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Panikfokussierte Psychodynamische Psychotherapie Praxis der psychodynamischen Psychotherapie - analytische und tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie 3 von Subic-Wrana, Claudia (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 19.03.2012
  • Verlag: Hogrefe Verlag
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Panikfokussierte Psychodynamische Psychotherapie

Die "Panikfokussierte Psychodynamische Psychotherapie" (PFPP) ist eine psychodynamisch orientierte, manualisierte Behandlung der Panikstörung. Das Vorgehen wurde in den USA von der Autorengruppe um Barbara Milrod entwickelt und seine Wirksamkeit konnte in mehreren Studien empirisch belegt werden. Kern der Behandlung ist die sorgfältige Exploration der Symptomatik und der Entstehungssituationen der Panikattacken. Die damit verbundenen Gedanken, Phantasien und Gefühle des Patienten ermöglichen einen Zugang zu seinen Selbstvorstellungen und seinem Beziehungserleben, woraus sich der individuelle, die Panikstörung unterhaltende, Abhängigkeits-/Autonomiekonflikt erkennen und deuten lässt. Die Durcharbeitung des Konflikts fokussiert auf der Angst vor der Äußerung negativer Emotionen - insbesondere Ärger - in der Übertragungs-/Gegenübertragungssituation.

Der Behandlungsansatz und das therapeutische Vorgehen werden anhand zahlreicher Fallbeispiele veranschaulicht und ergänzt durch eine ausführliche Darstellung des aktuellen Forschungsstands zur Ätiologie, Epidemiologie und Behandlung der Panikstörung. Der Band bietet damit eine aktuelle Übersicht zur störungsbezogenen Behandlung von Panikerkrankungen; mit der gleichzeitigen Betonung auf einem symptom- wie übertragungsbezogenen Ansatz füllt er eine Lücke in der Literatur zur Behandlung von Angststörungen.

Produktinformationen

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Panikfokussierte Psychodynamische Psychotherapie

Nach dem Bundesgesundheitssurvey 1998 (Wittchen & Jacobi, 2001) litten etwa 3 % der Frauen unter einer Panikstörung; bei den Männern war die Rate mit 1,7 % etwas geringer . Der durchschnittliche Beginn der Erkrankung lag bei Männern bei 35,2 Jahren, bei Frauen bei 29,2 Jahren . Panikstörungen sind gehäuft in Hausarztpraxen anzutreffen (in der Stichpunkterhebung von Mergl et al ., 2007, 6,8 % der Patienten in den Praxen) .

1.4 Verlauf und Prognose

Es liegen kaum Verlaufsstudien über einen längeren Zeitraum vor . Wie die naturalistische Studie von Bruce et al . (2005) zeigt, liegt der Anteil chronischer Verläufe bei Patienten mit Panikstörung nach 12 Jahren bei 82 %, bei Panikstörung mit Agoraphobie hingegen bei 48 %, d . h . die Mehrzahl zeigt einen chronischen bzw . rezidivierenden Verlauf . Panikstörungen beeinträchtigen psychosoziale Funktionen auf Dauer durch hohe Angst, häufige Krankschreibungen, körperliche Symptome, einen eingeschränkten Lebensstil, häufige psychische Begleiterkrankungen (Jacobi et al ., 2004) und hohe Suizidraten (Khan, Leventhal, Khan & Brown, 2002) . Diskutiert werden aktuell mögliche Herz-Kreislauf-Risiken bei chronischen Panikstörungen: Aufgrund von 20 prospektiven Studien kommt eine aktuelle Metaanalyse zum Ergebnis, dass Angststörungen mit einem (um 26 %) erhöhten Risiko für koronare Herzerkrankungen einhergeht (Roest, Martens, de Jonge & Denollet, 2010) . Bei postmenopausalen Frauen ging eine Panikerkrankung mit einer mehr als vierfach erhöhten Rate von kardialen Ereignissen einher (Smoller et al ., 2007) . Andererseits gibt es auch große, bevölkerungsbasierte Studien, die kein erhöhtes Risiko bei Angststörungen nachweisen konnten (Mykletun et al ., 2007) oder sogar ein verringertes Risiko (Meyer, Buss & Herrmann-Lingen, 2010) . Entsprechend hoch sind die medizinischen Kosten: Dass 10 von 13 Symptomen der Panikattacke körperlicher Natur sind, trägt dazu bei, dass etwa 20 % der Notaufnahmen in Krankenhäusern zu Lasten von Panikstörungen gehen (Swinson, Cox & Woszczyna, 1992); im Vergleich zur Normalbevölkerung ist diese Rate um das 13-fache erhöht (Markowitz, Weissman, Ouellette, Lish & Klerman, 1989) .

1.5 Differenzialdiagnose

Da Panikattacken - einzeln oder auch gehäuft - auch bei anderen Krankheitsbildern als der Panikstörung auftreten können, ist die differenzialdiagnostische Abklärung manchmal schwierig, aber unbedingt nötig, wenn eine Behandlung geplant ist, die sich an dieses Manual anlehnt . Wegweisend für die Diagnose der Panikstörung sind die eingehende Anamnese und der psychische Befund . Allerdings sind je nach Ausprägung der Symptomatik zum Ausschluss möglicher körperlicher Ursachen von vegetativen Symptomen und Angst eine Reihe von körperlichen und Laboruntersuchungen erforderlich (vgl . Zwanzger & Deckert, 2007) . So kann z . B . eine Überfunktion der Schilddrüse mit vermehrter Ausschüttung von Schilddrüsenhormonen (Hyperthyreose) u .a . Symptome wie Herzklopfen oder Schwitzen erzeugen, die den körperlichen Angstzeichen der Panikattacke ähnlich sind . Auch gibt es eine beträchtliche Überlappung zwischen Symptomen eines akuten Koronarsyndroms und Panikattacken: Sechs der Symptome, die eine Panikattacke definieren (Schwitzen, Herzklopfen, Brustschmerz, Hitzewallungen, Atemnot, Beklemmung) sind auch Leitsymptome akuter Herzerkrankungen . Andererseits handelt es sich bei einem akuten Herzinfarkt, einer schweren Herzrhythmusstörung oder der Entladung eines implantierten Kardiodefibrillators um äußert bedrohliche und angsterzeugende Ereignisse, die nicht selten der Entwicklung einer Panikstörung vorausgehen . Anamnestisch ist auch zu klären, ob bspw . ein exzessiver Konsum von Psychostimulanzien (Koffein, Appetitzügler, Amphetamine u . a .) vorliegt . Die Herausforderung liegt darin, trotz notwendiger körperlicher Untersuchungen die häufig vorhandene Fixierung des Panikpatienten auf eine somatische Ursache zu lockern u

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