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Schematherapie von Jacob, Gitta (eBook)

  • Verlag: Hogrefe Verlag
eBook (PDF)
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Schematherapie

Schematherapie ist eine wichtige aktuelle Weiterentwicklung der kognitiven Verhaltenstherapie (KVT) für Patienten mit Persönlichkeitsstörungen und anderen chronischen psychischen Problemen. In Studien hat sich insbesondere die Arbeit mit dem Schemamodus-Ansatz als hoch wirksam erwiesen. In diesem Buch wird die Behandlung mit dem Modusmodell praxisnah dargestellt. Zahlreiche Fallbeispiele illustrieren das Vorgehen. Nach einer kurzen Einführung in die Kernkonzepte der Schematherapie wird auf die Diagnostik und Fallkonzeptualisierung eingegangen. Im Anschluss wird das therapeutische Vorgehen für jeden Modus-Typ erläutert. Wichtige Schwerpunkte bilden dabei die therapeutische Beziehung, die als begrenztes Nachbeeltern konzipiert ist, sowie emotionsfokussierende Techniken, wie z.B. Stuhldialoge und imaginative Techniken. In diesen beiden Punkten unterscheidet sich die Schematherapie besonders von der klassischen KVT. Typische Fallstricke und Probleme in einer Schematherapie sowie mögliche Variationen des Vorgehens werden ebenfalls beschrieben. Insgesamt bietet der Band eine kompakte Darstellung der Arbeit mit dem Schemamodus-Ansatz bei Persönlichkeitsstörungen.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 108
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783840921421
    Verlag: Hogrefe Verlag
    Größe: 4010 kBytes
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Schematherapie

Das Moduskonzept hat den Vorteil, dass der jeweils aktuelle Zustand des Patienten mit etwas Übung relativ leicht eingeordnet und in der Therapie thematisiert werden kann . Wie in Kapitel 4 genauer dargestellt wird, ergeben sich zudem aus den Modi, die an einem Problem beteiligt sind, Interventionsstrategien, die mit dem Patienten gemeinsam genauer geplant und festgelegt werden können . Zudem ist über das Moduskonzept eine Verbindung zwischen den Mustern des Patienten, seiner Biografie und der jeweiligen Symptomatik möglich .

Einsatzbereiche und Vorteile des schematherapeutischen Modusmodells

- Erklärt konflikthafte und widersprüchliche Motive und Gefühle des Patienten in einem Modell .
- Interventionen lassen sich dem jeweils im Vordergrund stehenden Modus anpassen . - Blockaden in der Behandlung, die durch Vermeidung oder Überkompensation entstehen, können überwunden werden .
- Verbindung zwischen überdauernden Mustern des Patienten und dysfunktionalen Verhaltensweisen und Symptomen inkl . Selbstverletzungen, Suizidalität, Impulsivität, Stimmungsschwankungen etc .
- Störungsspezifische Modelle bilden typische Muster von Achse-IIStörungen ab .

3 Diagnostik und Indikation

Die Schematherapie wurde ursprünglich für Misserfolge ("Nonresponder") in der kognitiven Verhaltenstherapie entwickelt . Dies sind in der Regel Personen mit chronischen und komplexen überdauernden Problemen, die sich nicht auf eine Kernsymptomatik reduzieren lassen, und deren Ursprung in biografischen Erfahrungen des Patienten vermutet werden kann . Damit wurde Schematherapie als transdiagnostisches Verfahren konzipiert, dass sich prinzipiell auf sehr verschiedene Arten dysfunktionaler Muster anwenden lässt . Die wichtigste Indikation stellen Persönlichkeitsstörungen dar . Bisher wird hier keine spezifische Persönlichkeitsstörung ausgeschlossen, auch wenn erst für einen Teil der Persönlichkeitsstörungen empirische Wirkungsnachweise vorliegen (vgl . Kapitel 5) . Zudem ist Schematherapie prinzipiell auch indiziert für andere chronische psychische Störungen, die auf KVT unbefriedigend ansprechen, wie Zwangsstörungen oder Substanzabhängigkeit . Allerdings liegen für diese Störungen bisher allenfalls Fallberichte und Pilotstudien zur Wirksamkeit von Schematherapie vor, so dass die Indikation unter dem Vorbehalt gestellt werden muss, dass robuste Wirknachweise noch ausstehen .

Kontraindiziert ist Schematherapie bei akuten Krisen oder umschriebenen Lebensproblemen, die sich nicht als Teil eines überdauernden Musters verstehen lassen . Bei psychotischen Störungen ist das emotionsorientierte aufdeckende Vorgehen überfordernd und nicht indiziert . Erkrankungen aufgrund eines hirnorganischen Faktors stellen ebenso eine Kontraindikation dar wie eine schwere akut entgiftungspflichtige Substanzabhängigkeit, da der Substanzgebrauch eine gute Wirkung der emotionsfokussierenden Interventionen verhindert . Bei Patienten mit Substanzabhängigkeit sollte eine mindestens dreimonatige Abstinenzphase vorliegen, bevor eine schematherapeutische Behandlung begonnen wird . Bei Patientinnen mit Anorexia nervosa ist bei einem Body Mass Index (BMI) 17 davon auszugehen, dass sie nicht mehr in der Lage sind, sich ausreichend auf die schematherapeutischen Interventionen zu konzentrieren .

3.1 Diagnostik

Zur Indikationsstellung wird meist die klinische Einschätzung herangezogen, ob es sich um ein überdauerndes Muster im oben genannten Sinne handelt, bei dem eine KVT vermutlich wenig erfolgsversprechend ist . Zudem sollte die in der Therapiesituation beobachteten und vom Patienten berichteten Interaktionsmuster einbezogen werden . Insbesondere bei Patienten mit problematischer oder fehlender Kontaktaufnahme ist Schematherapie indiziert . Zudem sollte klinisch vor der Indikationsstellung ein Eindruck gewonnen werden, ob sich die Entstehung dieser problematischen Muster vermutlich auf schwierige Erfahrungen in Kindheit un

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