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Psychotherapeutische Methoden (Enzyklopädie der Psychologie : Themenbereich B : Ser. 3 ; Bd. 2)

  • Verlag: Hogrefe Verlag
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Psychotherapeutische Methoden (Enzyklopädie der Psychologie : Themenbereich B : Ser. 3 ; Bd. 2)

Der Enzyklopädieband liefert einen umfassenden Überblick über bewährte Methoden im klinisch-psychologischen Anwendungsfeld. Bei den dargestellten Methoden handelt es sich um allgemeine Interventionsprinzipien, die nicht auf eine bestimmte Therapierichtung eingegrenzt sind. Ein derartiges Buch gibt es bislang nicht. Dieser Enzyklopädieband beschreibt in umfassender Weise Methoden und bewährte Interventionen im klinischpsychologischen Anwendungsfeld. Die Methoden werden nicht nur wissenschaftlich reflektiert, sondern auch praktisch dargestellt und anhand verschiedener Anwendungsbereiche illustriert. Wesentlich ist, dass die Interventionsmethoden nicht auf bestimmte Therapierichtungen eingegrenzt, sondern übergreifend, im Sinne allgemeiner Interventionsprinzipien, beschrieben werden. Das Werk behandelt in einzelnen Kapiteln den diagnostisch-therapeutischen Prozess, die Gesprächsführung und Motivierung, psychodynamische Interventionen, Beratung und Krisenintervention, Entspannungs- und imaginative Verfahren, respondente und operante Verfahren, übende, Kompetenz fördernde und verhaltensbezogene Verfahren, kognitive Methoden, Genusstraining und Aktivierung, Selbstkontrollverfahren, Mediatorentraining, Biofeedback, apparative und computergestützte Interventionen, Gruppenverfahren und Mediation. Das Buch ist gleichermaßen für Studierende und Lehrende im Bereich der Klinischen Psychologie sowie für Ausbildungsteilnehmer der postgradualen Psychotherapieausbildung relevant.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 945
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783840915130
    Verlag: Hogrefe Verlag
    Größe: 3804 kBytes
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Psychotherapeutische Methoden (Enzyklopädie der Psychologie : Themenbereich B : Ser. 3 ; Bd. 2)

6. Kapitel (S. 271-272)

Operante Verfahren der Psychotherapie: Psychologische Interventionen auf der Grundlage des operanten Konditionierens

Heiner Ellgring und Georg W. Alpers

1 Historische Bedeutung der operanten Verfahren

Operante Verfahren basieren auf den Prinzipien und Techniken des operanten bzw. instrumentellen Konditionierens. Sie bildeten seit den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts zunächst die Grundlage der Verhaltenstherapie, und einige der Techniken, wie etwa die Münzverstärkungsprogramme, wurden und werden noch immer mit der Verhaltenstherapie gleichgesetzt. O. R. Lindsley und B. F. Skinner gründeten und leiteten ab 1953 das "Behavior Research Laboratory" an der Harvard Medical School, das experimentelle Forschung zur operanten Konditionierung beim Menschen durchführte. Von Lindsley wurde auch der Begriff "behavior therapy" geprägt (vgl. Lindsley, 2001). Als Prototyp der Verhaltenstherapie standen ab dann die Münzverstärkungsprogramme in der äußerst kontrovers geführten Diskussion um die angemessene Behandlung psychischer Störungen. Diese Diskussion schloss sowohl die positiven Erwartungen als auch die negativen Attribute, die mit dem operanten Konditionieren verbunden sind, mit ein. Positive Erwartungen bezogen sich darauf, dass sich Psychotherapie endlich auf eine experimentelle Methodik stützen konnte und damit sowohl in ihrem Vorgehen als auch in ihren Effekten nach wissenschaftlichen Kriterien überprüfbarer wurde. Negative Attribute bezogen sich darauf, dass damit eine mechanistische Reduktion menschlichen Erlebens verbunden wurde, eine Vernachlässigung des Individuums, eine Orientierung am Tiermodell, die der menschlichen Psyche nicht gerecht werden konnten. "Dressur" und "Rattenpsychologie" wurden als Begriffe eingesetzt (interessanter Weise nicht "Tauben-" oder "Hundepsychologie", obwohl diese Tiere weit häufiger untersucht wurden). Trotz vielfach belegter Wirksamkeit entzündete sich an diesen operanten Verfahren die Kritik der Verhaltenstherapie als mechanistische, die eigentlichen Ursachen von Störungen missachtende, kalte Technologie. Auch Verhaltenstherapeuten schienen schließlich aufzuatmen, als ab den 1970er Jahren die "kognitive Wende" eingeläutet wurde, man sich also weg von der Konditionierung hin zu den intellektuell vertrauteren und scheinbar anspruchsvolleren Denkvorgängen wenden konnte.

Die verstärkte Orientierung auf kognitive Prozesse besagt aber nichts über die Wirksamkeit operanter Verfahren. Wie in diesem Kapitel dargestellt, ist die Wirksamkeit operanter Verfahren sowohl bei Verhaltensstörungen als auch bei psychischen Störungen, wie z. B. bei Aufmerksamkeitsstörungen und Hyperaktivität (Attention Deficit Hyperactivity Syndrome – ADHS) oder bei Depression gut belegt. Dennoch scheinen derzeit die operanten Verfahren für die Therapie lediglich von randständiger Bedeutung zu sein, und auch die entsprechende Forschung scheint eine geringere Rolle zu spielen als etwa die kognitiven Verfahren. Im letzten Abschnitt dieses Beitrags über die gegenwärtige Bedeutung operanter Verfahren wird auf verschiedene mögliche Gründe für das nachlassende Interesse an diesen Verfahren trotz deren vielfach erwiesenen Wirksamkeit bei der Behandlung von Verhaltensauffälligkeiten und psychischen Störungen eingegangen. Da hier nur die zentralen Implikationen für die Anwendungen in der klinischen Interventionspsychologie dargestellt werden, können in diesem Kapitel die grundlegenden Originalbefunde aus der umfangreichen experimentellen Lernforschung nicht im Einzelnen diskutiert werden. Einen Überblick über die klassi

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