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Auch alte Wunden können heilen Wie Verletzungen aus der Kindheit unser Leben bestimmen und wie wir uns davon lösen können von Charf, Dami (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 25.06.2018
  • Verlag: Kösel
eBook (ePUB)
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Auch alte Wunden können heilen

Dieses Buch ist für alle, die das Gefühl haben, so, wie sie sind, nicht "richtig" zu sein. Sie leiden etwa an unerklärlichen Schuldgefühlen, können eigene Bedürfnisse kaum benennen, keine Grenzen setzen oder spüren ihren Körper nicht. Die Ursache können seelische Verletzungen aus den ersten Lebensjahren sein. Manchmal durch ein schlimmes Ereignis ausgelöst, viel häufiger jedoch dadurch, dass das Aufwachsen ohne sichere Bindung und Zugehörigkeit erfolgte. Die erfahrene Trauma-Therapeutin Dami Charf hilft Betroffenen, in Kontakt mit sich zu kommen, Verständnis für sich selbst zu entwickeln, neue Möglichkeiten zu erkennen und innere Stabilität und Freiheit zu erfahren.
Hilfreiches Wissen und therapeutische Möglichkeiten
Für Leser von Peter Levine und Larry Heller

Dami Charf, geboren 1964, ist Begründerin der körper- und bindungsorientierte Therapiemethode Somatische Emotionale Integration®, SEI. Nach einem Studium der Sozialpädagogik hat sie Ausbildungen u.a. in Transformativer Körperpsychotherapie, Somatic Experiencing, Bodynamic und Sensorymotoric Psychotherapy absolviert. Sie ist Heilpraktikerin für Psychotherapie, arbeitet als Traumatherapeutin in Göttingen und bietet eine eigene Ausbildung an.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 288
    Erscheinungsdatum: 25.06.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641220549
    Verlag: Kösel
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Auch alte Wunden können heilen

Die fünf Lernaufgaben

Wir haben nun zwei mächtige Wirkfaktoren auf unser Leben betrachtet und deren Folgen beleuchtet. Ich hoffe sehr, dass du dein Leben nun mit mehr Verständnis sehen kannst, denn ich glaube fest daran, dass mit diesem Verständnis die Reise beginnt. Vor allem geht es mir darum, ein liebevolles Verständnis zu schaffen, in dem wir uns selbst freundlicher und gnädiger betrachten und erkennen, wie schwer es ist, etwas "einfach" anders zu machen. Ich weiß, dass viele Menschen nicht verstehen können, warum sie sich immer wieder in den gleichen Mustern wiederfinden, und möchte einen Beitrag leisten, zu erklären, wie es dazu kommt.

Die Körperpsychotherapie - deren Kind ich bin - geht davon aus, dass jeder Mensch von Geburt an fünf Lernaufgaben hat, die wesentlich mitbestimmen, wie gut wir später für unser Leben gerüstet sind. Je nachdem, wie wir diese Aufgaben bewältigen, wird unser Körper geprägt und bestimmte Dinge/Gefühle werden in unserem Leben dominanter sein oder eben nicht. Wir werden bestimmte Fähigkeiten gut entwickeln und andere nicht. Letztendlich zielt jede Psychotherapie darauf ab, dass Menschen wichtige fehlende Fähigkeiten erlernen oder wieder für sich entdecken können. Dies ist möglich durch neue bewusste Erfahrungen, die das innere Erleben verändern.

In den körperpsychotherapeutischen Schulen unterscheidet man fünf Lernaufgaben, die unterschiedlich bezeichnet und von jeder Schule etwas anders beschrieben werden. Dies sind die fünf Hauptthemen:

Sicherheit und Willkommensein,
Bedürfnisse und Sattwerden,
Hilfe annehmen können,
Selbstständigkeit und Verbundenheit,
Liebe und Sexualität.
Unser Körper bestimmt unser Leben

Die Lernaufgaben, unsere Selbstregulation und unsere Bindungsmuster sind tiefe Prägungen, die sich nicht nur in unserem Denken spiegeln. Wir verkörpern unsere Prägungen, sie werden zu unserer Persönlichkeit und drücken sich auch in unserer Haltung und körperlichen Präsenz aus. Wir sind unser Körper, so fremd uns diese Aussage auch vorkommen mag in einer Zeit, die immer virtueller wird und den Körper immer mehr als Objekt betrachtet, das zu funktionieren hat.

Verstand und Gefühl brauchen eine Verkörperung, um geerdet zu sein, um sich in dieser Welt zu verorten und einen Platz als Ich einzunehmen. Außerdem finden Gefühle nun einmal im Körper statt. Wenn wir nichts mehr fühlen, wenn wir unseren Körper nicht spüren, dann wird alles Erleben schal. Das Leben hat keine Tiefe. In der heutigen Zeit leben viele Menschen nur noch in ihrem Kopf, und sie verwechseln Gedanken mit Gefühlen. Bei meiner Arbeit mache ich immer wieder die Erfahrung, wie wenig Menschen ihren Körper wirklich wahrnehmen.

Der Körper wird gemieden, weil sich darin verdrängte Verletzungen befinden. Diese werden zu Spannungsmustern, die sich körperlich manifestieren. Im Kindesalter sind diese Muster noch vorübergehend, doch mit der Zeit werden sie immer mehr zu einem Teil von uns. Sie bestehen aus verspannten Muskeln und entwickeln sich durch viele Wiederholungen gleicher Gefühle und Handlungen.

Was geschieht mit einem Kind, das immer wieder gesagt bekommt: "Man darf Kinder sehen, aber nicht hören"? Es muss Strategien entwickeln, wie es seine lauten Impulse unterdrücken kann. Damit dies gelingt, muss es bestimmte Muskeln immer und immer wieder anspannen. Diese Art der Regulation von Impulsen und Emotionen ist uns selten bewusst, wir nutzen sie jedoch ständig in unserem Alltag.

Stellen wir uns eine Situation am Arbeitsplatz vor: Ein Kollege macht eine wirklich demütigende Bemerkung, und wir spüren, dass uns die Tränen hochsteigen. Wir wollen aber auf keinen Fall in diesem Umfeld und dann noch vor dem Kollegen anfangen zu weinen! Also atmen wir ganz flach und verspannen den Brust- und Bauchraum. Damit halten wir die aufsteigende Emotion unten und sorgen dafür, dass wir nicht in T

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