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Persönlichkeit und Emotionen von Krohne, Heinz Walter (eBook)

  • Erschienen: 28.11.2013
  • Verlag: Kohlhammer
eBook (ePUB)
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Persönlichkeit und Emotionen

Seit Emotionen wissenschaftlich erforscht werden, wird auch über ihre Beziehung zu anderen Merkmalen der Person nachgedacht. In diesem Band werden detailliert biologische und psychologische Ansätze vorgestellt, die individuelle Unterschiede in emotionalen Reaktionen als Persönlichkeitsmerkmale beschreiben, theoretische Konstruktionen, die zur Erklärung von Persönlichkeitsunterschieden im emotionalen Erleben und Verhalten herangezogen werden, sowie Variablen, die die Beziehung zwischen Umweltereignissen und emotionalen Verhaltensweisen (einschließlich emotionsbezogener Merkmale wie etwa Gesundheitsstatus) moderieren. Im abschließenden Kapitel wird eine Integration der verschiedenen Ansätze und der empirischen Befunde unternommen und ein ausführlicher Ausblick auf mögliche Anwendungen der Ergebnisse sowie weiteren Forschungsbedarf gegeben.

Univ.-Prof. Dr. Heinz Walter Krohne ist Professor für Psychologie mit den Schwerpunkten Persönlichkeitspsychologie und Diagnostik am Psychologischen Institut der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Dr. Anja P. Tausch ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin am GESIS Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften in Mannheim.

Produktinformationen

    Größe: 3094kBytes
    Herausgeber: Kohlhammer
    Untertitel: Individuelle Unterschiede im emotionalen Erleben und Verhalten.
    Sprache: Deutsch
    Seitenanzahl: 384
    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Unterstützte Lesegerätegruppen: PC/MAC/eReader/Tablet
    ISBN: 9783170244269
    Erschienen: 28.11.2013
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Persönlichkeit und Emotionen

1 Definition, Geschichte, Problemstellungen
1.1 Definition
In den Wissenschaften vom Verhalten haben Emotionen schon immer eine bedeutende Rolle gespielt. Dies gilt insbesondere für die Psychologie, die dem Aspekt des Verhaltens (einschließlich bestimmter biologischer Reaktionen des Organismus) noch den des Erlebens als zentrale Ebene der wissenschaftlichen Analyse an die Seite stellt. Entsprechend war die Frage, was eigentlich unter einer Emotion zu verstehen ist, von Anfang an ein wichtiges Thema der Emotionsforschung (James, 1884).
Gewöhnlich erwartet man, dass am Anfang der Erforschung eines Gegenstands dessen Definition steht. Für den Fall der Emotion begegnen wir hier allerdings einer Reihe von Schwierigkeiten (vgl. Frijda, 1986; Scherer, 1990). Zunächst einmal findet sich für emotionale Phänomene eine Vielzahl von sprachlichen Begriffen, z. B. Emotion, Gefühl, Affekt oder Stimmung, die sich allerdings nicht auf identische Sachverhalte beziehen, sondern in ihrer Bedeutung nur mehr oder weniger stark überlappen. Darüber hinaus besteht keine Übereinstimmung darin, welche Phänomene überhaupt als emotional anzusprechen sind. Während etwa bei Wut, Angst oder Freude Einigkeit herrscht, dass wir es hier mit Emotionen zu tun haben, gehen die Meinungen bei Phänomenen wie Überraschung, Interesse oder Verwirrung auseinander (Lazarus, 1991). Schließlich existieren unter Emotionsforschern sehr unterschiedliche Auffassungen hinsichtlich Anzahl und Strukturierung von Emotionen. Dementsprechend verwundert es nicht, dass Emotion auf sehr verschiedenartige Weise definiert wird. So haben etwa Kleinginna und Kleinginna (1981) in einer Übersicht mehr als hundert Definitionen dokumentiert.
Die Quellen dieser fehlenden Übereinstimmungen liegen in unterschiedlichen theoretischen Auffassungen und damit Konzeptbildungen über die Natur des zugrunde liegenden Phänomens. Deshalb ist es auch unrealistisch, als Ausgangspunkt der Erforschung eines bestimmten Sachverhalts zunächst dessen (verbindliche und möglichst umfassende) Definition zu erwarten. Eine derartige Definition ist immer an theoretische Annahmen gebunden und kann erst am Ende des Prozesses der Ausarbeitung einer entsprechenden Theorie geliefert werden.
Dennoch muss man die Darstellung zu einem Forschungsgebiet natürlich mit einer Bestimmung des zentralen Gegenstands der Analyse beginnen. In eine derartige "Arbeitsdefinition" müssten folgende Bestimmungsstücke eingehen (vgl. Lazarus, 1991; Scherer, 1990, 2005): (1) Emotionen bezeichnen Veränderungen in bestimmten Systemen des Organismus, die sich relativ schnell vollziehen und von eher kürzerer zeitlicher Erstreckung sind. (2) Diese Veränderungen werden ausgelöst durch die Bewertung eines externen oder internen Vorgangs als sehr bedeutsam für die Ziele und Bedürfnisse des betreffenden Organismus. (3) Bei den Systemen handelt es sich nach Scherer (1990, 2005) um die Informationsverarbeitung, Versorgung, Steuerung, Aktion und Überwachung. Die Veränderungen sollen im Zustand einer ausgelösten Emotion aufeinander bezogen sein, also synchronisiert erfolgen.
Im System der Informationsverarbeitung vollzieht sich die Bewertung interner und externer Ereignisse im Hinblick auf die Frage, ob diese für den Organismus wichtige Veränderungen signalisieren. Das Versorgungssystem dient der Energetisierung und Regulierung der mit einer Emotion verbundenen Handlungen. Die Steuerung leistet die Planung dieser Handlungen. Das Aktionssystem dient dem Ausdruck und der Kommunikation von emotionsbezogenen Reaktionen.

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