text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Forschungsmethoden der Psychologie von Bierhoff, Hans-Werner (eBook)

  • Verlag: Hogrefe Verlag Göttingen
eBook (PDF)
32,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Forschungsmethoden der Psychologie

Das Ziel dieses Buches besteht darin, die Vielfalt der Forschungsmethoden der Psychologie in einem Überblick gut nachvollziehbar zu beschreiben und gleichzeitig für Probleme, die bei ihrer Verwendung auftreten, zu sensibilisieren. Methodische Fragen, die sich auf die Forschung der Psychologie beziehen, werden in leicht verständlicher Weise beantwortet. Einerseits wird die wissenschaftstheoretische Basis in einer einfachen Form dargestellt, andererseits werden einzelne Untersuchungstechniken behandelt, die durch konkrete Beispiele und viele Illustrationen erläutert werden. Im Einzelnen geht es um folgende Themen: Wie verläuft der Forschungsprozess aus der Perspektive der Wissenschaftstheorie? Wie werden Begriffe definiert? Wie entstehen Hypothesen und wie kann man sie empirisch überprüfen? Wie lassen sich Daten aus der Längsschnittforschung überzeugend auswerten? Welche Bedeutung hat der Signifikanztest für die psychologische Forschung? Wie werden Forschungsergebnisse dokumentiert und was versteht man unter Metaanalysen? Mit welchen Verfahren werden Daten gewonnen? Welche Bedeutung haben Fragebogen und Testverfahren? Wie ergänzen sich Einstellungs- und Verhaltensforschung? Wie lassen sich Ergebnisse der psychologischen Forschung in der Praxis erfolgreich anwenden? Wie kann die psychologische Forschung den Prozess der Innovation unterstützen? Die Antworten auf diese Fragen bilden die Voraussetzung dafür, grundlegende psychologische Aussagen und ihre Anwendungen sinnvoll einzuordnen und überzeugend zu interpretieren. Diese Einführung in die Forschungsmethoden der Psychologie beinhaltet auch einen Blick hinter die Kulissen von wissenschaftlichen Veröffentlichungen in die Werkstatt der Forschung, ihre Planung, Auswertung und Interpretation. Auf diese Weise wird die quantitative und qualitative Datengewinnung als zentrale Komponente der psychologischen Forschung kritisch hinterfragt und gleichzeitig anschaulich gemacht. Die Inhalte werden durch Abbildungen und Kästen veranschaulicht, Verständnisfragen erleichtern es, das Gelernte zu vertiefen. Verständnisfragen und Lösungshinweise und weitere Informationen für Studierende und Lehrende werden auf der Website psychlehrbuchplus zur Verfügung gestellt.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 408
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783840921834
    Verlag: Hogrefe Verlag Göttingen
    Größe: 5477 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Forschungsmethoden der Psychologie

bjektives Wissen Als objektiv lässt sich Wissen dann kennzeichnen, wenn es auf Daten beruht, die intersubjektiv überprüfbar sind, und wenn es diese Daten angemessen repräsentiert. Unter intersubjektiver Überprüfbarkeit ist Folgendes zu verstehen: Der Versuchsablauf und die Datenerhebung werden genau und bis ins Detail festgelegt und dokumentiert. Dadurch wird eine 100%ige Replizierbarkeit des Ablaufs gewährleistet. Beobachtungen können von unterschiedlichen Forschern unabhängig voneinander nach dem gleichen standardisierten Schema kodiert werden, sodass ihre besondere Erfassung nicht an einer Person hängt, sondern in unterschiedlichen Forschungseinrichtungen wiederholbar ist. Die intersubjektive Überprüfbarkeit ist dementsprechend hoch.

Der Ausdruck objektives Wissen kann auch so verstanden werden, dass die Wissensinhalte, die als objektiv gekennzeichnet sind, sichere oder wahre Tatbestände darstellen. Es kann durchaus sein, dass solche Tatbestände existieren. Allerdings kann die Forschung sich diesen Tatbeständen immer nur approximativ nähern. In der subjektiven Bewertung der Verlässlichkeit des objektiven Wissens verbleibt immer noch eine Spur der Unsicherheit, da die Forscher ihre Hypothesen nicht endgültig verifizieren können (siehe unten).

Die Urteile von Forscherinnen und Forschern über den Grad der Bewährung einer Hypothese sind immer nur vorläufig. Vielfach wird auch argumentiert, dass sie eine subjektive Komponente enthalten (siehe unten). Diese kommt z. B. darin zum Ausdruck, wie groß die Wahrscheinlichkeit der Hypothese vor der Sammlung neuer Evidenz eingeschätzt wurde. Vernunftbegabte Forscher werden eine bis dato sehr gut bewährte Hypothese nicht vollständig aufgeben, nur weil in einem Labor in Knoxville oder in Klagenfurt eine Studie durchgeführt wurde, die (scheinbar) die Hypothese widerlegt.

Unter Daten versteht man Merkmalsausprägungen auf bestimmten Merkmalsdimensionen, die einer Untersuchungseinheit zugeordnet sind (Mayntz, Holm & Hübner, 1978) . Daten sind also durch das Bezugssystem aus Untersuchungseinheit, Merkmalsdimension und Merkmalsausprägung definiert (vgl . folgenden Kasten) . Daten = Merkmalsausprägungen auf bestimmten Merkmals-dimensionen
Eine Variable kann unterschiedliche Merkmalsausprä-gungen aufweisen

Was sind Daten? Die Merkmalsdimensionen werden durch Variablen abgebildet. Eine Variable ist im Unterschied zu einer Konstanten dadurch gekennzeichnet, dass sie unterschiedliche Merkmalsausprägungen aufweisen kann. Ein Beispiel ist die Messung von Narzissmus, Extraversion und Verträglichkeit bei einer Stichprobe von 100 Studierenden. Für jeden Teilnehmer, der als Untersuchungseinheit fungiert, werden auf den drei Merkmalsdimensionen die Merkmalsausprägungen eingetragen, die sich aus der Beantwortung der Fragebögen zur Messung von Narzissmus, Extraversion und Verträglichkeit ergeben haben. Diese Daten werden üblicherweise in Tabellen dargestellt, in denen z. B. drei Spalten für die drei Merkmale und 100 Zeilen für die Untersuchungseinheiten enthalten sind. Die Bezeichnung "Untersuchungseinheiten" wurde absichtlich neutral gewählt. Oft sind damit Personen gemeint, es kann sich aber auch um Schimpansen oder Vögel handeln, oder auch Gruppen von Personen oder Wochen eines Jahres bzw. Jahre eines Jahrzehnts.

Letztere werden z.B. in Cross-Temporal-Metaanalysen verwendet (siehe unten). Wenn man die Daten in ein Datenverarbeitungsprogramm wie SPSS eingibt, bilden die Untersuchungseinheiten die Zeilen und die Merkmalsdimensionen die Spalten der Datenmatrix. Die Merkmalsausprägungen der Untersuchungseinheiten auf den Merkmalsdimensionen stehen in den Zellen der Datenmatrix.

Warum wird überhaupt nach objektivem Wissen gesucht? Zum einen spielt die wissenschaftliche Neugier eine große Rolle, also der Wunsch, mehr über die Menschen und die Welt, in der wir leben, zu erfahren . Dem liegt häufig eine Warum-Frage zugrunde .

Ein Beispiel für e

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen