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Psychologie für den Schulalltag von Keller, Gustav (eBook)

  • Erschienen: 01.01.2011
  • Verlag: Verlag Hans Huber
eBook (PDF)
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Psychologie für den Schulalltag

Täglich sind Lehrerinnen und Lehrer in ihrem Alltag mit einer Vielzahl von Problemen konfrontiert. Das reicht von Unterrichtsstörungen durch Gewalt oder Konzentrationsschwächen bis hin zu akuten psychischen Krisensituationen bei einzelnen Schülern. Themen wie Magersucht oder Depressionen, Mobbing oder Amokdrohungen treten inzwischen immer öfter im direkten oder weiteren Umfeld der Schule auf. Die Lehrenden und Betreuer müssen in diesen Situation oft schnell Entscheidungen aufgrund weniger Informationen treffen. Umso dringender benötigen sie im Schulalltag ein fundiertes Grundwissen über die wichtigsten psychologischen Problemsituationen - und die geeigneten Maßnahmen, die sie dagegen ergreifen können.

Produktinformationen

    Größe: 1374kBytes
    Herausgeber: Verlag Hans Huber
    Untertitel: Prävention und Erste Hilfe
    Sprache: Deutsch
    Seitenanzahl: 155
    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    ISBN: 9783456949826
    Erschienen: 01.01.2011
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Psychologie für den Schulalltag

Weil eine Amoktat nie ganz verhindert werden kann, muss sich eine Schule auf den schlimmsten Fall einstellen. Um in einer solchen Extremsituation handlungsfähig zu sein, bedarf es eines Notfallplans und eines gut funktionierenden Krisenteams. Alle Akteure müssen wissen, was zu tun ist und wie schnellstmöglich Hilfe angefordert werden kann. Soweit die Gefahrenlage es erlaubt, gehört zum Krisenmanagement auch die Unterstützung der Polizei und der Rettungskräfte. Sobald der Polizeiund Rettungseinsatz beendet ist, beginnt die Organisation der ersten seelischen Hilfe. Hierfür stehen sowohl Notfallseelsorger als auch Schulpsychologen zur Verfügung. Hauptaufgabe der Schulpsychologen ist es vor allem, mit den betroffenen Schulklassen sowie einzelnen Schülerinnen und Schülern Nachsorgegespräche zu führen und auch abzuklären, wer einer zusätzlichen psychotraumatologischen Behandlung bedarf.

Bei schwerstgradigen Amokläufen wie denen in Erfurt und Winnenden dauert es Jahre, bis die individuelle und kollektive Seelenlage wieder in eine relative Balance zurückgekehrt ist.

Tipps zur schulischen Amokprävention

?? Gehen Sie davon aus, dass in den meisten Fällen ein Amoklauf keine spontane Tat ist, sondern das Ergebnis einer längeren Handlungskette, die präventiv gestoppt werden kann.
?? Beobachten Sie aufmerksam das Verhalten Ihrer Schülerinnen und Schüler. Tauschen Sie mit Ihren Kolleginnen und Kollegen Ihre Wahrnehmungen aus.
?? Bewerten Sie es als ernst, wenn Schülerinnen und Schüler in Aufsätzen und Zeichnungen Gewaltfantasien äußern oder Gewalttaten und Gewalttäter verherrlichen.
?? Achten Sie auf Schülerinnen und Schüler, die sich zurückziehen, in sich gekehrt sind und in psychischen Sackgassen stecken. Sprechen Sie diese an und erkundigen Sie sich einfühlsam nach Ihrem Befinden.
?? Wird im Gespräch eine seelische Notlage deutlich, bieten Sie dem Schüler an, ihn bei der Suche nach Beratung und Therapie zu unterstützen. Beziehen Sie in die Hilfsaktion seine Eltern ein.
?? Kümmern Sie sich um Schülerinnen und Schüler, die momentan offensichtlich gemobbt werden. Ziehen Sie den Mobbern klare und unmissverständliche Grenzen. Lassen Sie sich dabei von der Schulleitung unterstützen. ?? Veranlassen Sie ein Konfliktgespräch, zu dem der Mobber zusammen mit seinen Eltern eingeladen wird. Schließen Sie einen Anti-Mobbing-Kontrakt mit der Unterschrift der Beteiligten, dessen Einhaltung konsequent kontrol liert wird.
?? Machen Sie Ihren Schülerinnen und Schülern klar, dass jede Mitteilung, die zur Verhinderung einer schweren Gewalttat führt, unbedingte Pflicht und auf keinen Fall eine "Petze" ist.
?? Sorgen Sie dafür, dass Schülerinnen und Schüler, die aufgrund der Verset zungsordnung oder wegen Normverletzungen die Schule verlassen müssen, eine Alternative finden. Es besteht ansonsten die Gefahr, dass ein nicht mehr kontrollierbares Rachepotenzial entsteht.

Angstprobleme

Man schafft die Angst nicht ab. Denn die Angst ist existenziell und kann nicht verhindert werden.
Paul Tillich

Angst ist ein emotional unangenehmer Zustand. Wenn jemand Angst hat, äußert sich diese aber nicht nur emotional, sondern auch kognitiv (Angstvorstellungen), körperlich (Zittern, Schwitzen, Übelkeit) und verhaltensmäßig (zum Beispiel Vermeidung Angst auslösender Situationen). Angst kann zum einen Ausdruck eines überdauernden Persönlichkeitsmerkmals sein, das man als Ängstlichkeit bezeichnet (Woolfolk, 2008). Zum anderen gibt es auch die Angst als eine kurzzeitige, vorübergehende Reaktion in einer Gefahrensituation.

Nach Auffassung der klassischen Lerntheorie sind viele Angstreaktionen erlernt, und zwar durch Konditionierungsvorgänge. Wird ein Kind in der ersten Schulwoche von einem Mitschüler geschlagen (unkonditionierter Reiz), kann es sein, dass bisher neutrale Reize (Schulklasse, Lehrer, Schulgebäude) mit dem ursprünglichen Ereignis assoziiert werden und ebenfalls Angstreaktionen

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