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Stationäre Eltern-Kind-Behandlung Ein interdisziplinärer Leitfaden

  • Erscheinungsdatum: 10.05.2012
  • Verlag: Kohlhammer
eBook (ePUB)
52,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
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Stationäre Eltern-Kind-Behandlung

In diesem Praxisleitfaden werden die häufigsten psychischen Erkrankungen, die bei Eltern auftreten können, erläutert. Etablierte Behandlungsprogramme mit unterschiedlichen Therapieansätzen werden aus multiprofessioneller Sicht dargestellt. Weitere Themenschwerpunkte bilden Interaktionsstörungen bei psychisch kranken Müttern sowie Besonderheiten der Psychopharmakotherapie in Schwangerschaft und Stillzeit. Neben den Auswirkungen der mütterlichen Erkrankung auf die Erziehungsfähigkeit werden auch verschiedene Netzwerke 'Früher Hilfen' und die Arbeit von Selbsthilfegruppen ausführlich behandelt. Der präventive Ansatz für das Kind wird aus kinder- und jugendpsychiatrischer Sicht verdeutlicht. ContentPLUS beinhaltet Arbeitsmaterialien zur 'Mütterlichen Kompetenzrunde der Asklepios Klinik für Psychische Gesundheit Langen', den Untersuchungskalender (U1-U11, J1) und Impfkalender.

Dr. Susanne Wortmann-Fleischer hat das Interaktionszentrierte Gruppentherapieprogramm für postpartale psychische Störungen verfasst. Dr. Regina von Einsiedel hat bei dem Neubau von zwei Abteilungspsychiatrien Mutter-Kind-Einheiten unter bautechnischen, ökonomischen und fachlichen Aspekten konzeptioniert. George Downing, Ph.D., unterrichtet Klinische Psychologie an der Universität Paris VIII.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 284
    Erscheinungsdatum: 10.05.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783170274464
    Verlag: Kohlhammer
    Größe: 11059 kBytes
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Stationäre Eltern-Kind-Behandlung

2 Fachliche, wirtschaftliche und räumliche Kriterien einer stationären Mutter-Kind-Behandlung in Kliniken für Erwachsenenpsychiatrie

Regina von Einsiedel, Susanne Wortmann-Fleischer, George Downing und Wolfgang Jordan

Für Mutter-Kind-Behandlungen bestehen keine einheitlichen Standards. Deshalb ist dieser Beitrag auf die praktischen Gesichtspunkte einer Mutter-Kind-Einheit in psychiatrischen und psychosomatischen Kliniken ausgerichtet. Drei Sichtfelder werden fokussiert: das diagnostisch-fachliche, das wirtschaftliche und das räumliche Sichtfeld. Die diagnostischen und klinischen Aspekte werden erörtert und die postpartale schizophrene Psychose wird besonders gewichtet. Im Zuge der Gesundheitsreform werden Diagnostik und Dokumentation nicht zuletzt für die Finanzierung von Mutter-Kind-Behandlungen von zentraler Bedeutung. Bisher wurden Mutter-Kind-Behandlungen in der Psychiatrie Personalverordnung (PsychPV) nicht abgebildet und die Therapien von den Krankenkassen in der Regel nicht erstattet. Dies ändert sich für die psychiatrischen Fächer 2013 mit Einführung des neuen Entgeltsystems. In der Hoffnung, dass sich Mutter-Kind-Behandlungen zunehmend als Standardtherapien in psychiatrischen und psychosomatischen Kliniken etablieren, was dringend notwenig ist, wird auch Bezug auf die räumliche und personelle Ausstattung für die stationäre Mutter-Kind-Behandlung genommen.
2.1 "Von der Pike auf": Diagnosestellung psychischer Störungen

Die deutsche Ärzteschaft ist Mitglied der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Seit 2000 wurde mit der WHO vereinbart, dass auch in Deutschland Diagnosen nach

295 und 301 des Sozialgesetzbuchs (SGB), Internationale Klassifikation der Krankheiten, 10. Revision (ICD-10) V verschlüsselt werden. Dies gilt für die stationäre und ambulante Versorgung. Im Kapitel V (F) des ICD-10 sind "Psychische und Verhaltensstörungen" in Gruppen von F00 bis F99 gegliedert (Dilling et al. 2005).

In jüngerem bis mittlerem Erwachsenenalter kommen vor allem affektive Erkrankungen, und hier gehäuft die depressiven Störungen (F32. oder F33.) vor. Auch Schizophrenien (F2), Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen (F6), neurotische, Belastungs- und somatoforme Störungen oder Angst- und Zwangsstörungen (F4) und psychische sowie Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen (F1) treten auf (Berger 2009; Sadock et al. 2009).

In der Gruppe der "F50-F59: Verhaltensauffälligkeiten mit körperlichen Störungen und Faktoren" findet sich die Untergruppe "F53: Psychische oder Verhaltensstörungen im Wochenbett, anderenorts nicht klassifiziert". Mütterliche Erkrankungen, die sich innerhalb von sechs Wochen nach der Geburt entwickeln, werden "mit zwei Codierungen der ICD-10" verschlüsselt, der "spezifischen psychischen Störung in Kombination mit der Codierung F53" (Dilling et al. 2005) (s. Abb. 1 und Tab. 1 ).

Abb. 1: Codiersystem nach ICD-10

Tab. 1: Klassifikation nach ICD-10

F53

Psychische oder Verhaltensstörungen im Wochenbett, anderenorts nicht klassifiziert

F53.0

Leichte psychische und Verhaltensstörungen im Wochenbett, anderenorts nicht klassifiziert, dazugehörig: postpartale Depression

F53.1

Schwere psychische und Verhaltensstörungen im Wochenbett, anderenorts nicht klassifiziert, dazugehörig: Puerperalpsychose

ICD-10 online (WHO-Version 2006)

Merke: Psychische und Verhaltensstörungen werden im Kapitel V (F) des ICD-10 in Diagnosegruppen von F00 bis F99 verschlüsselt. Beispielsweise werden postpartale Depressionen (F32.x) mit "ICD-10 F53.x: Psychische oder Verhaltensstörungen im Wochenbett, anderenorts nicht klassifiziert"

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