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Problemanalyse im psychotherapeutischen Prozess Leitfaden für die Praxis von Bartling, Gisela (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 31.08.2016
  • Verlag: Kohlhammer Verlag
eBook (PDF)
19,99 €
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Problemanalyse im psychotherapeutischen Prozess

Die Neuauflage dieses Standardwerkes für Problemanalyse und Therapieplanung macht den Leitfaden für die Fallkonzeption in klinisch-psychotherapeutischer Ausbildung und Praxis in aktualisierter Form wieder verfügbar. Das Buch führt durch den gesamten Psychotherapieprozess: Problemauswahl und Diagnosestellung, Problem- und Verhaltensanalyse auf verschiedenen Ebenen, Zielbestimmung, Motivierung zur Veränderung, Auswahl und Bewertung therapeutischer Interventionen im Rahmen einer umfassenden Therapieplanung. Damit stellt der Leitfaden auch eine ausgezeichnete Orientierungs- und Strukturierungshilfe für den Gutachterbericht im Rahmen der Therapiebeantragung dar. Ausgewählte, im Buch enthaltene Arbeitsmaterialien stehen den Lesern auch als Download zur Verfügung.

Dr. Gisela Bartling ist Studienleiterin des IPP Münster; Dipl.-Psych. Margarita Engberding ist Dozentin und Supervisorin am IPP Münster; Dipl.-Psych. Liz Echelmeyer ist Klinische Psychologin, Psychotherapeutin und Dozentin/Supervisorin in freier Praxis.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 261
    Erscheinungsdatum: 31.08.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783170297609
    Verlag: Kohlhammer Verlag
    Größe: 6282 kBytes
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Problemanalyse im psychotherapeutischen Prozess

2 Problemanalyse -
"Das Knäuel soll entwirrt werden"

Haben sich die Beteiligten über eine gemeinsame Definition der Problemstellung verständigt, kann zur zweiten Phase des Problemlöseprozesses, nämlich der Problemanalyse, übergegangen werden. Hier geht es darum, den unerwünschten Ausgangszustand genauer zu betrachten, wobei auch die defizitären Problemlösestrategien, die bisher einer Zielerreichung im Wege standen, einbezogen werden.

Wir schlagen vor, die Analyse der Probleme auf drei in einem hierarchischen Verhältnis zueinander stehenden Problemebenen vorzunehmen. Auf der Ebene des Verhaltens-in-Situationen und der Ebene der Regeln, Pläne und Motive findet die individuelle Analyse statt. Die Betrachtung des sozialen Kontextes auf der Ebene der System-Regeln ergänzt die Analyse. An die Analyse der aktuellen Problembedingungen schließt sich die Betrachtung der Problemgenese an.

Die gewonnenen Informationen werden ausgewertet und mit störungsspezifischem Bedingungswissen in Beziehung gesetzt. Auf dieser Grundlage werden Hypothesen über die Entstehung und Aufrechterhaltung des Problems abgeleitet und zu einem individuellen Störungsmodell zusammengefasst. Dieses stellt den Ausgangspunkt für die weitere Veränderungsplanung dar.
2.1 Verhaltensanalyse -
"Wie sieht das ganz konkret aus?"

In der Verhaltensanalyse im Sinne einer Mikroanalyse betrachten wir das konkrete Verhalten und Erleben des Patienten und am Problem beteiligter Personen in problemrelevanten Situationen. Ziel der Analyse ist es, ein funktionales Bedingungsmodell zu erstellen, also Aussagen über die Art der aktuellen Verhaltenssteuerung zu machen. Diese Aussagen haben den Charakter von vorläufigen Hypothesen (Schulte, 1999; Kanfer, Reinecker & Schmelzer, 2012).

Die Darstellung erfolgt in zeitlich gegliederten Verhaltenssequenzen , die die Modalitäten des Verhaltens, seine vorausgehenden, vermittelnden und nachfolgenden Bedingungen erfassen. Bestehen die vorausgehenden oder nachfolgenden Bedingungen aus Verhalten von Interaktionspartnern, so kann es sinnvoll sein, auch für diese Personen Verhaltenssequenzen zu erstellen.

Die Analyse konkreten Verhaltens-in-Situationen (V-i-S) geschieht durch das Herausgreifen interessierender Verhaltensausschnitte aus dem "Verhaltensfluss".
2.1.1 Auswahl und Charakterisierung des Problemverhaltens

1. Wahl eines problemtypischen Verhaltensausschnittes

Anhand der individuellen Problemstellung muss zuerst entschieden werden, welches Verhalten sinnvollerweise für die Analyse ausgewählt wird. Die Bestimmung dessen, was als Verhalten herausgegriffen und im Sinne einer abhängigen Variablen definiert wird, ist von der Interpunktion des Betrachters abhängig. Jede Verhaltensweise kann innerhalb eines Verhaltensflusses potentiell die Funktion einer abhängigen (AV) wie auch einer unabhängigen Variablen (UV) einnehmen. Im ersten Fall stellt sie selbst das zu analysierende Verhalten dar. Unter einem anderen Betrachtungswinkel kann sie als vorausgehende, vermittelnde oder nachfolgende Bedingung für ein anderes Verhalten angesehen werden.

Aufgrund von Arbeitsüberlastung (UV) zeigt eine Mutter große Ungeduld (AV) bei der Überwachung der Hausaufgaben ihres Sohnes. Diese Ungeduld ihrerseits erhält als vorausgehende Bedingung für die schlechte Konzentration des Jungen (AV) die Funktion einer unabhängigen Variablen.

Wird bei einer Patientin mit Essstörungen der Essanfall als interessierendes Verhalten (AV) ausgewählt, hat das restriktive Essverhalten im Vorfeld die Funktion der unabhängigen Variablen (UV). Konzentriert m

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