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Neuropsychotherapie der ADHS Das Elterntraining für Kinder und Jugendliche (ETKJ ADHS) unter Berücksichtigung des selbst betroffenen Elternteils.

  • Erscheinungsdatum: 17.09.2009
  • Verlag: Kohlhammer
eBook (ePUB)
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Neuropsychotherapie der ADHS

In jahrzehntelanger Arbeit mit ADHS-Kindern und ihren Familien hat sich gezeigt, dass häufig auch ein Elternteil von ADHS betroffen ist. Das heißt, er selbst läuft Gefahr, zu impulsiv zu reagieren, nicht richtig zuzuhören, vergesslich zu sein. Im Elterntraining ETKJ ADHS wird den Eltern durch umfassende Vermittlung der neurobiologischen Hintergründe ein Verstehen der anderen Funktionsweise bei ADHS möglich. Therapeuten, Psychologen und Pädagogen können mit diesem verhaltenstherapeutisch ausgerichteten Manual Eltern dazu befähigen, krisenhafte Zuspitzungen schon im Vorfeld zu erkennen und rasch beizulegen.

Cordula Neuhaus, Dipl.-Psychologin und -Heilpädagogin, entwickelte das vorliegende Elterntraining und arbeitet wie ihre Co-Autoren - allesamt zertifizierte Elterntrainer (ETKJ) - mit Kindern und Jugendlichen mit ADHS.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 226
    Erscheinungsdatum: 17.09.2009
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783170281165
    Verlag: Kohlhammer
    Größe: 12831kBytes
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Neuropsychotherapie der ADHS

Einleitung

Die jahrelange Arbeit mit Kindern und Jugendlichen mit ADHS und deren Eltern (von denen überzufällig häufig ein Elternteil selbst betroffen ist) bringt immer wieder aufs Neue die Erkenntnis, dass in der zentral wichtigen Elternberatung des multimodalen Behandlungsansatzes nicht nur die Anleitung zur Konsequenz, zu klaren Regeln und Strukturen für den Transfer in den Alltag wesentlich ist. Es zeigte und zeigt sich immer deutlicher, wie dies kommuniziert wird: zunächst im Elterntraining durch das Modell des Trainers und durch konkrete "Selbsterfahrung" im Rollens piel; und dann durch die Eltern bei Instruktionen, beim Einfordern von Regeln, bei Erklärungen und Konfliktentschärfungen ihrem Nachwuchs gegenüber.

Seit 2003 werden verschiedene Kurse angeboten: "Elterntraining für Elterntrainer" (ETKJ) in Deutschland, Österreich und in der Schweiz sowie in den "Kommunikations- und Selbstwert-Trainings-Seminare für ältere Jugendliche und junge Erwachsene mit ADHS". In diesen Kursen wird immer deutlicher, wie entscheidend die Aufnahmefähigkeit für die vermittelten Inhalte von den "silent messengers", der Mimik, Gestik und Körperhaltung, aber vor allen Dingen auch vom Tonfall (und natürlich auch der spezifischen Wortwahl) abhängen.

Kinder und Jugendliche mit ADHS verstehen offensichtlich Sprache schlichtweg einfach etwas "anders". Sie kommen mit "Metasprache" schlecht zurecht, fassen z. T. wirklich "wörtlich" auf. So ist z. B. etwas Schwieriges langweilig, weil es eine lange Weile dauert. Sie reagieren zudem früher oder später leider "allergisch" (im wahrsten Sinne des Wortes) auf Worte und Formulierungen, die sich wiederholen, die "extrem" sind, die gereizt, vorwurfsvoll, jammernd, anklagend, drohend, moralisierend-appellierend, verhaltensverschreibend geäußert werden.

In einer förderlichen, unterstützenden und notwendigerweise auch länger anhaltend anleitenden Erziehung von Kindern und Jugendlichen mit ADHS (mit und ohne Komorbiditäten) geht es entsprechend vordringlich darum, in der Familie einen veränderten "Kommunikationsstil" zu entwickeln, mit eindeutigen und präzisen Ansagen und Aufforderungen, die klar, freundlich und wertschätzend transportiert werden.

Um die Lebensqualität nicht nur für die Kinder und Jugendlichen, sondern auch für die anderen Familienmitglieder wirkungsvoll zu verbessern, kristallisierten sich aus der Durchführung von Elterntrainings über viele Jahre hinweg zwei entscheidende Wirkfaktoren heraus:

Akzeptanz der neurobiologischen Hintergründe von ADHS mit Verstehen der "anderen" Funktionssteuerung/Selbststeuerung sowie der typischen entwicklungspsychopathologischen Aspekte,

einfühlsame und wertschätzende Vermittlung eines spezifischen Kommunikationsstils (nach dem Motto "weniger ist mehr"), besonders bei der Ankündigung und Einforderung von Regeln und Erklärungen v. a. im Kontext Lernen und Deeskalierung drohender Konflikte.

In diesem Elterntrainingsmanual ETKJ ADHS geht es nicht darum, nach "etwas Psychoedukation" Eltern zur Selbsthilfe anzuregen oder "Kochrezepte" zu vermitteln für typische und spezifische Krisensituationen. Letztendlich sollen Eltern mit Hilfe von umfassendem "Störungsbildteaching" und bei Bedarf immer wieder erneutem (und geduldigem) Erklären der Dysregulation der autonomen Selbststeuerung zur Analyse der Vorlaufsituationen eines Konfliktes befähigt werden. Unnötige krisenhafte Zuspitzungen können so oft im Vorfeld erkannt und somit abgefangen oder schnell beigelegt werden.

Dies gelingt am besten, wenn die Inhalte des Trainings klar, plastisch und anschaulich (d. h. auch mit sehr konkreten, von Eltern real berichteten Beispielen unterlegt) vermittelt werden, um die tatsächliche und aktive Bereitschaft der Eltern für eine Veränderung unter Einbindung der bereits vorhandenen Ressourcen zu erwirken.

Nach Grawe (2

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