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Menschenkenntnis Vollständige Ausgabe von Adler, Alfred (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 30.05.2017
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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Menschenkenntnis

Wer Menschenkenntnis besitzt, kann seine Persönlichkeitseigenschaften und die wesentlichen Charakterzüge seiner Mitmenschen besser wahrnehmen und kompetent mit ihnen umgehen. Der Bestseller Menschenkenntnis von Alfred Adler schärft den Blick für besondere menschliche Eigenarten und schult die soziale Kompetenz. Im Buch über die Menschenkenntnis beschreibt Alfred Adler auf verständliche Weise die menschliche Psyche und die Faktoren, die den Charakter von Menschen prägen. Das Buch ist sehr flüssig geschrieben und für jedermann verständlich. Seine Darstellung menschlicher Charakterzüge unterlegt Alfred Adler in seinem Werk Menschenkenntnis mit zahlreichen Beispielen, in denen viele Leserinnen und Leser sich selbst und ihre Umgebung wiedererkennen werden. Alfred Adler war einer der bekanntesten Schüler Sigmund Freuds. Seine Werke bilden die Grundlage vieler erfolgreicher psychotherapeutischer Methoden. Adlers Arbeit war wegweisend für die Entwicklung der modernen Psychosomatik. Er begründete die Individualpsychologie. Alfred Adler lebte von 1870 bis 1937. Als einer der bekanntesten Wissenschaftler an der Seite Sigmund Freuds bildete er zahlreiche bekannte Psychologen aus. Neben dem Bestseller Menschenkenntnis (1927) erlangte vor allem sein Werk Über den nervösen Charakter (1912) weltweite Bekanntheit.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 300
    Erscheinungsdatum: 30.05.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783743173675
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 775 kBytes
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Menschenkenntnis

Einleitung

Des Menschen Gemüt

ist sein Geschick.

Herodot

Die Grundlagen der Menschenkenntnis sind derart, dass sie allzu viel Überhebung und Stolz nicht zulassen. Im Gegenteil, wahre Menschenkenntnis muss geeignet sein, eine gewisse Selbstbescheidung eintreten zu lassen, indem sie uns lehrt, dass hier eine ungeheure Aufgabe vorliegt, an der die Menschheit seit den Uranfängen ihrer Kultur arbeitet, ein Werk, das sie bloß nicht zielbewußt und systematisch angegangen hat, so dass man immer nur einzelne große Menschen auftauchen sieht, die über mehr Menschenkenntnis verfügten als der Durchschnitt. Damit berühren wir einen wunden Punkt. Wenn man nämlich die Menschen unvoreingenommen auf ihre Menschenkenntnis hin prüft, so findet man, dass sie meistens versagen. Wir besitzen alle nicht viel Menschenkenntnis. Das hängt mit unserem isolierten Leben zusammen. Nie dürften die Menschen so isoliert gelebt haben wie heutzutage. Schon von Kindheit an haben wir wenig Zusammenhänge. Die Familie isoliert uns. Auch unsere ganze Art des Lebens gestattet uns keinen so intimen Kontakt mit unseren Mitmenschen, wie er zur Entfaltung einer Kunst, wie es Menschenkenntnis ist, unumgänglich notwendig ist. Das sind zwei Momente, die voneinander abhängig sind. Denn wir können wieder den Kontakt mit den anderen Menschen nicht finden, weil sie uns mangels eines besseren Verständnisses allzu lange fremd anmuten.

Die schwerwiegendste Folge dieses Mangels ist die, dass wir in der Behandlung unserer Mitmenschen und im Zusammenleben mit ihnen meist versagen. Es ist eine oft hervorgehobene und empfindliche Tatsache, dass die Menschen aneinander vorübergehen und vorüberreden, den Zusammenschluss nicht finden können, weil sie sich fremd gegenüberstehen, nicht nur im weiteren Rahmen einer Gesellschaft, sondern sogar im engsten Kreis der Familie. Nichts tritt uns öfter entgegen, als Klagen von Eltern, die ihre Kinder nicht verstehen, und von Kindern, dass sie von den Eltern nicht verstanden würden. Und doch liegt in den Grundbedingungen des menschlichen Zusammenlebens so viel Zwang, einander zu verstehen, weil unsere gesamte Haltung zum Nebenmenschen davon abhängt. Die Menschen würden viel besser zusammenleben, wenn die Menschenkenntnis größer wäre, weil gewisse störende Formen des Zusammenlebens wegfielen, die heute nur deshalb möglich sind, weil wir einander nicht kennen und so der Gefahr ausgesetzt sind, uns durch Äußerlichkeiten täuschen zu lassen und auf Verstellungen anderer hineinzufallen.

Wir wollen nun erklären, wieso gerade von Seiten der Medizin die Versuche ausgehen, in diesem ungeheuren Gebiet eine Disziplin festzulegen, die sich Menschenkenntnis nennt, und welche Voraussetzungen diese Wissenschaft hat, welche Aufgaben ihr zufallen und welche Ereignisse von ihr erwartet werden können.

Vor allem ist die Nervenheilkunde selbst schon eine Disziplin, welche Menschenkenntnis in dringendster Weise erfordert. Der Nervenarzt ist genötigt, sich so rasch wie möglich einen Einblick in das Seelenleben nervös erkrankter Menschen zu verschaffen. Auf diesem Gebiet der Medizin kann man sich nur dann ein brauchbares Urteil bilden, man ist nur dann imstande, Eingriffe und Kuren vorzunehmen oder vorzuschlagen, wenn man sich darüber klar ist, was in der Seele des Patienten vorgeht. Hier gibt es keine Oberflächlichkeit, hier folgt auf den Irrtum sofort die Strafe und auf das richtige Erfassen zumeist auch der Erfolg. Hier wird also ziemlich strenge und sofortige Prüfung abgehalten. Im gesellschaftlichen Leben darf man sich in der Beurteilung eines Menschen schon eher irren. Auch hier folgt zwar jedesmal die Strafe, doch kann die Reaktion darauf so spät erfolgen, dass wir meist nicht mehr in der Lage sind, die Zusammenhänge zu erfassen und staunend davor stehen, wie ein Irrtum in der Beurteilung eines Menschen v

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