser Störungen geschaffen werden. Die Klassifikation psychischer Störungen kommt somit durchaus den Menschen zugute.

Das lässt sich an einfachen Beispielen zeigen. Gäbe es z. B. nicht die Klassifikation in endogene und exogene Psychosen (körperlich begründbare Psychosen), würde man sicherlich nicht hinsichtlich der Therapie dieser psychischen Krankheiten differenzieren, würde also exogene Psychosen wie endogene Psychosen möglicherweise nur mit Neuroleptika und ergänzenden psychosozialen Maßnahmen behandeln, anstatt die körperlichen Ursachen der exogenen Psychosen zu bekämpfen. In einemsolchen Fall könnte der Verzicht auf eine adäquate Systematik und Diagnostik le

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