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Praxisbuch Verhaltenssucht Symptomatik, Diagnostik und Therapie bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen

  • Erscheinungsdatum: 08.10.2014
  • Verlag: Georg Thieme Verlag KG
eBook (PDF)
29,99 €
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Praxisbuch Verhaltenssucht

Kontrollverlust State-of-the-art - Pathologisches Glücksspiel, pathologischer Internet-Gebrauch, Kaufsucht, Sexsucht, Sport- und Bewegungssucht, Arbeitssucht u.v.m. Interdisziplinär - Grundlagen, Diagnostik, Klassifikation, Therapie und Prävention Praxiserprobt - Experten-Empfehlungen zum Umgang mit Betroffenen und Ratsuchenden - Zahlreiche Autoren aus der 'Task Force Verhaltenssüchte' der DGPPN

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 261
    Erscheinungsdatum: 08.10.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783131715913
    Verlag: Georg Thieme Verlag KG
    Größe: 6122 kBytes
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Praxisbuch Verhaltenssucht

1 Grundlagen

1.1 Familiäre Rahmenbedingungen

Gottfried Maria Barth

In der Behandlung und Erforschung von Suchtstörungen spielte der Faktor Familie schon immer eine bedeutende Rolle. Neben zahlreichen evaluierten familientherapeutischen Ansätzen zur Suchttherapie sind familiäre Aspekte der Suchtentstehung, aber auch der Suchtprävention erarbeitet worden [744] . Allerdings wurden bisher fast ausschließlich stoffgebundene Abhängigkeiten betrachtet, wohingegen die Veröffentlichungen zum Thema Familie und nicht stoffgebundene Sucht noch spärlich sind. Dabei spielt gerade hier die Familie in vielfacher Hinsicht eine besonders bedeutsame Rolle, die deshalb einleitend beschrieben werden soll.
1.1.1 Heutige Situation der Familien

Die Wohn- und Lebensformen in den deutschsprachigen Ländern haben sich in den vergangenen Jahrzehnten beträchtlich gewandelt. Dabei stellt sich die Frage, ob man generell von einer instabilen Familiensituation für die heutigen Kinder ausgehen kann. Zwar ist in der alten BRD die Familienkonstellation weitgehend gleich geblieben; hier hat sich v.a. die Anzahl der Familien mit Kindern verringert. In den neuen Bundesländern sank dagegen die Anzahl der Geschwister von 1990 bis 2000 und gleichzeitig ist der Anteil an Einzelkindern gestiegen. Fast die Hälfte der jüngeren Kinder lebt nicht mehr mit einem Elternpaar zusammen [191] . Für die Erwachsenen hat sich mit dem höheren Anteil von Alleinlebenden und von kinderlosen Paaren die Lebenssituation dahingehend verändert, dass sowohl der Rückhalt durch die Familie, aber auch die Verantwortung für andere Familienmitglieder abgenommen haben.

Veränderte Lebensbedingungen Aus diesen Angaben ist jedoch nicht ersichtlich, ob sich die tatsächlichen Belastungen der Familienmitglieder in der heutigen Zeit verändert haben. Zur Klärung dieser Frage sind die veränderten Lebensbedingungen zu berücksichtigen, die nicht nur durch eine geringere Personenzahl pro Familie (und damit weniger potenziellen Vertrauenspersonen), sondern auch durch eine erhöhte berufliche Inanspruchnahme der Eltern sowie eine gestiegene Armutsrate charakterisiert sind. Dabei haben Alleinerziehende und Familien mit mehreren Kindern das höchste Armutsrisiko [118] . Insgesamt war bis 2005 eine Zunahme des Armutsrisikos festzustellen, die zwar in den Folgejahren durch die gute konjunkturelle Entwicklung gebremst wurde, während jedoch die Verteilungsungleichheit weiter zugenommen hat [117] . Mit der Armut steigt das Risiko körperlicher und auch psychischer Erkrankungen.

Fazit

Schwindender Rückzugsort, Herausforderung durch mediale Vernetzung

Zusammengenommen muss man befürchten, dass weniger Jugendliche und Erwachsene heute in ihrer Familie einen verlässlichen Rückzugsort erleben, als dies früher der Fall war. Demgegenüber ist aber die gesamte Familie durch die neue mediale Vernetzung mit ganz neuen Herausforderungen konfrontiert, die sowohl Chancen als auch Risiken bezüglich eines Suchtverhaltens darstellen ( Tab. 1.1 ).
Tab. 1.1 Auswirkungen der neuen Medien auf Kommunikation und Suchtverhalten in der Familie.
Medium

Risiken/Belastung

Chancen

Fernsehen

Zeitverlust, Gewaltverherrlichung, Konsumförderung

Informationsquelle, Gemeinschaftserleben

Handy

Erreichbarkeitszwang, Risiken der Fotofunktion, Reduzierung der Kommunikation auf SMS

Verbesserung der Kommunikationsmöglichkeiten

PC

"autistisches" Objekt, das Aufmerksamkeit von anderen abzieht, ausufernder Zeitvertreib, Gewalttrainin

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