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Schlafstörungen und psychische Erkrankungen Eine Einführung für Ärzte und Psychologen von Pollmächer, Thomas (eBook)

  • Verlag: Kohlhammer
eBook (ePUB)
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Schlafstörungen und psychische Erkrankungen

Schlafstörungen bei psychisch Erkrankten können ein Symptom der Grunderkrankung, eine eigenständige Störung oder ein Hinweis auf schlafmedizinische Erkrankungen sein. Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und reicht von psychoedukativen Maßnahmen über verhaltenstherapeutische und medikamentöse Ansätze bis hin zu mechanischen Therapieformen. Das Buch fasst die schlafmedizinischen Essentials für alle zusammen, die schlafgestörte Menschen im Feld der psychischen Gesundheit behandeln. Es erklärt Grundlagen von Schlaf und Schlafstörungen und zeigt Zusammenhänge sowie Wechselwirkungen zwischen Schlafstörungen und psychischen Erkrankungen auf. Verschiedene Verfahren und Möglichkeiten der Diagnose und Therapie werden ebenso behandelt wie sozialmedizinische Aspekte und Schlafstörungen im Konsiliardienst. Prof. Dr. med. Thomas Pollmächer ist am Klinikum Ingolstadt Direktor des Zentrums für psychische Gesundheit mit schlafmedizinischem Schwerpunkt. Er gründete das Referat Schlafmedizin der DGPPN und war Präsident der ESRS. Prof. Dr. med. Thomas C. Wetter ist Leitender Oberarzt und Leiter der Forschungsgruppe Schlaf an der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Regensburg am Bezirksklinikum. Er ist Co-Leiter des Referates Schlafmedizin der DGPPN.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 223
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783170332942
    Verlag: Kohlhammer
    Originaltitel: Sleep disturbances and psychological diseases
    Größe: 5881 kBytes
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Schlafstörungen und psychische Erkrankungen

1 Schlaf und psychische Gesundheit - eine kurze Einleitung

Guter, ungestörter, erholsamer und erfrischender Schlaf hat für die meisten Menschen eine sehr hohe Priorität. Allgemein wird angenommen, dass gesunder Schlaf eine wesentliche Voraussetzung für Wohlbefinden, seelische Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Ausdauer am Tage ist. Umgekehrt wird ein als schlecht erlebter Schlaf häufig nicht nur in Zusammenhang mit Müdigkeit und Tagesschläfrigkeit gebracht, sondern auch für Depressivität, Antriebsmangel und verminderte Widerstandskraft gegen körperliche Erkrankungen verantwortlich gemacht. Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass Schlafstörungen zu den häufigsten Gründen zählen, deretwegen Patienten ihren Hausarzt aufsuchen (Wittchen et al. 2001).

Schlafstörungen haben allerdings keinesfalls immer Krankheitswert. Im Gegenteil, kurzfristige Störungen des Ein- und Durchschlafens oder eine Verminderung der Schlafdauer im Rahmen akuter psychosozialer Belastungen oder akuter körperlicher Erkrankungen verschiedenster Art sind in aller Regel harmlos und vorübergehend und beeinträchtigen die Leistungsfähigkeit tagsüber nicht oder zumindest nicht wesentlich. Ähnlich wie wir zwingend auf die ausreichende Zufuhr adäquater Nahrung angewiesen sind und doch einige Tage fasten können, ohne Sorge um unsere Gesundheit haben zu müssen, so ist auch Schlaf in ausreichender Qualität und Quantität ein unbedingtes Muss, und doch können wir einen kurzfristigen Mangel problemlos ausgleichen.

Länger- und langfristige Schlafstörungen, die viele Wochen, Monate oder Jahre andauern, stellen hingegen ein erhebliches und ernsthaftes Gesundheitsproblem dar. Die 12-Monats-Prävalenz klinisch relevanter Schlafstörungen beträgt in Europa mindestens 10% (Wittchen et al. 2011; Arnardóttir et al. 2016). Ursächlich führend sind psychiatrische Erkrankungen einschließlich der primären Insomnie und nächtlicher Atmungsstörungen, aber darüber hinaus gibt es eine Vielzahl weiterer relevanter Kausalitäten. Schlafstörungen sind gut behandelbare Erkrankungen. Die therapeutischen Optionen reichen von einer nächtlichen Überdruckbeatmung beim obstruktiven Schlafapnoesyndrom über pharmakologische Strategien bis hin zu sehr effektiven verhaltenstherapeutischen Verfahren bei verschiedensten Formen der Insomnie. Schlafstörungen führen bei vielen Patienten zu erhöhter Schläfrigkeit und gehören damit auch zu Hauptursachen müdigkeitsbedingter Unfälle im Haushalt, bei der Arbeit und im Straßenverkehr (Karimi et al. 2014). Zunehmend wird klar, dass Schlafstörungen auch ursächlich an der Entstehung metabolischer Erkrankungen, insbesondere Übergewicht und Diabetes, beteiligt sind. Und schließlich wird begründet vermutet, dass Schlafstörungen nicht nur Symptome psychiatrischer Erkrankungen sind, sondern deren Entstehung auch begünstigen können (Riemann und Hajak et al. 2009).

Dennoch ist sowohl die klinische, wissenschaftliche Beschreibung der Phänomenologie von Schlafstörungen als auch die ihrer Ursachen und gesundheitlichen Folgen deutlich komplexer, als dies auf den ersten Blick scheint.

Ein wesentliches Problem stellt in diesem Zusammenhang die Diskrepanz zwischen der subjektiven Beurteilung des Schlafes und den Ergebnissen objektiver Messungen dar. Es kommt durchaus häufig vor, dass Menschen ihren Schlaf als völlig ungestört beschreiben und empfinden, obwohl sich im Schlaflabor erhebliche Störungen der Schlafkontinuität oder eine Verminderung der Schlafdauer objektivieren lassen. Ganz typisch ist dies bei Patienten mit nächtlichen Atmungsstörungen wie zum Beispiel dem obstruktiven Schlafapnoesyndrom. Umgekehrt klagen sehr viele Patienten über schwere Störungen des Ein- und Durchschlafens oder eine verminderte Dauer oder Erholsamkeit des Nachtschlafes, ohne dass sich im Schlaflabor relevante Normabweichungen objektivieren lassen. Dies is

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