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Mentalisieren in der psychotherapeutischen Praxis Konzept und Umsetzung aus einer Hand von Allen, Jon G. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 31.10.2011
  • Verlag: Klett-Cotta
eBook (ePUB)
42,99 €
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Mentalisieren in der psychotherapeutischen Praxis

Die Einsatzmöglichkeiten: - Intervention bei bestimmten Störungsbildern wie Trauma und Borderline -Persönlichkeitsstörung - Arbeit in Familien und mit Eltern - Im Feld der sozialen Arbeit und der Anwendung in gesellschaftlichen Kontexten, etwa im Rahmen der Gewaltprävention oder in der Auseinandersetzung mit globalen Konflikten ZIELGRUPPE: - PsychotherapeutInnen aller Schulen - PsychoanalytikerInnen - Kognitive VerhaltenstherapeutInnen Mentalisieren bezeichnet - die Fähigkeit, das Verhalten anderer Menschen mit Bezugnahme auf ihre Grundhaltungen, Emotionen und Absichten zu verstehen und angemessen darauf zu reagieren, - das Wissen um die psychischen Beweggründe des eigenen Verhaltens. Mentalisierungsfähigkeit kann trainiert werden. Sie ist ausschlaggebend für die Organisation des eigenen Selbst und die Regulierung der Affekte.

Jon G. Allen, Ph. D., ist Professor für Psychiatrie am Menninger Department of Psychiatry and Behavioral Sciences am Baylor College of Medicine an der Menninger Klinik in Houston, Texas. Peter Fonagy, Dr. phil., Dipl-Psych., Psychoanalytiker, ist Professor am University College London und leitet das Anna Freud Centre in Hampstead/London. Zudem ist er Vize-Präsident der IPA, Mitherausgeber einer Anzahl bedeutender Zeitschriften, zum Beispiel des International Journal of Psychoanalysis, des Development and Psychopathology und des Bulletin of the Menninger Clinic. Fonagy gilt als einer der weltweit führenden Köpfe der Psychotherapieforschung. Anthony W. Bateman, M.A., ist konsultierender Psychiater für Psychotherapie am St. Ann's Hospital, Barnet, Enfield und Visiting Professor am University College in London.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 478
    Erscheinungsdatum: 31.10.2011
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783608102031
    Verlag: Klett-Cotta
    Serie: Fachbuch
    Originaltitel: Mentalishing in clinical practice
    Größe: 6586kBytes
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Mentalisieren in der psychotherapeutischen Praxis

Vorwort Der Ochsenkarren Ein philosophisches Rätsel aus der Antike lautet: "Was ist der wichtigste Teil eines Ochsenkarrens?" Die meisten Menschen antworten: "Die Räder." "Der Ochse." "Der Karren." "Der Fuhrmann." "Die Achsen." "Das Geschirr, in das der Ochse gespannt wird." Und so weiter. Ein erfahrener Psychoanalytiker versuchte es scherzhaft mit: "Die Peitsche." Meine Lieblingsantwort lautet: "Das Konzept eines Ochsenkarrens." Eine bessere Antwort auf die Rätselfrage kann es meines Erachtens nicht geben, denn sie zeigt, wie wichtig und wie wirkmächtig Konzepte sein können - obwohl man sie weder sehen noch anfassen und auch mit der funktionellen Magnetresonanztomographie nicht abbilden kann. Damit kommen wir direkt zur nächsten Frage: "Wodurch zeichnet sich ein spezifisches Konzept im Universum der Konzepte aus, was macht es wertvoller als andere Konzepte?" Ich denke, dass sich der Wert eines Konzepts nach vier Aspekten bemisst: 1. nach seiner klaren Definition, 2. nach seiner Nützlichkeit, 3. nach seiner Überlebensdauer und 4. nach seinem Potential, als Grundlage künftiger Konzepte zu dienen. Wenden wir diese vier Aspekte auf den Ochsenkarren an: Die Verbindung von vier Rädern durch zwei Achsen, die unter einer hölzernen Kiste befestigt werden, und die Verbindung der mit Rädern versehenen Kiste mit einem Ochsen ist eine klare Begriffsdefinition (Aspekt 1); für den Transport von Personen und Gütern bestimmt (Aspekt 2); 3000 Jahre nach seiner Erfindung noch heute in vielen Teilen der Welt im Gebrauch (Aspekt 3). Darüber hinaus hat der Ochsenkarren Weiterentwicklungen erfahren und noch wirkmächtigere Konzepte entstehen lassen (Aspekt 4) - zum Beispiel den Personenkraftwagen und den Lastwagen, gleichfalls vierrädrige Fahrzeuge, die für den Transport von Personen und Gütern bestimmt sind, durch eine Antriebskraft meist im vorderen Teil bewegt und durch einen sitzenden Menschen gesteuert werden. Bitte beachten Sie, dass ich weder "Originalität" noch "Neuheit" als Bedingungen für das Potential oder den Wert eines Konzepts erwähnt habe. Vielmehr gehen bedeutende Konzepte aus bereits vorhandenen hervor - wie dem der Räder, Kisten, Joche und der Verwendung von Tieren zu Transport- und Arbeitszwecken. Ich glaube, dass die wertvollsten Konzepte tatsächlich eine so hohe Kontinuität mit vorgängigen Konzepten aufweisen, aus denen sie hergeleitet sind, dass sie, wenn sie erstmals auftauchen, gar nicht originär oder neu zu sein scheinen. Was ist neu? Seit ich vor über 30 Jahren meine psychiatrische Facharztausbildung antrat, habe ich an ungefähr 1500 Fallkonferenzen teilgenommen. Zu den Fallvorstellungen, an die ich mich ganz besonders gut erinnere, zählt eine Präsentation von Aaron T. Beck während meiner Assistenzzeit am Columbia University's New York State Psychiatric Institute - mehrere Jahre bevor er 1979 sein bahnbrechendes Werk Cognitive Therapy of Depression veröffentlichte. Auf diesen Fallkonferenzen beschrieb Beck die kognitive Verhaltenstherapie als ein neues psychotherapeutisches Verfahren, zu dessen zahlreichen Vorteilen unter anderem die Überprüfbarkeit seiner Effektivität zählt. Beck besaß tatsächlich die Kühnheit zu behaupten, dass er einen neuen und besseren Ochsenkarren erfunden habe. Meine Erinnerung an dieses Ereignis ist aber weniger durch die Originalität und weitreichende Relevanz des Themas seiner brillanten Präsentation bestimmt als vielmehr durch die hitzigen Reaktionen der zahlreichen Teilnehmer, die genau das Gegenteil behaupteten: "Nichts daran ist wirklich neu. Wir alle tun in unserer täglichen Praxis nichts anderes." "Aaron schüttet ja nur alten Wein in neue Flaschen." "Die kognitive Behandlung bildet die Grundlage aller psychotherapeutischen Verfahren." "Ich glaube, er macht aus einer ganz einfachen Sache etwas Hochkompliziertes." Als ich Jon Allen, Peter Fonagy und Anthony Bateman auf einem Symposium in Houston vor etlichen Jahren zum ersten Mal über "Mentalisierun

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