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Psychoedukation und Psychotherapie für Jugendliche und junge Erwachsene mit ADHS Ein Manual von Matthäus, Mariella (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.01.2016
  • Verlag: Kohlhammer Verlag
eBook (ePUB)
34,99 €
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Psychoedukation und Psychotherapie für Jugendliche und junge Erwachsene mit ADHS

Multimodale Behandlungskonzepte der ADHS basieren neben psychotherapeutischen Interventionen und einer medikamentösen Behandlung ganz wesentlich auf einer gezielten und systematischen Psychoedukation. Diese hilft, die Komplexität der ADHS und der Komorbiditätsrisiken besser zu verstehen und zu behandeln. Das Manual entwirft - im Kontext des aktuellen medizinischen, psychologischen und pädagogischen Wissensstandes - ein strukturiertes Gruppentrainingsprogramm für Jugendliche und junge Erwachsene mit ADHS. Es vermittelt neben ausführlichen Informationen zur Symptomatik, Diagnostik und Therapie auch Strategien zur Bewältigung funktionaler Beeinträchtigungen. Die Sitzungen sind so strukturiert, dass sie zunächst einen Einblick in das Erscheinungsbild und die Problematik der ADHS vermitteln. Hierzu werden u. a. Pathogenese und Komorbidität, Risikoverhalten und Verlauf der Störung sowie die aktuellen Behandlungsmöglichkeiten der ADHS anschaulich dargestellt. Ein besonderes Augenmerk wird darüber hinaus auf die Aktivierung der Ressourcen und der Selbstmanagementkompetenzen der betroffenen Jugendlichen und jungen Erwachsenen gelegt. Zu den Modulen des Manuals gibt es einen Powerpoint-Foliensatz, Info- und Arbeitsblätter sowie Feedback-Fragebögen zur Evaluation, die kostenfrei heruntergeladen werden können. Dr. med. Andreas Stein, Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie sowie Facharzt für Psychiatrie ist Chefarzt der Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie der Rheinhessen-Fachklinik Alzey. Mariella Matthäus, B. A., Sozialpädagogin/Sozialarbeiterin, ist in der Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie der Rheinhessen-Fachklinik Alzey u. a. für die Leitung der Gruppen für Adoleszente mit ADHS und für Soziales Kompetenztraining verantwortlich.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 133
    Erscheinungsdatum: 13.01.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783170248045
    Verlag: Kohlhammer Verlag
    Größe: 5298 kBytes
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Psychoedukation und Psychotherapie für Jugendliche und junge Erwachsene mit ADHS

3 Psychoedukation

3.1 Definition

Vor mehr als 30 Jahren wurde für Behandlungsansätze, die bei chronisch psychisch Kranken der Verbesserung der Behandlungscompliance und des Krankheitsverlaufes dienen sollten, der Begriff der "Psychoedukation" geprägt (Goldman, 1988; Behrendt & Krischke, 2005). Nach Bäuml und Pitschel-Walz (2008, 3) werden unter der Bezeichnung Psychoedukation "systematische, didaktisch-psychotherapeutische Interventionen zusammengefasst, um Patienten und ihre Angehörigen über die Krankheit und ihre Behandlung zu informieren, ihr Krankheitsverständnis und den selbstverantwortlichen Umgang mit der Krankheit zu fördern und sie bei der Krankheitsbewältigung zu unterstützen."
3.2 Wirkprinzipien und Ziele der Psychoedukation

Psychoedukation verläuft als interaktiver Prozess zwischen dem Patienten bzw. seinen Bezugspersonen und dem Therapeuten. Sie orientiert sich nicht nur an Konzepten der Patientenschulung und des Coachings, sondern greift auch verhaltenstherapeutische Interventionsstrategien auf. Andererseits zählt die Psychoedukation zu den wesentlichen Behandlungselementen der Verhaltenstherapie (D'Amelio et al., 2009; Schürmann & Döpfner, 2010).

Psychoedukative Interventionen vermitteln spezifische Kompetenzen und Fertigkeiten zur konkreten Problembewältigung und unterstützen durch praktisches Üben, konkrete Verhaltensänderungen in den Alltag zu übertragen. Es wird angenommen, dass Patienten aufgrund des Wissenszuwachses über ihr Krankheitsbild Missverständnisse und fehlerhafte Vorstellungen korrigieren und dadurch möglicherweise auch dysfunktionale Einstellungen ändern können (Mühlig & Jacobi, 2011).

Ziele

Folgende Ziele psychoedukativer Maßnahmen werden u. a. in der Literatur genannt (Behrendt & Krischke, 2005; D'Amelio et al., 2009):

- Verbesserung des krankheitsbezogenen Wissens

- Verbesserung des Umgangs mit Symptomen und Krisensituationen

- Förderung des Verständnisses und der subjektiven Verarbeitung des Krankheitsgeschehens

- Stärkung der aktiven Krankheitsbewältigung, Reduzierung von Unsicherheit und Angst, Förderung eines positiven Selbstkonzeptes

- Unterstützung von Selbstverantwortung und Autonomie

- Sensibilisierung für eigene Stärken und Ressourcen

- Erhöhung der Selbstwirksamkeit

- Verbesserung der (medikamentösen) Compliance, Adhärenz und der Rückfallprophylaxe

- Förderung des Gesundheitsverhaltens

- Förderung einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Professionellen, Betroffenen und ihren Angehörigen

- emotionale Entlastung der Patienten und ihrer Angehörigen

- Verbesserung des familiären Kommunikationsstils

- Minderung von Krankheitskosten
3.3 Psychoedukation bei ADHS in der Kindheit, Adoleszenz und im Erwachsenenalter

Nicht nur Erwachsene und Jugendliche mit ADHS können aus einer Psychoedukation Gewinn

altersadaptierte Psychoedukation

ziehen, auch bei Kindern mit ADHS ist eine altersadaptierte Psychoedukation sinnvoll. Bei älteren Jugendlichen und im Erwachsenalter steht der Patient selbst im Mittelpunkt psychoedukativer Interventionen, bei Kindern und jüngeren Adoleszenten sollten die Bezugspersonen (z. B. Eltern, Lehrer, Erzieher) in unterschiedlicher Gewichtung in die Psychoedukation mit einbezogen werden (Schürmann & Döpfner, 2010; Montoya et al., 2011).

Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie (2007) erwähnt in ihren Leitlinien

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