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Manual zur mehrdimensionalen Therapie der Depression Psychotherapeutische Selbst-Rekonstuktion - Antidepressive Standardtherapie - Ressourcenorientierte Psychoedukation von Scholz, Herwig (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 27.08.2009
  • Verlag: Kohlhammer
eBook (ePUB)
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Manual zur mehrdimensionalen Therapie der Depression

Dieses Manual bietet eine innovative Erweiterung der medikamentösen Standardtherapie durch eine ressourcenorientierte Psychotherapie mit spezieller Einbeziehung des familiären und sozialen Umfelds. Die Basis bildet eine aktualisierte Sicht der Entwicklung depressiver Erkrankungen als Konsequenz selbstentwertender Reaktionskreisläufe. Zur verbesserten Diagnostik dieser oft als Schutz angesehenen Muster wird ein eigenes problemzentriertes Inventar vorgestellt, das auch hilfreiche Ressourcen zur therapeutischen Veränderung ermittelt. Die therapeutischen Strategien werden durch Fallvignetten veranschaulicht, ein Stufenplan sowie ein analoges Gruppenkonzept runden das Werk ab.

Univ. Prof. Dr. Herwig Scholz, Psychiater und Psychotherapeut, Leiter des Departements für Psychosomatik in Waiern, Feldkirchen und des Krankenhauses de La Tour in Treffen. Univ. Prof. Dr. Hans-Georg Zapotoczky, Psychiater und Psychotherapeut, em. Ordinarius der Universitätsklinik für Psychiatrie in Graz.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 181
    Erscheinungsdatum: 27.08.2009
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783170273962
    Verlag: Kohlhammer
    Größe: 5228kBytes
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Manual zur mehrdimensionalen Therapie der Depression

Teil I: Theoretische Hintergründe

1 Die vielen Dimensionen depressiver Erkrankungen

1.1 Die Vielfalt von Erscheinungsbildern und Einflussfaktoren bei depressiven Erkrankungen

Das klinische Zustandsbild, in dem sich eine Depression äußern kann, ist bei vielen Menschen völlig verschieden ausgestaltet. Man kann zur Überzeugung gelangen, dass jeder depressive Mensch auf seine eigene Art auf die Krankheit Depression reagiert.

Der Kliniker ist naturgemäß immer versucht, ein Symptom-Muster zu erstellen, das in jedem Fall zur Diagnose "Depression" hinführt - unabhängig von ätiologischen Einteilungen, wie in endogene, somatogene und psychogene Depressionen, die heute nicht mehr nachvollziehbar sind.

Auch die Aufteilung in "Major und Minor Depression" stellt einen Versuch dar, mit dem Phänomen Depression in irgendeiner Weise fertig zu werden. Sie führt nicht vorbei an dem Faktum, dass es, unabhängig von allen hochgestochenen diagnostischen Zuordnungen, ein depressives Kernsyndrom gibt, das in seiner Symptomatik der Major Depression weitgehend nahekommt (Philipp und Maier 1987, Steck 1988). Allerdings muss man dabei akzeptieren, dass es in verdünnter Form bei vielen anderen psychischen Störungen beobachtbar ist und somit unter zahlreichen anderen Diagnosen abgehandelt wird - angefangen von vegetativer Dystonie über verschiedene psychosomatische Störungen, larvierte Depression, endoreaktive Dysthymie bis zum Burn-out und psychoautonomen Anpassungsstörungen.

Schlafstörungen (besonders Durchschlafstörungen und Schlafverkürzung), Befindlichkeitseinbußen, wie einschießende Verstimmungen und Konzentrationsstörungen, kennzeichnen so gut wie immer auch depressive Beeinträchtigungen.

Appetitmangel, Tagesschwankungen der Befindlichkeit und Hoffnungslosigkeit lassen sich bei mehr als der Hälfte von depressiv bezeichneten Patienten erheben (Winokur et al. 1969). Man muss immer wieder nach diesen Symptomen fragen, denn der depressive Mensch trägt sie nicht auf den Lippen. Er verschweigt seine Symptomatik schamhaft, und Fragebögen, die er vorgelegt bekommt, können diesen Prozess kaum erhellen. Das ist eine der vielen Schwierigkeiten, die sich der Diagnostik einer Depression entgegenstellen. Es besteht der Eindruck, dass der Depressive sich immer mehr in sich zurückzieht, immer mehr introvertiert erscheint, wie wohl bei zyklischen Menschen ursprünglich eine extravertierte Persönlichkeitsstruktur angenommen wurde.

Der Depressive entzieht sich immer mehr, zuerst den anderen Menschen, dann sich selbst. Er wird zu einer leeren entemotionalisierten Hülse ohne den Schutz eines funktionierenen Selbstkonzepts.

Eine zweite (oder andere) Problematik besteht darin, dass uns ein kategoriales Krankheitsmodell der Depression allein nicht weiterführt (Cantor et al. 1980):

Die geschilderten Symptome unterliegen beim einzelnen Patienten so starken qualitativen und quantitativen Schwankungen, dass viel eher ein dimensionales Modell der Depression - wie wir es verstehen - dieser Störung gerecht werden kann.

Kategoriale Gesichts- und Ordnungsaspekte gehen von qualitativ unterschiedlichen Merkmalen aus. Untergeordnete Kategorien weisen alle Kriterien der ihnen übergeordneten auf.

Die dimensionale Betrachtungsweise hingegen stellt die unterschiedliche Qualität kategorialer Klassen in Zweifel und kennzeichnet jede Person durch eine Vielzahl von Eigenschaften, die verschieden dimensioniert kontinuierlich verteilt sind. Sie bezieht sich auf quantitative Unterschiede, die auch gemessen werden können (Widiger und Trull 1991). Es liegt deshalb nahe, depressiven Störungen eher mit einer dimensionalen Betrachtungsweise zu begegnen:

So hat Kendell (1976) Schweregrade (leicht und schwer), Verlaufsvarianten (akut und chronisch) und Prägnanztypen bei

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