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Scham und Schuld - Behandlungsmodule für den Therapiealltag von Lammers, Maren (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 25.01.2020
  • Verlag: Schattauer
eBook (ePUB)
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Scham und Schuld - Behandlungsmodule für den Therapiealltag

- Höchst integrativ: Techniken aus der Schematherapie, ACT, Körper- und Gestalttherapie sowie Emotionsregulationsstrategien und Kommunikationsübungen - Hilfreich: Praxistipps für konkrete Therapiesituationen und erste Hilfe bei Krisen - Online: Alle Arbei

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 224
    Erscheinungsdatum: 25.01.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783608115888
    Verlag: Schattauer
    Größe: 4265 kBytes
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Scham und Schuld - Behandlungsmodule für den Therapiealltag

3 Einordnung von Scham- und Schulderleben im therapeutischen Alltag

Scham und Schuld werden als übergeordnete Begrifflichkeiten meist unspezifisch genutzt und sollen alle Aspekte und Bereiche abbilden. Zusätzlich werden Schuld und Scham oft synonym verwendet. Dies kann auf vielen Ebenen zu Irritationen führen und verhindern, sich angemessen um Schuld und/oder Scham zu kümmern. Genaues Hinhören und das sprachliche Herausarbeiten der genauen Aspekte und dessen, was wirklich gemeint ist, stellen dabei einen sehr bedeutsamen Bestandteil einer Therapie dar, mit wichtigem, klärendem Charakter.

So ist es beispielsweise möglich, reale Schuld auf sich geladen zu haben und diese gar nicht zu spüren. Umgekehrt ist es möglich, sich schuldig zu fühlen und frei von jeglicher Schuld zu sein. Der Begriff Schuld wird im Alltag und in der Therapie auch angewandt für Schuldgefühle, Schulderleben, tatsächlich Schuld zu haben oder rund um wahrgenommene oder nicht wahrgenommene Verantwortung. Schuld und Verantwortung sind dabei eng verknüpft. Schuld haben bedeutet Verantwortung für etwas zu haben oder die Verantwortung nicht wahrgenommen zu haben, z. B. unterlassene Hilfeleistung.

Ein Schuldbewusstsein fehlt manchen Menschen ganz oder in spezifischen Situationen, etwa beim Fahren ohne Fahrschein oder bei der Arbeit mit Halbwahrheiten im Zuge der Steuererklärung. Die Fähigkeit, grundsätzlich ein Schuldempfinden und auch -bewusstsein zu haben, ist eine wichtige Voraussetzung für prosoziales Verhalten und soziale Fähigkeiten und Fertigkeiten .

Ähnlich verhält es sich mit der Scham. Hier werden oft Beschreibungen von Minderwertigkeit, Andersartigkeit, sich nicht dazu gehörig fühlen, falsch sein oder ein Selbstwertthema zu haben genutzt. Schamgefühl und Schamerleben stellen dabei die emotionalen Anteile der vorwiegend kognitiven Beschreibungen dar. Schamerleben hemmt angenehme Emotionen und wird oft als "Blockade" oder als Grund für den fehlenden Zugang zu diesen beschrieben. "Nicht richtig glücklich sein dürfen" oder die fehlende innere Erlaubnis, auch für sich sorgen zu dürfen, begegnen uns im Alltag und in den Behandlungen - dahinter verbirgt sich sehr oft quälendes Schamerleben.
Fremdscham

Eine Besonderheit stellt der Aspekt des Fremdschämens dar . Nicht selten begegnet uns in den Therapien die Tatsache, dass wir uns als Therapeuten stellvertretend für den Patienten oder dessen Bezugspersonen schämen. Menschen können sich für andere Personen schämen, wenn sie über ausreichend Empathie verfügen, eine antizipierte Bindung zu diesen spüren und ihr eigenes Werte- und Normensystem zugrunde legen. Ähnlich verhält es sich bei der Schuld und bei dem Empfinden, sich schuldig fühlen für das Verhalten von anderen Menschen oder transgenerationale Schuld in sich wahrzunehmen.

Die Fähigkeit, Scham empfinden zu können, ist dabei wieder ein wichtiger Bestandteil, um als soziales Mitglied einer Gemeinschaft akzeptiert und wahrgenommen zu werden.

Praxistipp

Scham und Schuld im therapeutischen Alltag gilt es, sprachlich zu unterscheiden in:

emotionale Reaktion von Scham oder Schuld oder beiden zusammen, wobei beide Emotionen einander bedingen können

die grundsätzliche Fähigkeit, Scham und/oder Schuld empfinden zu können

das Empfinden für Scham und/oder Schuld zu haben - das beispielsweise prosoziales Verhalten fördert

Bewusstsein für Scham und/oder Schuld bei sich und anderen Personen

stellvertretende Wahrnehmung von Scham und/oder Schuld

Die folgenden Unterkapitel enthalten Einordnungsmöglichkeiten, die sich in der Behandlung als Te

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