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Freud Eine sehr kurze Einführung von Storr, Anthony (eBook)

  • Verlag: Hogrefe Verlag Bern (ehemals Hans Huber)
eBook (PDF)
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Freud

Sigmund Freuds Theorien über das Unbewusste, Neurosen, die Verdrängung, das Ich und viele mehr revolutionierten die Art, wie wir über uns selbst denken. Freuds Einfluss ist ungebrochen, nicht nur in der Psychologie und Psychiatrie, sondern auch in benachbarten Disziplinen wie der Philosophie, den Kulturwissenschaften und der Literaturtheorie. Diese Sehr kurze Einführung wurde von einem herausragenden Kenner von Freuds Leben und Werk verfasst und ist interessant für alle Leser, die sich aus persönlichem oder beruflichem Interesse prägnant und fundiert über diesen Giganten der Psychologie informieren möchten.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 252
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783456952963
    Verlag: Hogrefe Verlag Bern (ehemals Hans Huber)
    Originaltitel: Freud
    Größe: 14422 kBytes
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Freud

Zwanghafte Persönlichkeiten weisen oft einen Grad an Selbstbeherrschung auf, der sie gehemmt und unspontan erscheinen lässt, und Freud war keine Ausnahme. Doch die Zigarren waren seine Achillesferse und ein zwanghafter Aspekt seines Verhaltens, den er nicht in den Griff bekam.

Auch seine Sammelleidenschaft war charakteristisch für diesen Persönlichkeitstypus. Freud hatte eine Leidenschaft für Antiquitäten, die aus seiner klassischen Bildung, seiner romantischen Rom-Sehnsucht und seinem Interesse für die abseitigeren Aspekte der menschlichen Geschichte herrührte. Auf Fotos aus seiner Wohnung in Wien und in der Rekonstruktion seines Arbeitszimmers im Freud-Museum im Londoner Stadtteil Hampstead ist seine antike Figurensammlung zu sehen. Auf den Regalen und dem Schreibtisch stehen sie so eng zusammengedrängt, dass keine für sich genommen als ästhetisches Objekt wahrnehmbar ist. Dies ist nicht die Ausstellung eines Kunstliebhabers, sondern eines besessenen Sammlers, der eher an der Anhäufung von Gegenständen als an ihrer Schönheit interessiert ist. Freud selbst erkannte, dass sein Interesse an solchen Gegenständen eher mit ihren historischen Assoziationen und ihrer emotionalen und geistigen Bedeutung zusammenhing als mit ihrer ästhetischen Form. Dies bekennt er freimütig in seinem Aufsatz "Der Moses des Michelangelo", einem Text, der Freud als sorgfältigen Beobachter kleinster Details zeigt, die den meisten anderen Menschen entgehen würden. Diese große Beobachtungsgabe zeigt sich auch in den klinischen Interpretationen der Symptome, Träume und in anderen psychologischen Beschreibungen seiner Patienten.

Freud hegte große Wertschätzung für die Literatur. Er selbst pflegte einen außergewöhnlichen literarischen Stil, der sich bereits in der Schule zeigte. Im Jahr 1930 wurde er als vierter Preisträger mit dem Goethe-Preis der Stadt Frankfurt ausgezeichnet. In seinen Schriften finden sich mehr Verweise auf Goethe und Shakespeare als auf die Arbeiten anderer Psychiater. Sein Interesse an der Musik beschränkte sich jedoch auf die Oper, die Art von musikalischer Darbietung, die sich unmusikalischen Menschen am ehesten erschließt. Ein Neffe schrieb sogar, er habe die Musik verachtet.

Freuds gehemmtes und beherrschtes Wesen zeigt sich auch in seiner Selbstdarstellung, die sich fast ausschließlich mit der Entwicklung der Psychoanalyse beschäftigt und so gut wie nichts über sein Privatleben verrät. Schon 1885 schrieb er seiner Verlobten, er habe sämtliche Aufzeichnungen, Briefe und Manuskripte der vergangenen 14 Jahre vernichtet, und fügte weitsichtig hinzu, er wolle es seinen Biografen nicht zu leicht machen. Freud, der sein Leben mit der Erforschung intimster Geheimnisse zubrachte, die Menschen vor sich und anderen verbergen wollen, war...

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