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'Gemeinsam wachsen' - der Elternratgeber ADHS Verhaltensprobleme in Familie und Schule erfolgreich meistern von Born, Armin (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 03.03.2011
  • Verlag: Kohlhammer Verlag
eBook (PDF)
16,99 €
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'Gemeinsam wachsen' - der Elternratgeber ADHS

ADHS-Kinder stellen mit ihren zahlreichen Verhaltensproblemen eine besonders große Herausforderung für Eltern und auch Lehrer dar. Aufbauend auf ihrem Würzburger Gruppentrainingsprogramm für Eltern von ADHS-Kindern haben die Autoren ihre langjährigen Erfahrungen in diesem Buch komprimiert. Der auf bewährte Grundkonzepte der Verhaltenstherapie aufbauende Ratgeber zielt darauf ab, Mütter und Väter zu 'Experten' für den tagtäglichen Umgang mit ihren aufmerksamkeitsgestörten und hyperaktiven Kindern zu machen. Den Erziehenden werden dafür konkrete Maßnahmen und Strategien vorgestellt, mit deren Hilfe sie eigene, individuelle und auch kreative Lösungen für die alltäglichen Verhaltensprobleme ihrer Kinder entwickeln können. Anknüpfend an das Standardwerk 'Lernen mit ADS-Kindern' (8. Auflage, 2010) besticht auch dieser Ratgeber durch seine hohe praktische Relevanz. Dr. Armin Born ist als Pädagoge und psychologischer Psychotherapeut mit dem Schwerpunkt Leistungsstörungen und ADHS in einer Praxis für Kinder- und Jugendpsychiatrie tätig. Claudia Oehler ist als Verhaltenstherapeutin für Kinder, Jugendliche und Erwachsene niedergelassen.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 168
    Erscheinungsdatum: 03.03.2011
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783170228146
    Verlag: Kohlhammer Verlag
    Größe: 12321 kBytes
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'Gemeinsam wachsen' - der Elternratgeber ADHS

Kapitel 2: Grundlagenwissen

1. ADHS-Kinder und ihre Eigenschaften

Sebastian, 8 Jahre, 2. Klasse
Sebastian steht für viele Kinder, die von ihren Eltern in unserer Praxis vorgestellt werden. Zum Erstvorstellungszeitpunkt ist Sebastian acht Jahre alt und besucht die 2. Klasse der Grundschule mit erheblichen schulischen Problemen. Beide Eltern beschreiben Sebastian als motorisch äußerst unruhig. Selbst Sebastians Vater berichtet, dass er regelrecht nervös werde, wenn er nach Hause komme und nur zu Sebastian hinschaue. Wenn Sebastian einen Auftrag bekäme, wie etwa den Müll hinunterzutragen oder Getränke aus dem Keller zu holen, müsste man es ihm tausend Mal sagen. Seine Standardantwort sei: "Aber ...". Sabine (die ältere Schwester) könne das doch erledigen. Es sei ungerecht, da er viel häufiger Jobs machen müsse als Sabine. Beide Eltern sind sichtlich frustriert von den endlosen Diskussionen um Kleinigkeiten.

Aus kleinstem Anlass heraus, so berichtet die Mutter, neige Sebastian zu Wutausbrüchen und zu überschießenden Gefühlsreaktionen. Er könne es überhaupt nicht ertragen, wenn er einmal kritisiert werde und "raste" dann komplett aus.

Wenn er etwas wolle, müsse das sofort umgesetzt werden. Hier sei er äußerst hartnäckig und bedränge insbesondere seine Mutter. Wenn etwas nicht klappe, so berichtet Sebastians Vater, zeige Sebastian eine äußerst geringe Frustrationstoleranz. Dies betreffe z. B. schulische Dinge. Übe man mit ihm Rechenaufgaben und er mache dabei einen Fehler, weigere er sich sofort weiterzumachen und "flippe" aus. Insbesondere, so berichten die Eltern übereinstimmend, sei vor allem die Hausaufgabensituation ein Dauerkampf. Sebastian habe auch Schwierigkeiten mit dem Lesen. Seine Mutter sei absolut bereit, mit ihm täglich zu üben, doch es wäre fast unmöglich, da Sebastian ständig protestiere und die Anforderungen oft völlig verweigere. So kämen sie eigentlich gar nicht zum Üben. Sebastians Mutter berichtet, dass Sebastian sich von Anfang an mit dem Lesen schwer getan habe. Auffällig sei, dass er häufig rate. Er lese Dinge, die gar nicht im Text stünden und lasse auch oft Endungen und Silben weg. Das Lesen sei ziemlich holprig, die Betonung und auch die Sinnentnahme schlecht. Die ersten kleinen Textaufgaben bereiteten ihm Schwierigkeiten, weil er zu langsam lese.

Sebastians Mutter erzählt, dass sie immer wieder zu seiner Lehrerin, Frau Müller, zitiert werde, da Sebastian im Unterricht oft störe, spiele, in Auseinandersetzungen verwickelt sei und auch häufiger Schwierigkeiten mit seinen Klassenkameraden habe. So könne er sich schlecht an Regeln halten, provoziere und "flippe" in der Schule sehr schnell aus, wenn er von anderen provoziert werde.

Am Nachmittag dann, wenn die Hausaufgaben angefangen werden sollten, stelle Sebastians Mutter fest, dass die Hälfte der Bücher in der Schule liegen geblieben sei, ebenso häufig der Turnbeutel. Seine Uhr habe Sebastian auch schon zweimal verloren. Die Termine für die Lernzielkontrollen, die die Lehrerin ja "durch die Blume" verraten würde, würde Sebastian natürlich überhaupt nicht weitergeben. Entweder er wisse sie nicht oder er wolle sie nicht wissen.

Dadurch, dass Sebastian so schnell "ausflippe" und auch in der Gruppe der Gleichaltrigen immer bestimmen wolle, habe er kaum Freunde. Er werde nicht zu Kindergeburtstagen eingeladen und im Fußballverein gebe es auch schon jede Menge Probleme. Immer sei er in Konflikte verwickelt, schuld seien aber stets die Anderen.

Belastend für die Eltern sei auch, dass er ununterbrochen "quassele". Auch bei Tisch halte er es nicht aus, wenn einmal die Anderen zu Wort kommen wollten. Wenn seine Mutter telefoniere, falle er ihr ständig ins Wort, so dass Sebastians Mutter Telefonate auf den Abend verlegt habe.

Ein Drama sei auch das Fertigmachen am Morgen für die Schule und das Insbettgehen am Abend. Sebastian komme nicht aus dem Bett, trö

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