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Traum und Märchen Handlungsorientierte Psychotherapie von Stadler, Christian (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 08.04.2015
  • Verlag: Kohlhammer Verlag
eBook (PDF)
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Traum und Märchen

Das Umgehen mit Träumen hat in der Tradition der Psychotherapie eine lange Geschichte. Dieses Buch zeigt detailliert auf, wie im therapeutischen Setting nicht nur über Träume gesprochen werden kann, sondern wie ein neuer Zugang durch szenisches Handeln entstehen kann. Die Traumbotschaft entschlüsselt sich im nachspielenden Handeln bzw. im Weiterspielen des Traumes. Das Märchen kann einen wichtigen Schlüssel zum Verständnis innerer Rollen, unbewusster Konflikte und anstehender Lebensaufgaben darstellen. Besonders der Einsatz im gruppentherapeutischen Setting bietet hier eine Fülle an Möglichkeiten, wie sich Patienten handlungsorientiert und spielerisch dem eigenen und gemeinsamen Unbewussten nähern können. Der Autor beschreibt ausführlich konkrete Vorgehensweisen und erläutert an zahlreichen Fallbeispielen die Umsetzung für die eigene Praxis.

Christian Stadler ist Diplompsychologe und arbeitet als Psychotherapeut und Supervisor. Er ist Mitherausgeber der Zeitschrift für Psychodrama und Soziometrie.

Produktinformationen

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Traum und Märchen

1. Vorlesung Szene und Handlung in der Einzel- und Gruppentherapie

Psychodrama verbindet Szene und Handlung

Traum und Märchen in der handlungsorientierten Psychotherapie erfordert zunächst ein paar Worte zur Handlungsorientierung in der Psychotherapie. Lange Zeit galt Handeln vor allem in den psychodynamischen Verfahren als therapeutisch nicht hilfreich, im ungünstigen Fall als schädliches "Agieren" statt dem hilfreichen Durcharbeiten. In einigen humanistischen Psychotherapieformen wie dem Psychodrama, der Gestalttherapie und Verfahren der Körpertherapie wurde die konkrete Handlung dagegen auch im therapeutischen Kontext als sinnvoll oder sogar notwendig erachtet. So konstatierte Moreno 1 (2008, 77), der Gründervater des Psychodramas - oder in der ursprünglichen Langform der triadischen Methode Psychodrama, Soziometrie, Gruppenpsychotherapie: "Psychodrama kann als diejenige Methode bezeichnet werden, welche die Wahrheit der Seele durch Handeln ergründet". Psychodrama, wörtlich übersetzt die handelnde Darstellung seelischen Erlebens, sieht also vor, dass neben dem Sprechen gehandelt wird, um die Psychodynamik einer Person einerseits besser zu verstehen, andererseits nachhaltiger zu verändern.

Moreno wurde in eine Zeit hineingeboren, in der Psychologie und Psychotherapie in den Kinderschuhen steckten, und konnte so mit seinen Ideen maßgeblich an der Entwicklung letzterer mitwirken. Als Arzt

Abb. 1: Jakob Levy Moreno (1889-1974) 2

verstand er sich als Sozialmediziner, Psychiater, Einzel- und Gruppenpsychotherapeut sowie als Forscher. Er war ein Mann vieler Ideen, der aufgrund seiner Persönlichkeit auch andere mit diesen anstecken konnte. Obwohl er sich unzweifelhaft viele Verdienste bei der Professionalisierung psychotherapeutischen Handelns erworben hat (z. B. Gründer der Gruppenpsychotherapie und Gründer soziometrischer Forschungsansätze), gelang es ihm nicht, seine Ideen so stringent vorzutragen wie z. B. Freud, von dem er sich gern in rivalisierender Form abgrenzte.

Tab. 1: Jakob Levy Morenos Lebenslauf

Humanistische Psychotherapie zeichnet sich nach Kriz 3 dadurch aus, dass es "um die Förderung von Selbstregulations- und Organisations-prozessen auf körperlichen, psychischen und sozialen Prozessebenen" gehe, [...] die auf diese Weise wieder an die jeweiligen Entwicklungsaufgaben der biopsychosozialen Umwelt re-adaptierbar werden; wobei aber der zentrale Fokus die Sinnorientierung, Selbstdefinition und Intentionalität des Subjekts ist."

Die von Moreno entwickelte Psychodrama-Therapie ist in diesem Sinn ein humanistisches Psychotherapieverfahren, welches durch eine handelnde und szenische, dabei subjektiv organisierte Darstellung innerpsychischen Erlebens einer oder mehrerer Personen deren Selbststeuerungs- und Selbstheilungskräfte aktiviert. Dabei werden soziale wie ökologische Bedingungen einbezogen. Das Ziel ist, in einer dargestellten oder gespielten Hier-und-Jetzt-Situation ( Surplus-Realität ), die eigenen innerpsychischen wie interaktionellen Prozesse erlebend zu verstehen ( Mentalisierung ) sowie gegebenenfalls zu verändern 4 .

Wollte man die Kernpunkte des Psychodramas auf einige knappe Punkte reduzieren, könnte es in Ergänzung zu obiger Definition so beschrieben werden:

- Im Psychodrama werden seelische Sachverhalte handelnd gezeigt und es wird über sie gesprochen; Psychodrama ist Mentalisieren.

- Psychodrama fokussiert durch Spiel und Handlung die Kreativität der Person und fördert damit deren Selbstheilungskräfte.

- Im Psychodrama werden Innenwelten auf einer "Bühne " in Szene gesetzt, bearbeitet und verändert.

- Im Psychodrama wird der Mensch in seinen verschiedenen Rollen und in seinem sozialen Umfeld ges

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