text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Warum sie so seltsam sind Gehirnentwicklung bei Teenagern von Strauch, Barbara (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.07.2014
  • Verlag: Piper
eBook (ePUB)
9,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Warum sie so seltsam sind

Das Teenagergehirn ist anders. Barbara Strauch bestätigt, was viele Eltern längst ahnten. Die Wissenschaft irrte, wenn sie bisher annahm, die entscheidenden Hirnstrukturen seien in diesem Alter bereits fertig ausgebildet: Das jugendliche Gehirn ist eine einzige Baustelle. Strauch illustriert die neuesten Entdeckungen an zahlreichen Fallbeispielen. Wir erfahren etwa, warum Teenager mehr Schlaf brauchen oder warum sie so leicht in Depressionen verfallen. Strauchs Buch bietet Eltern Hilfe - mit fundierten Informationen über das, was in den Gehirnen ihrer Sprösslinge vorgeht.

Barbara Strauch ist Wissenschaftsredakteurin der New York Times und schreibt regelmäßig über die neuesten Entwicklungen in der Neurologie sowie über andere Themen aus dem Bereich der Medizin und Verhaltensforschung. Sie studierte an der University of California in Berkeley und hat zwei Töchter.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 336
    Erscheinungsdatum: 14.07.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783492966856
    Verlag: Piper
    Größe: 2198kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Warum sie so seltsam sind

Kapitel 1

Programmierte Verrücktheit

Die neue Wissenschaft vom Teenagergehirn

Teenager. Gehirn. Teenager. Gehirn. Ich gebe zu: Die Worte klingen eher nach einem Widerspruch, als dass sie zusammenpassten. Man braucht sie nur laut auszusprechen – und vielleicht noch zu erwähnen, dass man ein Buch über das Gehirn von Teenagern schreiben will –, und schon schießen Witze ins Kraut wie die Pickel vor dem Abschlussball.

"Wie bitte? So was haben die?"

"Das wird aber ein kurzes Buch."

Steve, Vater zweier halbwüchsiger Jungen, schüttelte den Kopf und wünschte mir viel Glück. Was ihn angehe, so spielten die Teenagergehirne, die er kennt, seit kurzem auf unerklärliche Weise verrückt. "Ich kapiere es nicht", sagte er. "Ganz plötzlich werden die Kinder, die wir bisher zu kennen glaubten, so seltsam. Es sind gute Kinder, kluge Kinder, aber neulich hat der eine in der Schule ein paar Taschenrechner geklaut und sie verkauft, und der andere kriegt seine Hausaufgaben nicht mehr geregelt. Schon die beiden morgens aus dem Haus zu bekommen, ist ein riesiger Akt. Was ist da bloß los?"

Denise, Schriftstellerin und Mutter von zwei wunderbaren Jungen im Teenageralter, war aufgebracht.

"Teenagergehirn? Ich erzähl Ihnen was vom Teenagergehirn", sagte sie eines Morgens zu mir. "Kennen Sie meinen Dreizehnjährigen? Nun ja, er ging zum Schulball, und da ist es Vorschrift, dass man in der Halle bleibt und nicht weggehen darf. Aber er und seine Freunde kamen auf die Idee, das sei Freiheitsberaubung. Also liefen sie nach draußen und rannten rund um die Turnhalle. Keine Ahnung, was sie sich dabei gedacht haben. Jedenfalls hat der Rektor es mitbekommen und meinen Mann zu Hause angerufen. Am nächsten Tag haben wir geredet und geredet; wir haben ihm erklärt, dass er sich entschuldigen muss und dass er allen Unannehmlichkeiten bereitet hat. Aber er hat es einfach nicht kapiert. Er konnte sich nicht in andere hineinversetzen und die Sache nicht mit ihren Augen sehen."

Und was kam als Nächstes von dem dreizehnjährigen Musterschüler, der zuvor noch nie einen Hauch von Schwierigkeiten gemacht hatte und der nach den Worten seiner Mutter "immer so übergenau, so ruhig und nett war"?

Als Denise eines Abends von der Arbeit nach Hause kam, fand sie drei Briefe vor: In dem ersten hieß es, ihr Sohn gehöre erwartungsgemäß zu den Besten seines Jahrgangs, aus dem zweiten erfuhr sie, man habe ihn ins Kreisjugendorchester aufgenommen, und der dritte besagte, er sei zeitweilig von der Schule suspendiert, weil man ihn beim Herumlungern in der Stadt erwischt hatte, während er eigentlich im Geschichtsunterricht sein sollte.

"Wenn man sie ansieht, dann sind sie manchmal so selbstbewusst, und sie wirken so erwachsen, dass man denkt, sie haben alles, was sie brauchen, aber oft stimmt das einfach nicht", erklärte Denise. "Ich muss sagen, ich war so eingebildet und habe geglaubt, nur die Kinder von verantwortungslosen, selbstsüchtigen Typen könnten in Schwierigkeiten geraten. Aber irgendetwas passiert immer. Es ist erschreckend; es ist ärgerlich; es kann einen verrückt machen."

Ich habe selbst zwei halbwüchsige Töchter und würde ihr nicht widersprechen. Es geschehen erschreckende Dinge. Es geschehen ärgerliche Dinge. Es kann einen wirklich verrückt machen.

Vor nicht allzu langer Zeit stand meine damals fünfzehnjährige Tochter um die Mittagszeit auf, und zu meiner Begeisterung räumte sie ganz von selbst – ohne Aufforderung! – ihr Zimmer auf; auch ihre Wäsche steckte sie in die Waschmaschine.

Aber dann

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen