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Umgang mit suizidgefährdeten Menschen von Eink, Michael (eBook)

  • Verlag: Psychiatrie-Verlag
eBook (PDF)
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Umgang mit suizidgefährdeten Menschen

Mit suizidgefährdeten Menschen hat jeder psychosoziale Helfer früher oder später zu tun, im Beruf, aber auch im Team. Das Thema ist angstbesetzt und moralisch aufgeladen. "Dürfen wir Suizide verhindern?" fragen die Autoren deshalb gleich zu Beginn und schließen nicht zufällig mit den Hilfen für die Helfer. Dazwischen finden sich die harten Fakten über die Zahl der Selbsttötungen und -Tötungsversuche, Strategien der Krisenintervention, Hinweise, wie suizidgefährdete Menschen zu erkennen und zu begleiten sind und wie man mit ihnen und ihren Angehörigen spricht. Adressen und Literaturhinweise runden das Buch ab.

Suizid und Suizidalität sind hoch brisante Themen für jede Berufsgruppe in der Psychiatrie, nicht nur weil die Suizidrate unter psychisch Kranken besonders hoch ist, sondern auch unter den Helfern. Dieser Basiswissen-Titel fasst nun sachlich und doch sensibel zusammen, was hilft im Umgang mit suizidgefährdeten Menschen, ohne die eigenen Grenzen aus den Augen zu verlieren.

Zielgruppe: alle psychosozialen Berufsgruppen

Stichworte: Suizid, Suizidalität, Selbsttötung, Krisenintervention

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 144
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783884147092
    Verlag: Psychiatrie-Verlag
    Größe: 1065 kBytes
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Umgang mit suizidgefährdeten Menschen

Erkennen und Beurteilen von Suizidalität (S. 46-47)

Weder das Erkennen von Suizidalität noch die Beurteilung der hiermit verbundenen aktuellen Gefährdung ist mit absoluter Sicherheit möglich. Diese Feststellung verweist auf die Grenzen unserer Möglichkeiten, Lebensmüdigkeit stets sicher wahrzunehmen und suizidalen Handlungen immer erfolgreich vorzubeugen. Allerdings darf diese prinzipiell zutreffende Erkenntnis nicht dazu führen, dass wir leichtsinnig und ohne die erforderliche Sorgfalt mit lebensmüden Menschen umgehen.

In diesem Kapitel wollen wir darstellen, wie Suizidalität erkannt und in ihrem Ausmaß zumindest annäherungsweise eingeschätzt werden kann. Nach einer Charakterisierung der Umstände, unter denen Professionelle mit lebensmüden Menschen in Kontakt kommen können, werden Merkmale suizidalen Erlebens und Verhaltens sowie der Verlauf suizidaler Krisen erläutert und Anhaltspunkte zur Beurteilung des aktuellen Gefährdungsgrades gegeben. Es folgen Hinweise zur Gesprächsführung, die das Erkennen und Beurteilen suizidaler Krisen erleichtern können. MERKE: Selbst bei der Berücksichtigung aller Risikomomente gibt es keine absolute Sicherheit im Erkennen von Suizidalität.

Umstände der Begegnung mit suizidalen Klienten

Es sind eigentlich kaum Situationen denkbar, in denen Menschen nicht mit lebensmüden Mitmenschen konfrontiert sein können. Dies trifft in ganz besonderer Weise für Helferinnen und Helfer zu, die in psychosozialen und psychiatrischen Institutionen tätig sind. Hier lassen sich im Wesentlichen drei Umstände voneinander abgrenzen:

Nach einem Suizidversuch: Klienten begaben sich nach einem Versuch, sich das Leben zu nehmen, in eine Beratung oder Behandlung, sei es ambulant oder stationär. Dies kann auf eigenen Wunsch oder auf Drängen von Angehörigen geschehen, durch Zuweisung niedergelassener Ärzte bzw. anderer Therapeuten oder nach einer internistischen bzw. chirurgischen Versorgung, die etwa wegen einer Intoxikation oder nach Verletzungen erforderlich gewesen ist.Während einer stationären organmedizinischen Behandlung findet häufig eine Konsiliaruntersuchung durch einen Psychiater oder Psychotherapeuten statt. In vielen Fällen erfolgt anschließend eine ambulante psychiatrische oder psychotherapeutische Weiterbehandlung oder die Verlegung auf eine entsprechende Station. Die stationäre Übernahme geschieht zumeist mit Einverständnis des Klienten, unter bestimmten Umständen und unter Berücksichtigung rechtlicher Vorgaben kann sie aber auch gegen seinen Willen erfolgen.

Bei bekannter Suizidalität: Hier ist die Suizidalität entweder Anlass für die Kontaktaufnahme mit dem psychiatrischen bzw. psychosozialen Hilfesystem oder sie offenbart sich bzw. entwickelt sich erst während einer Therapie. Im ersten Fall suchen Klienten wegen akuter oder seit längerer Zeit bestehender Lebensmüdigkeit psychosoziale Beratung oder psychiatrisch- psychotherapeutische Behandlung auf. Dies kann ebenfalls aus eigenem Antrieb geschehen oder auch auf Veranlassung von Angehörigen und Freunden oder auf Rat des Hausarztes. Auch dieser Kontakt kommt in den allermeisten Fällen auf freiwilliger Basis zustande. Es wird dann zunächst zu klären sein, welcher Behandlungsrahmen – ambulant, tagesklinisch oder stationär – angemessen ist. In dem Fall, in dem die Suizidalität während einer Behandlung auftritt, muss überlegt werden, inwieweit das bisherige Setting verändert werden muss und ob ggf. die Beratung oder Therapie von einer anderen Person weitergeführt werden sollte. MERKE

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