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Medienpsychologie Schlüsselbegriffe und Konzepte

  • Erscheinungsdatum: 31.08.2016
  • Verlag: Kohlhammer
eBook (ePUB)
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Medienpsychologie

In diesem Lehrbuch und Nachschlagewerk werden 61 zentrale Konzepte der Medienpsychologie in kurzen Texten vorgestellt, die das aktuelle Wissen zu spezifischen Annahmen und Theorien bündeln. In der Neuauflage werden vor allem aktuelle Konzepte aus dem Bereich der Social Media integriert. Die einzelnen Kapitel sind nach einem einheitlichen Schema gestaltet und enthalten eine kurze Darstellung des jeweiligen Konzepts, eine detaillierte Erläuterung der zentralen Annahmen, eine Beschreibung der typischen Methodik, eine Zusammenfassung der aktuellen empirischen Ergebnisse sowie eine kritische Würdigung.

Prof. Dr. Nicole C. Krämer ist Professorin für Sozialpsychologie, Medien und Kommunikation an der Universität Duisburg-Essen. Prof. Dr. Stephan Schwan leitet die Arbeitsgruppe 'Realitätsnahe Darstellungen' am Institut für Wissensmedien in Tübingen. Prof. Dr. Dagmar Unz lehrt Medienpsychologie an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt. Prof. Dr. Monika Suckfüll hat den Lehrstuhl für Kommunikations- und Medienwissenschaften an der Universität der Künste Berlin inne.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 479
    Erscheinungsdatum: 31.08.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783170261396
    Verlag: Kohlhammer
    Größe: 4458kBytes
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Medienpsychologie

Individualmedien

Media Richness

Oliver Fischer

Worum geht es?

Das Konzept der Media- oder auch Information Richness (Daft & Lengel, 1984, 1986; Trevino et al., 1990, 1987) trifft Aussagen über die Passung von Medien und Situationen. Ob technisch vermittelte Individualkommunikation erfolgreich verläuft, hängt dieser Theorie zufolge davon ab, ob für eine Situation oder Aufgabe das angemessene Medium gewählt wird. Situationen werden dabei nach Ambiguität, Medien nach ihrer Reichhaltigkeit differenziert. Mit Ambiguität ist gemeint, dass die Kommunikationspartner erst noch zu einer gemeinsamen Deutung der Situation gelangen müssen. Die Reichhaltigkeit von Medien bezieht sich vor allem auf die Vielfalt verfügbarer Kanäle und auf die Geschwindigkeit, mit der kommunikatives Feedback möglich ist. Kernannahme der Theorie ist, dass in Situationen mit hoher Ambiguität reichhaltige Medien verwendet werden sollten. Diese Aussage ist nicht überraschend. Für die einfache Mitteilung von Fakten hingegen sind schlanke Medien besser geeignet. Diese Hypothese ist eher kontrainutitiv und wird seltener berichtet.

In ihrer ursprünglichen Form zielte die Theorie der Media Richness auf die Optimierung vermittelter Kommunikation in Organisationen ab. Die zentrale Hypothese war, dass Führungskräfte mit angemessenen Medienwahlpräferenzen oder höherer "media sensitivity" erfolgreicher sind als Führungskräfte mit unangemessenen Wahlpräferenzen. Die Medienwahlkompetenz wird damit zu einer Kernkompetenz für Führungskräfte (Lengel & Daft, 1989). In aktuellen Publikationen wird der Aspekt der Ergebnisoptimierung allerdings nur selten berücksichtigt. Untersucht wird in der Regel, ob die Medienwahlmuster insgesamt den Annahmen der Media-Richness-Theorie entsprechen, d. h., ob die Teilnehmer der Untersuchungen tatsächlich angeben, dass sie für Situationen mit hoher Ambiguität reichhaltige Medien und für Aufgaben mit niedriger Ambiguität weniger reichhaltige Medien wählen würden. Obwohl diese Theorie auf die achtziger Jahre zurückgeht ist Media Richness auch auf Medien und Anwendungskontexte anwendbar, die bei der ursprünglichen Analyse noch nicht Gegenstand der Überlegungen waren.
Darstellung der Annahmen

Die Theorie der Media Richness trifft Annahmen zu drei Bereichen: Eigenschaften von Aufgaben, Eigenschaften von Medien und Kontingenz von Kommunikationsanforderung und Medium zur Aufgabenbewältigung. Durch die systematische Betrachtung der Eigenschaften der Aufgabe geht diese Theorie etwa über die der Social Presence hinaus. Spätere Entwicklungen der Media-Richness-Theorie (Trevino, Daft & Lengel, 1990) berücksichtigen zusätzlich kontextuelle und symbolische Determinanten der Medienwahl.

1. Die Anforderungen organisationaler Kommunikation

Die Theorie medialer Reichhaltigkeit bezieht sich ursprünglich auf Kommunikation in Organisationen (Daft & Macintosh, 1981; siehe auch Trevino, Lengel & Daft, 1987; Trevino, Daft & Lengel, 1990). Organisationen werden dabei als dynamische Kommunikationsnetzwerke verstanden, für deren Funktionieren ein gemeinsames Bedeutungs- bzw. Symbolsystem erforderlich ist. Kommunikation und die Bearbeitung von Aufgaben erfolgt wesentlich face-to-face, wird aber zunehmend durch Medien vermittelt. Eine für den Organisationsalltag typische Aufgabe besteht in der Reduktion von Ambiguität ("equivocality"). Dieser Begriff ist für die Bestimmung der Angemessenheit von Medien zentral und bezeichnet eine Situation, in der Sender und Empfänger zunächst zu einem gemeinsamen Verständnis kommen müssen, worum es bei einer Aufgabe überhaupt geht. Daft und Lengel (1986) unterscheiden streng zwischen Ambiguität (equivocality) und Unsicherheit (uncertainty): Unsicherheit lässt sich einfach durch Hinzugewinn zusätzlicher Information beseitigen, während dies bei "equivoc

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