text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Sprachreduzierte Ressourcen- und Traumastabilisierungsgruppe Manuale zur Gruppenpsychotherapie mit Geflüchteten und Migranten von Özkan, Ibrahim (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 23.03.2019
  • Verlag: Schattauer
eBook (ePUB)
24,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Sprachreduzierte Ressourcen- und Traumastabilisierungsgruppe

Sprachbarrieren erschweren die Psychotherapie mit Geflüchteten und Migranten erheblich. Der Einsatz von Dolmetschern scheitert in der Praxis meist am Kostenträger. Aus dieser Erfahrung heraus haben die Autoren Manuale entwickelt, die es Therapeuten und Gruppenleitern ermöglichen, ihr Therapieangebot dem Sprachniveau der Geflüchteten anzupassen. Über symbolische Interaktionen, Zeichnungen und einfache Erklärungen wird es Patienten mit wenig Deutschkenntnissen möglich, an Gruppentherapien teilzunehmen. Das Buch enthält zwei Manuale mit jeweils unterschiedlichen Schwerpunkten: - die psychoedukative Gruppe zur Ressourcenaktivierung - die Traumastabilisierungsgruppe Die Manuale erklären den Ablauf der Sitzungen Schritt für Schritt. Zudem enthält das Buch wichtige Infos zum Flüchtlingsstatus, zum Thema Stress in der Fremde, konkrete praktische Hinweise zum Miteinander in der Gruppentherapie und eine Materialliste, was in den Sitzungen gebraucht wird. Eine große Hilfestellung für alle, die mit psychisch erkrankten Menschen mit Migrationshintergrund psychotherapeutisch, medizinisch oder soziotherapeutisch arbeiten. Dr. Diplom-Psychologe und psychologischer Psychotherapeut in der Institutsambulanz des Asklepios Fachklinikums Göttingen, Leitender Psychologe des Schwerpunktes Kulturen, Migration und psychische Krankheit. Mitbegründer und Vorstand des Dachverbandes der transkulturellen Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik im deutschsprachigen Raum (DTPPP).

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 112
    Erscheinungsdatum: 23.03.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783608110739
    Verlag: Schattauer
    Größe: 3568 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Sprachreduzierte Ressourcen- und Traumastabilisierungsgruppe

1 Einführung: Psychotherapeutische Versorgung von Menschen mit Migrationshintergrund

Mit den aktuellen Fluchtbewegungen wird die globale Migration zunehmend sichtbarer. 2016 lag der Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund an der deutschen Gesamtbevölkerung bei 22,5 % und vermehrt sich sukzessive. Dies stellt für Deutschland den höchsten Anteil seit der Anwerbung der Gastarbeiter in den 1960er und 1970er Jahren. Im Jahr 2015 erlebte die Bundesrepublik mit über einer Million Menschen die höchste Zahl an Zuwanderung überhaupt (Statistisches Bundesamt 2016). Als Personen mit Migrationshintergrund definiert werden "wenn sie selbst oder mindestens ein Elternteil nicht mit deutscher Staatsangehörigkeit geboren ist." (Bundeszentrale für politische Bildung 2018). Motive für Migration sind sehr vielfältig: Krieg sowie politische und religiöse Verfolgung, Naturkatastrophen, der Wunsch, schwierigen Lebensumständen zu entfliehen, und die Hoffnung auf ein besseres, sicheres Leben an einem anderen Ort.

In den Jahren vor 1990 standen vor allem die Ein- und Auswanderung und saisonale oder auf ein paar Jahre begrenzte Pendelmigrationen im Fokus von Erklärungsmodellen der Migration. In den letzten Jahrzehnten hat sich dieser Fokus verschoben. Heutzutage spielen neue Formen der Migration eine Rolle, die zusätzlich zu den bekannten Phänomenen der Migration auftreten. Diese neuen Formen werden häufig als "transnationale Migration" charakterisiert oder unter dem Oberbegriff "Transnationalität von Migration" zusammengefasst. Hierunter ist eine Migration mit mehrfachen, "pluridirektionalen" Wohnortwechseln zu verstehen. Die Trennung zwischen Arbeits- und Fluchtmigration verschwimmt immer mehr. Die Migrationsprozesse lassen sich nur begrenzt von der Politik steuern (Pries 2017). Diese neueren Formen von Migration werden durch die hochmodernen Kommunikationsmöglichkeiten in unserem Zeitalter sowie durch die Verfügbarkeit von modernen Transportmitteln ermöglicht (Hahn et al. 2017). Transnationale Migration stellt Politik und Gesellschaft, aber auch das Gesundheitssystem vor neue Herausforderungen.

Aktuell lassen sich jedoch - bis auf wenige Ausnahmen - kaum empirische Daten zu Kultur- und Migrationshintergrund finden, die eine systematische Annäherung der Versorgungsstrukturen an diese Patienten bieten könnten (Spallek & Zeeb 2010). Hingegen illustrieren einige Untersuchungen die Notwendigkeit einer Versorgung, die bedarfsgerecht, also an besondere Bedürfnisse der Patientengruppe "Migranten" angepasst sein sollte (Brandes et al. 2009; Brucks 2004; Whitley et al. 2006).

Welche Hindernisse bestehen bei einer adäquaten gesundheitlichen und vor allem psychiatrischen Versorgung von Migranten? Die Behandlungsbarrieren lassen sich laut der qualitativen Untersuchung "Zugang von Migranten in die medizinische Rehabilitation der gesetzlichen Krankenkasse" von Schwarz et al. (2015) in vier verschiedene Kategorien unterteilen, die den Zugang erschweren oder ganz verwehren können:

Systembezogene migrantenspezifische Zugangsbarrieren. Hierunter ist sowohl die mangelnde interkulturelle Öffnung von behandelnden Einrichtungen, als auch mangelnde transkulturelle Kompetenz des in den medizinischen Versorgungseinrichtungen arbeitenden Personals zu verstehen. Beispiele dafür sind fehlende mehrsprachige Informationsunterlagen, Antragsformulare und Patientenfragebögen nur in deutscher Sprache, fehlendes mehrsprachiges Personal und/oder Dolmetscherdienste sowie gering vorhandene kulturspezifische Angebote, welche Kulturunterschiede in den Bereichen Ernährung und Religion sowie geschlechtsspezifische Vorschriften oder Unterschiede in Krankheitskonzepten und -bewältigung berücksichtigen würden.

Personenbezogene migrantenspezifische Zugangsbarrieren. In diese Kategorie fallen Wissensdefizite auf Patientenseite. Diese

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen