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Lernen Ein Lehrbuch für Studium und Praxis von Rinck, Mike (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 27.07.2016
  • Verlag: Kohlhammer Verlag
eBook (ePUB)
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Lernen

Lernen ist eine der wichtigsten Fähigkeiten aller Lebewesen. Dementsprechend nimmt die Lernpsychologie einen wichtigen Platz im Studium der Psychologie ein. In diesem einführenden Lehrbuch werden die klassischen Themen der Lernpsychologie wie Klassische Konditionierung, Operante Konditionierung, Beobachtungslernen und kognitives Lernen auf verständliche und interessante Art erklärt. Durch zahlreiche Alltagsbeispiele wird auf die alltäglichen Lernsituationen der Leser eingegangen und die hohe Alltagsrelevanz von Lernphänomenen verdeutlicht. Praktische Tipps für ein effektiveres Lernen in Schule, Studium und Beruf runden das Buch ab.

Dr. Mike Rinck ist apl. Professor an der Ruhr-Universität Bochum und 'Universitair Hoofddocent' an der Radboud Universiteit Nijmegen, Niederlande.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 145
    Erscheinungsdatum: 27.07.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783170260429
    Verlag: Kohlhammer Verlag
    Größe: 5357 kBytes
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Lernen

1 Einleitung

Orientierungsfragen

- Was ist Lernen, wie kann man es definieren?

- Was bedeuten die einzelnen Komponenten der Definition von Lernen?

- Was ist der Unterschied zwischen Kompetenz und Performanz, und warum ist der Unterschied für die Lernpsychologie wichtig?

- Welche Verhaltensänderungen würde man nicht als Lernen bezeichnen?
1.1 Was ist Lernen?

"Lernen ist die Art der Ignoranz, welche die Fleißigen auszeichnet."

Ambrose Bierce, The Devil's Dictionary.

Die Definition von Ambrose Bierce hat sicherlich den Reiz, etwas boshaft zu sein, wie alle Definitionen in seinem "Lexikon des Teufels". Als wissenschaftliche Definition taugt sie allerdings weniger, denn von Wissenschaftlern wird erwartet, dass sie genau wissen und sagen, was sie untersuchen. Wir brauchen deshalb eine wissenschaftliche Definition des Lernens. Man sollte meinen, dass diese leicht zu finden wäre, denn schließlich wissen wir ja alle, was Lernen ist, lesen Bücher darüber, reden miteinander darüber, und verstehen einander auch meist. In Wirklichkeit ist es aber so, dass eine allgemein akzeptierte Definition des Lernens nicht existiert, weil das Lernen - wie wir im Rest dieses Buches noch sehen werden - doch viel komplexer ist, als man gemeinhin annehmen würde. Es gibt allerdings einige Definitionen, mit denen zwar nicht alle, aber doch sehr viele Forscher übereinstimmen würden. Eine davon gefällt mir am besten:
Definition: Lernen

Lernen ist eine auf Erfahrung basierende, dauerhafte Veränderung in den Verhaltensmöglichkeiten eines Individuums. 1

Diese Definition unterscheidet sich sicherlich deutlich vom umgangssprachlichen Gebrauch des Wortes Lernen, und auch von Definitionen, die Nicht-Psychologen formulieren würden. Gehen wir sie einmal Stück für Stück durch, um zu sehen, warum viele Psychologen Definitionen wie diese bevorzugen.

Ein wichtiger Aspekt der Definition besteht darin, dass sie auf das Individuum, also das einzelne Lebewesen, bezogen ist. Das ist einerseits umfassender, als manche Laien es formulieren würden, denn nach dieser Definition lernen nicht nur Menschen, sondern auch die meisten anderen Lebewesen. Dazu gehören nicht nur die in der Lernforschung beliebten Ratten, Tauben und Hunde, sondern auch viel einfachere Lebewesen, z. B. Würmer. Andererseits ist die Definition auch enger, als Wissenschaftler aus anderen Disziplinen als der Psychologie es formulieren würden. Dies liegt daran, dass wir uns auf Lebewesen beschränken. Wenn also z. B. Wirtschaftswissenschaftler von "lernenden Organisationen" sprechen oder Informatiker von "lernenden Programmen", dann macht das aus der Sicht dieser Disziplinen Sinn, für Psychologen allerdings nicht.

Ein zweiter wichtiger Aspekt der Definition ist der Begriff "Verhaltensmöglichkeiten". Wir sprechen nicht davon, dass sich das Verhalten verändern muss, sondern es reicht, wenn sich die Fähigkeit oder Neigung zu einem bestimmten Verhalten verändert. Das ist wichtig, weil Lernen nicht sofort und direkt zu einer sichtbaren Veränderung des Verhaltens führen muss. Vielmehr reicht es aus, wenn eine Verhaltensänderung möglich wird. Dies bedeutet nicht mehr als die Alltagsweisheit, dass wir nicht alles tun müssen, was wir gelernt haben. Wenn wir beispielsweise gelernt haben, ein Gedicht aufzusagen, Fahrrad zu fahren, oder Quadratwurzeln auszurechnen, dann bedeutet das nicht, dass wir es auch ständig tun müssten. Es reicht, dass wir die Fähigkeit dazu erlernt haben und es tun könnten.

Lernforscher unterscheiden hier zwischen zwei Begriffen, die uns in diesem Buch noch häufiger begegnen werden: Ein

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