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Trümmerkindheit Erinnerungsarbeit und biografisches Schreiben für Kriegskinder und Kriegsenkel von Battke, Kathleen (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 02.09.2013
  • Verlag: Kösel
eBook (ePUB)
13,99 €
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Trümmerkindheit

Noch immer leiden zahlreiche Menschen unter belastenden Erinnerungen an den 2. Weltkrieg - vor allem die, die damals Kinder waren, aber auch deren Nachkommen. Hier wie für viele andere schwierige Lebenserfahrungen gilt: Wer sich erinnert, wer erzählt und echtes Zuhören erfährt, hat es leichter mit der Verarbeitung. Biografisches Schreiben ist eine besonders wirksame Hilfe: Schreibend können lebensgeschichtliche Freuden und Leiden gewürdigt, eingeordnet und für die Nachwelt bewahrt werden. - Ein Praxisbuch mit Anleitungen und zahlreichen Übungen zum befreienden Erinnern und Leben-Schreiben.
'Zeugnis ablegen - dieses Prinzip aus der Zen-Philosophie und aus der Psychotherapie birgt Kräfte für seelische Heilung in sich. Es kann zur Versöhnung mit der eigenen und mit der kollektiven Geschichte beitragen. In berührender Weise wird auch der Leser dieses Buches Zeuge von den vorsichtigen Schritten zur Erinnerung.'
Aus dem Vorwort von Bettina Alberti
Für Kriegskinder und Kriegsenkel
Trendthema biografisches Schreiben
Kriegserinnerungen schreibend verarbeiten

Kathleen Battke, geb. 1959, Sprach- und Kulturwissenschaftlerin, Kommunikationsberaterin, Publizistin und Biografin in Bonn. Ihre Mutter erlebte den Zweiten Weltkrieg als Kind in Niederschlesien. Seit 2007 Seminare zur versöhnenden Erinnerungsarbeit und Workshops für kreatives biografisches Schreiben mit Kriegskindern und -enkeln.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 272
    Erscheinungsdatum: 02.09.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641110406
    Verlag: Kösel
    Größe: 654 kBytes
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Trümmerkindheit

Biografie- und Erinnerungsarbeit: Die eigene Lebensgeschichte als Kraftquelle entdecken

" Wer hervorbringt, was in ihm ist, wird durch das gerettet, was er hervorbringt. Wer nicht hervorbringt, was in ihm ist, wird von dem zerstört, was er nicht hervorbringt. "

Jesus, zit. nach dem Thomas-Evangelium

Warum macht es Sinn, sich mit der eigenen Geschichte zu beschäftigen? Mit einfachen, eindringlichen Worten sagt - zitiert vom Evangelisten Thomas - der historische Jesus, was geschieht, wenn wir uns unserer Innenwelt stellen. Und was geschieht, wenn wir das nicht tun: Rettung oder Zerstörung lauten hier die radikalen Alternativen.

Abgesehen davon, dass dies extrem klingt, werden Kriegskinder bestätigen können, was diese Weisheit in Bezug auf die eigenen Erinnerungen bedeutet. Wir haben also, so legt uns das Zitat nahe, die freie Wahl - und müssen dann den Konsequenzen ins Auge sehen.

Die Kriegskinder, die unsere Seminare und Schreibwerkstätten besuchen, haben sich für das entschieden, was hier "Rettung" genannt wird. Dafür, hervorzubringen, was in ihnen ist: die Erinnerungen an einen harten Teil ihrer Lebensgeschichte. Kein leichter Entschluss. Aber angesichts der Zerstörungskraft ungewürdigter und quälender Erinnerungen, verschütteter Kindheitsträume und ungefühlter Trauer offenbar doch für viele die heilsamere Wahl. Und eine Wahl von einiger Tragweite, auch über die ganz persönliche Entscheidung hinaus.

" Geschichte ist die geistige Form, in der sich ein Volk über seine Vergangenheit Rechenschaft gibt, um seine Zukunft zu gewinnen " , sagt der britische Historiker Arnold Toynbee. Geschichte versucht, das Gewesene gegenwärtig zu machen. Sie ist dabei nicht etwa ein sanftes Ruhekissen, sondern löst heilsame Unruhe aus.

Wo "Geschichte" das dokumentierte kollektive Gedächtnis von Völkern und Nationen ist, ist "Erinnerung" die geistige Form von uns Einzelnen, uns Rechenschaft über unsere Vergangenheit zu geben. Sinn bleibt auch hier, die Zukunft zu gewinnen - unsere persönliche, die unserer Kinder und Kindeskinder. Die Gegenwärtigkeit des Gewesenen ist dabei manchmal stärker, als wir es ertragen mögen. Und die Unruhe, die das auslöst, können wir nicht immer unmittelbar als heilsam erkennen. Warum biografische Arbeit dennoch Sinn macht, lässt sich anhand von drei Feldern begründen: ein ganz persönliches, individuelles Feld, ein kollektiv-menschliches und ein gesellschaftliches Feld.

Biografie, persönlich genommen: Frieden schließen mit sich selbst

"Leben ist das, was passiert, während du gerade andere Pläne machst" - dieses John Lennon zugeschriebene Zitat macht halb humorvoll, halb resigniert deutlich, wie unsinnig es zu sein scheint, unser Dasein zu planen. Das Leben gibt diese Art von Ordnung, von Planungssicherheit so gut wie nie her: "So sehr wir auch versuchen, es dazu zu zwingen - mittendrin sterben wir, verlieren ein Bein, verlieben uns oder lassen ein Glas Erdbeermarmelade fallen " , stellt Natalie Goldberg, amerikanische Schriftstellerin und Lehrerin für kreatives Schreiben, lakonisch fest.

Biografiearbeit trägt dieser Einsicht Rechnung, indem sie sich aufmerksam den Brüchen und Krisen im Leben des Einzelnen widmet. Sie betrachtet diese Risse im Alltag nicht als Misserfolge, sondern als Anstöße für einen Veränderungsprozess. Der bewusste Umgang mit Krisenpunkten hilft zu erkennen, welche Bedeutung wir Umbrüchen geben und welche neuen Impulse dadurch in unser Leben kommen.

Gerade unter diesem Gesichtspunkt erscheint mir Biografiearbeit für Menschen mit einer Kriegskindheit als heilsam. Denn an blinden Flecken oder Schattenregionen, die oft Markierungen sind für ins Unsichtbare verschobene Krisenerlebnisse, ist deren Lebensgeschichte oft reich.

In den meisten von uns wohnt die Sehnsucht, ein heiles, schönes, sinnvolles Leben zu führe

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